schnittpunkt ist ein offenes, transnationales Netzwerk für AkteurInnen sowie Interessierte des Ausstellungs- und Museumsfeldes

schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis

schnittpunkt sind Martina Griesser-Stermscheg, Christine Haupt-Stummer, Renate Höllwart, Beatrice Jaschke, Monika Sommer, Nora Sternfeld, Luisa Ziaja

Die Museumsakademie gibt es seit 20 Jahren: Können Sie sich an Ihre erste Begegnung mit uns erinnern?

Wir waren jung und als Verein für ausstellungstheorie & praxis erst seit drei Jahren gegründet als Kolleg:innen, deren Lehre und Schriften in der Museologie wir schätzten, die Museumsakademie gründeten. Im selben Feld aktiv, haben wir uns mal mehr, mal weniger bewusst auf einander bezogen und inspiriert. Und so haben wir jeder auf seiner Seite und doch gemeinsam eine kritische Museologie vorangetrieben.

Was verbinden Sie mit der Museumsakademie?

Was wir mit der Museumsakademie verbinden, verbindet uns auch mit ihr: Die große Freude an einem Kontext im Feld der Ausstellungen und Museen, die sich mitten in der zunehmenden Professionalisierung und Managerialisierung, die analytische und kritische Auseinandersetzung nicht nehmen lässt.

Welches Museumsthema war für Sie in den letzten Jahren besonders wichtig? Welche Fragen sehen Sie als besonders relevant im Hinblick auf das Museum von heute und morgen?

Unsere zentrale Frage war und ist, wie die Kritik am Museum im Museum Folgen haben kann. Zum Teil ist hier einiges geschehen. Aber was ist, wenn der Change, also die Veränderung, die hier gemanagt wurde, gar nicht nur zum Besseren war? Wir finden es vor dem Hintergrund dieser Frage wichtig uns mit den Widersprüchen auseinander zu setzen – mit Widersprüchen in Ausstellungen, aber auch mit Widersprüchen in Strukturen von Institutionen und in Diskursen über Museen. Dies betrifft sowohl die Geschichte – also Fragen darüber, was in der neoliberalen, postnazistischen und postkolonialen Kondition der Museen erzählt wird und was ausgespart bleibt – als auch die Gegenwart und Zukunft – etwa Fragen darüber welche Rolle Privatisierung und Finanzialisierung bei der Digitalisierung der Museen spielen. Wir denken daher, darüber nach, wie sich Museen Gewaltgeschichten stellen können, in die sie verstrickt waren und wie das öffentliche Museum als Commons erweitert und geschützt werden kann.

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