Bildinformationen
Datum
06.06.2026
Uhrzeit
16:00 - 18:30
Veranstaltet von
Kunsthaus Graz
Anmeldung Extern
Eintritt frei
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Discussique: Blumen hören ist ein mehrstufiges, interdisziplinäres Projekt des Centre for Artistic Research (CEAR) der Kunstuniversität Graz (KUG) unter der Leitung von Jeremy Woodruff. Es wird im Rahmen der Ausstellungsreihe BLOOM an drei verschiedenen Orten in Graz aufgeführt. Alle drei Termine sind Teil einer künstlerischen Forschung für die und mit der Öffentlichkeit.
In kritischen Diskussionen analysieren Sänger*innen, wie Blumen als weibliches Symbol in der Musik für „Liebe“, „Verlust“, „Resilienz“ oder „Frieden“ in verschiedenen Kulturen unterschiedlich verwendet werden. Die Blumenmetaphern ermöglichen zudem einen intensiven Austausch auf technischer Ebene: Die Musiker*innen beginnen, einander anders zuzuhören und aufeinander zu reagieren. Sie erkennen, wie sich „die Blume“ musiktheoretisch sowie im vokalen bzw. instrumentalen Ausdruck unterschiedlich manifestieren kann.
Bei der letzten Veranstaltung schließt sich eine Gruppe von Instrumentalist*innen der Forschung an. In Workshops werden Ansätze wie das Anhören von Aufnahmen, intensive Panels und Diskussionen, das Zusammenführen musikalischer Fragmente, gegenseitige Imitation sowie schließlich kollaborative Improvisation und Interpretation neu komponierter Werke in einem Konzert erprobt. Dabei werden gemeinsam — im Geist der Kreuzbestäubung — neue Wege des Zuhörens und Musizierens gefunden.
Das Projekt wird umfassend und mit musikwissenschaftlicher sowie musiktheoretischer Sorgfalt dokumentiert. Dabei kommen „Listening“-Konzepte und die Nachverfolgung der Funktionsweise kognitiver Metaphern zum Einsatz, um Geschlechterrollen in der Performance-Technik zu hinterfragen. Die Musiker*innen treten zudem in einen partizipativen Austausch mit dem Publikum, unter anderem über die Liedtexte und die botanische Wissenschaft.
Blühen
06.06.2026, 16-18:30 Uhr, Park Schloss Eggenberg
Wer den Park von Schloss Eggenberg im Juni besucht, begegnet Blumen nicht nur im Garten, sondern auch als zentrales Bedeutungselement der Architektur und Ikonografie. Ausgehend davon verbindet dieses Projekt florale Bildwelten, moralisch-biblische Programme und kosmologische Vorstellungen aus der Zeit des Hauses Eggenberg zu einem spekulativen Konzertformat. In den Räumen der Prinzessin Eleonora erscheinen – für die Epoche ungewöhnlich – weibliche Figuren als Trägerinnen fürstlicher Werte; Blumen fungieren hier als semantische Verbindungslinien. Der Rosenhügel bildet im Juni den sinnlichen Kulminationspunkt. Anhand gartenhistorischer Quellen lässt sich die Entwicklung der Rosenkultur ebenso nachvollziehen wie die Bedeutung der Rose in Europa – von symbolisch aufgeladenen Formen bis zu späteren Hybridzüchtungen.
Musiker*innen:
Marko Ciciliani – elektronische Musik und räumliches Audio
Barbara Lüneburg – Violine
Daniel Fuchsberger – steirisches Volkslied und Gitarre
Anuradha Genrich – südindischer klassischer (karnatischer) Gesang
Ellen Rose Kelly – Mezzosopran
Zsófia Faragó – klassische Klavierbegleitung
Farahnaz Sahebghalam – persischer klassischer Gesang
Sina Shaari – persische klassische Oud-Begleitung und Gitarre
Seydou Traore – traditioneller Gesang und Ngoni aus Burkina Faso
Sarah Weiss – indonesisches Gamelan und Gesang
Julija Novosel – indonesische Gamelan-Begleitung
Weitere Termine:
Anpflanzen
21.03.2026, 15:00-17:30, Botanischer Garten / Universität Graz
Nachsaat
26.09.2026, 16-18:30 Uhr, Kunsthaus Graz
Kooperation mit
Ein Projekt des Centre for Artistic Research (CEAR) der Kunstuniversität Graz (KUG) unter der Leitung von Jeremy Woodruff. In Kooperation mit der Uni Graz.