Ein Beitrag zur Kenntnis der Inocyben (Risspilze) in der Steiermark und weitere interessante Pilzfunde aus dem Jahre 2008.

von Mag. Detlef Heinz Prelicz

Um Inocyben oder Risspilze zu beschreiben, genügen leider nicht allein die makroskopischen Merkmale wie Größe, Farbe und Form des Hutes, Anheftungsstellen der Lamellen, Geruch und das Vorkommen, es müssen zur Bestimmung auch mikroskopische Merkmale herangezogen werden wie die Form der Sporen, ihre Größe und ob sie einen glatten oder höckerigen Umriss haben.

Weiters gibt es keulige, zylindrische oder spindelförmige Zellen, die länger als die sporentragenden Basidien sind und an der Lamellenschneide (= Cheilozystiden), an der Lamellenfläche (= Pleurozystiden) oder am Stiel (=Kaulozystiden) vorkommen.

 

Eine einfache Einteilung der Inocyben zeigt das folgende Schema 

 

Zur Untergattung Mallocybe gehören bekannte Vertreter wie Inocybe terrigena, der Schuppenstielige Risspilz, der einen aufsteigenden Ring hat oder Inocybe dulcamara, der Olivgelbe Risspilz.

Zur Sektion Cervicolores gehört Inocybe cervicolor, der Hirschbraune Risspilz mit einem auffallenden Geruch nach Kellergestank.

Zur Sektion Rimosae gehört als Hauptvertreter Inocybe rimosa, der Kegelige Risspilz mit spermatischem Geruch, der auch einer der häufigsten Risspilze der Steiermark ist und von dem eine große Zahl von Varietäten beschrieben worden ist. Hierher gehört auch der tödlich giftige, Ziegelrote Risspilz, (Inocybe erubescens).

Die dritte Untergattung Inocybe teilt sich in vier Sektionen auf. Ist eine Cortina vorhanden, dann sind die Kaulozystiden nur im oberen Stieldrittel vorhanden und umgekehrt, mit den glatten und eckigen Sporen ergeben sich diese vier Gruppen.

Ein Beispiel für Glattsporige Cortinatae ist Inocybe geophylla, der Erdblättrige Risspilz, ein kleiner weißer Vertreter, der aber erdfarbige Lamellen hat, und unter Fichten in Parkanlagen fast überall vorkommt.

Ein Vertreter der Eckigsporigen Cortinatae ist Inocybe napipes, der Rübenstielige Risspilz, der gerne in sauren Nadelwäldern vorkommt und eine angeschwollene Stielbasis hat.

Ein Vertreter der Glattsporigen Marginatae ist Inocybe godeyi, der Rötende Risspilz, der beim Altern oder bei Verletzung am ganzen Fruchtkörper rot wird und unter Laubbäumen vorkommt.

Der bekannteste Vertreter der Eckigsporigen Marginatae ist Inocybe asterospora, der Sternsporige Risspilz. Er kommt im Laubwald vor und kann mit seiner gerandeten Knolle und dem auffallend gestreiften Hut fast nicht verwechselt werden.

 

Im Anschluss daran wurden noch interessante Pilzfunde aus dem Jahr 2008 gezeigt.

Weitere Informationen über Mag. Detlef Prelicz.

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