Planetenbilder

Der Gemäldezyklus des Hofmalers Hans Adam Weissenkircher ist eine große Allegorie des Goldenen Zeitalters unter der Regierung der Familie Eggenberg. Die Bilder der sieben damals bekannten Planeten, zu denen auch der Mond gerechnet wurde, sind Mittelpunkt der Dekoration. Um die zentrale Sonne gruppiert, schmücken sie ein hohes Spiegelgewölbe, in dessen Ecken die Darstellungen der vier Elemente gesetzt sind. Die Wände umzieht der Ring der 12 Tierkreiszeichen, die in großformatigen Ölgemälden präsentiert werden. Die sieben klassischen Planeten stehen gleichzeitig auch für die sieben Wochentage, sieben alchemistischen Metalle, sieben großen Herrschaften der Eggenberger und für die sieben wichtigsten Mitglieder der Familie. Im astrologischen Denken der Zeit hatte jeder Planet unter den Menschen nicht nur seine „Kinder“, sondern auch Pflanzen, Tiere, Mineralien, Orte und Tätigkeiten, Farben und Formen trugen seine Signatur. Alle irdischen Erscheinungsformen ließen sich dabei einem Planeten zuordnen

Jupiter

Jupiter, der Göttervater, erscheint auf Wolkenballen thronend. Die erhobene Rechte präsentiert das Blitzbündel, die Linke empfängt eine goldene Statuette der Pallas als Symbol der Klugheit. Dazu sind ihm drei allegorische Gestalten – Gerechtigkeit, Gnade und kluge Vorsorge – mit den Ordensjuwelen des Goldenen Vlieses zur Seite gestellt. Zur Entstehungszeit des Gemäldes war Johann Seyfried von Eggenberg Regent des Hauses. Daher repräsentiert Jupiter seine Person als Idealbild des Herrschers. Der Adler an seiner Seite ist gleichzeitig das Wappentier der Grafschaft Adelsberg (Postojna).

Venus

Venus ruht, umgeben von Rosenhecken, auf einer Gartenterrasse. Um sie sind Eroten mit den Rosen beschäftigt: Sie schneiden die Blüten, arrangieren sie in Vasen und binden sie zu Kränzen. Cupido selbst schürt im Vordergrund ein Feuer, in dem die abgeschnittenen Dornenzweige verbrannt werden. Als Göttin der Liebe steht Venus für Schönheit und Frieden, regiert den Freitag und das Metall Kupfer. Im Hintergrund des Gemäldes ist ein kleiner Tempel zu erkennen. Am Giebel befinden sich fünf Rosen, das Wappen des Eggenberger Herzogtums Krumau (Český Krumlov). Während der göttliche Regent Jupiter mit Johann Seyfried verbunden wurde, fand seine Gemahlin, Eleonora Rosalia, als Venus, also als Personifikation aller weiblichen Vorzüge, Platz im Rosengarten.

Merkur

Merkur, der Götterbote, bringt höchstpersönlich das Eggenbergische Fürstendiplom zur Erde herab. Drei allegorische Gestalten – Stärke, Klugheit und Verdienst – sind gerade dabei, einen Obelisken mit dem Eggenberger Wappen aufzustellen. Am Himmel über dem Geschehen schweben die fürstlichen Raben mit der Krone. Merkur verkörpert das Idealbild des Botschafters und ist deshalb mit Fürst Johann Anton in Verbindung zu bringen, dem kaiserlichen Gesandten in Rom. Mittwoch wird von Merkur regiert, das Quecksilber ist sein Metall. Das Familienwappen mit den drei Raben symbolisiert in diesem Gemälde die Herrschaft Eggenberg.

Sonne

Das riesige Sonnenbild ist Mittelpunkt der Decke und des Programms. Apoll ist hier mit dem jungen Sohn Johann Seyfrieds, Johann Anton II., in Verbindung zu bringen. Er lenkt die Geschicke der Familie in eine große Zukunft, in ein neues Goldenes Zeitalter. Die weiblichen Figuren im Vordergrund sind Personifikationen seiner Tugenden: Ehre, Freigiebigkeit, Standhaftigkeit, Stärke, Dankbarkeit, Liebe, Frömmigkeit und Treue. Das Gemälde verbindet den Planeten Sonne mit dem Sonntag und dem Metall Gold, dem Wappen der Herrschaft Aquileja und der Allusion auf den jungen Fürsten Eggenberg als Inbegriff der Vollkommenheit und der Hoffnung auf eine glorreiche Zukunft der Familie.

 

 

Schloss Eggenberg

Eggenberger Allee 90
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9532
F +43-316/8017-9555
eggenberg@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Prunkräume:
1. April bis 31. Oktober 2017
nur im Rahmen einer Führung zugänglich

 
Führungen: Di-So, Feiertag um 10, 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr (ausnahmsweise Abweichungen möglich) sowie zusätzlich nach Voranmeldung.

Gruppen ab 7 Personen nur gegen Voranmeldung.

Schlosspark und Gärten:
November-März: täglich 8-17 Uhr
April-Oktober: täglich 8-19 Uhr