Kontinuität nach 1945 – Bilder der Heimat

Realistische Kunstrichtungen in verschiedenen stilistischen Formen waren in der steirischen Kunst bis in die 1960er-Jahre präsent. Verbreitet waren vor allem Ausläufer des Stimmungsimpressionismus, der österreichischen Interpretation impressionistischer Malerei. Diese Richtung dominierte bereits die Kunst der Zwischenkriegszeit und zählte auch zu den akzeptierten Kunstformen während der NS-Zeit.

Das zentrale Thema war der heimatliche Lebensraum, die Stadt und die Landschaft – so sollte ein vertrauter Heimatbegriff vermittelt werden, was auch nach 1945 identitätsstiftend wirkte.

Einige Vertreter/innen dieser Richtung machten während der NS-Zeit erfolgreiche Karrieren und wurden auch nach 1945 geschätzt. In Ausstellungen, etwa in der Neuen Galerie Graz, waren ihre Werke ohne Unterbrechungen präsent. Auf die problematische Rolle einiger dieser Künstler/innen während des Krieges wurde in den Ausstellungsrezensionen nicht eingegangen.

Die Mitgliedschaft in der Reichskammer der bildenden Künste, einer Abteilung der Reichskulturkammer, war für Künstler/innen verpflichtend, um an Ausstellungen teilnehmen zu können oder um Kunstwerke verkaufen zu dürfen.

Für viele war der Beitritt zu den NS-Kulturvereinigungen für das wirtschaftliche Überleben notwendig. Nicht wenige waren aber auch offene Anhänger/innen des NS-Regimes und an dessen Kunstleben aktiv beteiligt.

Viele Künstler/innen hatten inhaltlich und formalstilistisch kein Problem, sich der herrschenden Kunstdoktrin unterzuordnen. Sie konnten ihre künstlerische Tätigkeit ohne Anpassungsschwierigkeiten während der NS-Zeit weiterführen. Auch nach 1945 gab es für sie keinen Anlass für einen Neubeginn. Vielmehr führten sie die künstlerischen Traditionen und deren weltanschaulichen Grundlagen kritiklos in die neue Epoche.

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Neue Galerie Graz

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