„Abbild“ und „Sinnbild“

In den 1950er-Jahren entwickelte sich eine spezifische Verbindung aus formalexpressionistischen und -kubistischen Gestaltungselementen zu einer weitverbreiteten Stilrichtung der steirischen Malerei, die auch erstmals eine intensivere Diskussion zu Fragen der Abstraktion auslöste. Die prismenartige Zerlegung des Gegenstands, die sich vom Kubismus herleitet, findet sich als stabilisierendes Gestaltungselement auch im deutschen Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts, zum Beispiel in Werken von Erich Heckel und Franz Marc.

Philosophisch-religiöse Vorstellungen vom Kristall als vollendete Naturmaterie äußern sich in einer kristallinen Formgebung, die den Darstellungen eine transzendente Deutungsebene verleihen. Dies wurde als Materialisierung des Geistigen verstanden und entsprang dem Gedanken der Harmonisierung des Ungeordneten: So könnten Mensch, Natur und Kosmos in gesetzhafter Form zueinanderfinden.

Auch Künstlern wie Rudolf Szyszkowitz und Fritz Silberbauer war diese Auffassung vertraut. Sie hielten an der Gegenständlichkeit fest, um über die Darstellung von Mensch und Natur geistig-religiöse Werte zu vermitteln. Für Szyszkowitz etwa stand die Darstellung des Menschen und seiner „Körperlichkeit“ unmittelbar im Zusammenhang mit dem göttlichen Schöpfungsgedanken.

Zugleich sprachen sich diese Künstler gegen eine Kunst aus, die bloß ein Mittel zur Abbildung der Wirklichkeit ist. Sie verstanden die Abstraktion als wichtigen Akt des künstlerisch-Schöpferischen. Dabei sollte ein klärender Blick auf die Wirklichkeit geworfen werden, um das eigentliche Wesen der Dinge zu erfassen – stets mit sichtbarem Bezug zum Gegenstand.

Dieser „Mittelweg“ lehnte sich an der Moderne der Zwischenkriegszeit an und erntete Kritik von der Avantgarde sowie von konservativen Kräften: den einen war sie zu rückständig, den anderen zu innovativ.

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