Wolfshatz

J.G.v. Hamilton

Künstler: Johann Georg de Hamilton, 1672-1737

Datierung: 1715
Material/Technik: Öl auf Leinwand
Eigentümer: Fürstlich Schwarzenberg’sche Kunststiftung Vaduz

Johann Georg de Hamilton stand im Dienst des Adam Franz Fürsten zu Schwarzenberg. Sein Auftrag war es, zehn Darstellungen von Kämpfen zwischen Tieren zu schaffen. Der Mensch als Jäger fehlt in diesem Zyklus völlig.

Der Mythos vom Wolf als Tier, das unberührte Wildnis und weiträumig menschenleere Gebiete braucht, wird heute von der Realität überholt. Es gehört zum normalen Verhalten, wenn Wölfe derzeit hauptsächlich in Mitteleuropa nachts gelegentlich auch Dörfer durchqueren und nach unzureichend geschützten Nahrungsgütern des Menschen greifen. Und zu all den kulturhistorisch auftretenden Gesichtspunkten kommt, dass der Wolf in der Menschheitsgeschichte eigentlich immer als listig, grimmig und verschlagen dargestellt wird.

Im Jagdmuseum Schloss Stainz befindet sich ein Gemälde, dieses gehört zu einer Serie von großformatigen Ölbildern, das die Hundemeute des Adam Franz Fürsten zu Schwarzenberg bei der Wolfshatz (1715) zeigt:

„Im Centrum des Bildes steht ein Wolf auf den Hinterläufen im Kampf gegen drei große Hetzhunde. Zur Rechten ein zweiter Wolf, halbniedergedrückt vom Hunde gehalten, in welcher Lage er nach einem zweiten Hunde beißt, welcher zunächst den ersten Wolf im Genicke faßt.“

Im Dienst Schwarzenbergs

 

Der in Brüssel geborene Maler Johann Georg de Hamilton (1672–1737) entstammte einer ursprünglich schottischen Künstlerfamilie, ehe er 1698 zum ersten Mal nach Wien kam und Kontakt mit Fürst Schwarzenberg bekam. Die Qualität seiner Bilder überzeugte derartig, dass Schwarzenberg den belgischen Maler im Jahr 1710 in seine Dienste nahm und er dadurch den Auftrag bekam, eine Hundemeute zu porträtieren. Die Bilder waren für das böhmische Schloss Ohrad bestimmt.

Tierdarstellung als Kunstobjekt

 

Zu den Auftragsarbeiten von Johann Georg de Hamilton gehören zehn Darstellungen, in denen der Kampf zwischen Tieren dargestellt wird. Darstellungen von Jägern fehlen völlig, das Tier allein wird zum handelnden bzw. leidenden Subjekt. Diese Hetzjagden auf Rehböcke, Rotwild, Damhirsch, Keiler, Fuchs, Bär, Wisent, Luchs und Leopard zeigen „eine solche Perfection in Gestalt und Ausdruck, die meisterhafte Darstellung des bei den Angegriffenen wechselnden Ausdruckes von Zorn, Furcht, Kampfgier und Kraftbewußtsein lassen selbst den findigsten Kritiker keine Handhabe finden.

Der Kopf des einen Bären tritt wie wahres Leben aus dem todten Materiale hervor“, wird in Hugo’s Jagdzeitung aus dem Jahr 1888 diese Gemäldeserie beschrieben, die zu diesem Zeitpunkt im Künstlerhaus in Wien gezeigt wurde. Das Schema und der gestalterische Aufbau dieser zehn eigentlich als Tierkampfszenen zu bezeichnenden Gemälde ist beinahe als gleich anzusehen, die Art, wie hier der Kampf interpretiert wurde, gleicht den Werken flämischer Vorbilder wie Frans Snyders (1579–1657) und Paul de Vos (1596–1678). Diese monumentalen Hundeporträts zeigen die unterschiedlichen Hunderassen, die im 18. Jahrhundert am Hof gehalten wurden. Sie zeigen kräftige Saurüden, Packhunde ebenso wie die Brandlbracke oder das Windspiel.

Text: Mag. Karlheinz Wirnsberger

Der publizierte Beitrag

Jagdmuseum Schloss Stainz, Die Jagd in der Kunst, Ausstellungsansicht
Dauerausstellung

Jagdmuseum Schloss Stainz

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01.01.2014-31.12.2030 > Jagdmuseum

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T +43-3463/2772-16
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