Herbert Brandl

Überblick – Teil 2

15.06.-25.08.2002


Eröffnung: 14.06.2002, 19 Uhr
Kuratiert von: Günther Holler-Schuster, Peter Weibel

Eröffnung mit Blendwerk und Trio Exklusiv


Die Malerei als zentralste Formulierung innerhalb der bildenden Kunst wurde vielfach totgesagt und wiederbelebt. In den 1980er Jahren wurde sie sowohl von Produzenten als auch von Rezipienten phönixartig aus der Asche gezogen, nicht zuletzt als Reaktion auf eine akademisch gewordene Konzeptkunst.
„Transavanguardia", „Neue Wilde", „Neue Malerei"  waren die Begriffe, mit denen man international diese neuen Entwicklungen definieren wollte. Herbert Brandl wurde in diesem Zusammenhang, neben Malern wie Schmalix, Anzinger, Mosbacher, rezipiert. Brandls Werk ausschließlich historisch, im Hinblick auf die theoretischen Aspekte der 1980er Jahre zu betrachten, wäre jedoch falsch. Vielmehr muss man das Interesse auf die Möglichkeiten der Malerei richten oder überhaupt auf das Visuelle im Allgemeinen. Sosehr sich Brandls Malerei auf eine Herkunft beruft - auf die Landschaft - sosehr handelt es sich dabei um eine metasprachliche Malerei, deren Referentiale die historische Malerei ist, sowohl die abstrakte als auch die gegenständliche. Ohne das Reglement zu verlassen, bewegt er sich in diesem sehr frei, nach Möglichkeiten suchend, das Scheitern mitbedenkend - kann man noch malen, was kann man malen? In seinen Bergbildern, der jüngsten Werkphase, veranschaulicht er diesen Fragenkomplex sehr deutlich. Der leidenschaftliche Wanderer in der Natur oszilliert in diesen Bildern zwischen Sichtbarem und Empfundenem hin und her, auf der Flucht vor Romantizismen. Emile Zola lässt in seinem „Bauch von Paris" (1873) einen Künstler angesichts der Üppigkeit der zur Schau gestellten Nahrungsmittel in den Markthallen verzweifeln. Er versucht, die visuelle Sensation, die er erlebt, im Bild einzufangen „...es ist schwer, es ist zu schön, diese verteufelten Gemüse und das Obst und die Fische!" Brandl siedelt seine Malerei sehr exakt in dem Bereich an, in dem die konventionellen Sehgewohnheiten nicht mehr hinreichen und das visuelle Erlebnis aber noch existent bleibt. Das ist höchst aktuell. Hat das bürgerliche Dekorationsbedürfnis, das die Kunst, sowohl die von Turner als auch die von Pollock, an den Wänden „vertrocknen" lässt, überhaupt noch die Möglichkeit übriggelassen, Tafelbilder zu malen? Herbert Brandl hat zweifellos Möglichkeiten gefunden, darzustellen und zugleich auch das Darstellen darzustellen.

Neue Galerie Graz

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