Sammlungsgeschichte

Die Ursprünge der Sammlung


Die Sammlung der Neuen Galerie geht im Wesentlichen auf zwei Quellen zurück:

Einerseits die Gemäldegalerie der Ende des 18. Jahrhunderts in Graz gegründeten Ständischen Zeichnungsakademie, welche diese zu Studienzwecken eingerichtet hatte. Neben gezielten Ankäufen unter Josef August Starck (Direktor seit 1817) erfuhr die Sammlung Zuwächse vor allem durch Schenkungen von Erzherzog Johann und der Familie Attems sowie durch Ankäufe des Landes Steiermark. Bedeutende Legate sind jene der Julie von Benedek (1895) und der Brüder Johann und Joachim Sailler, die bedeutende Werke der österreichischen Malerei des 19. Jahrhunderts beinhalteten. Weiters kamen 1841 Leihgaben der kaiserlichen Gemäldegalerie in die Sammlung, von welchen 1872 nach der Errichtung des kunsthistorischen Hofmuseums ein größerer Teil wieder zurückgegeben wurde. Unter dem Galeriedirektor Heinrich August Schwach wurden zudem als wenig qualitätsvoll eingestufte Werke aus der Sammlung wieder ausgeschieden und verkauft.

Die zweite Quelle ist die Kunstsammlung des Joanneums, in welche neben bedeutenden zeitgenössischen Werken des Klassizismus vor allem mittelalterliche Kunstwerke eingeflossen sind, welche für die Sammlung der Neuen Galerie keine Rolle spielen. 

1895 wurden beide Sammlungen im neu errichteten Museumsgebäude in der Neutorgasse, jedoch noch unter getrennter Leitung von Karl Lacher und Heinrich August Schwach untergebracht. 1903 erfolgte deren gemeinsame Ausstellung, 1910 die administrative Vereinigung der Sammlungen zur sogenannten Landesbildergalerie unter Angliederung einer Skulpturensammlung.

1923 erfolgte unter Karl Garzarolli-Turnlackh die Angliederung des 1901 von Franz Wibiral gegründeten Kupferstichkabinetts.

Die für die Sammlung in dieser Periode relevanten Zuwächse erfolgten mit Unterstützung des Landes Steiermark, weiters der 1908 errichteten „Graf Kottulinstky-Stiftung für steirische Künstler“ zum Ankauf zeitgenössischer steirischer Kunst aus Ausstellungen der „Genossenschaft bildender Künstler“ sowie der 1921 gegründeten „Steirischen Gesellschaft zur Förderung der Künste“, welche Werke lebender steirischer Künstler erwarb und an die Landesbildergalerie auslieh. Leihgaben erhielt die Landesbildergalerie auch von der Stadt Graz.

Trennung der Landesbildergalerie in die Alte Galerie sowie in die Neue Galerie


Aus Platzgründen erfolgte 1941 die Trennung der Landesbildergalerie in die Alte Galerie sowie in die Neue Galerie, welche einen neuen Standort im Palais Herberstein in der Sackstraße fand.

Während in den Sammlungsbereich der Alten Galerie die Kunst bis 1800 fiel, übernahm die Neue Galerie die Bestände des 19. und 20. Jahrhunderts.

Die Erweiterung der Sammlung nach der Gründung der Neuen Galerie


Die Sammlungserweiterung nach der Gründung der Neuen Galerie 1941 nahm sowohl auf die schon bestehende Sammlung als auch auf die Erweiterung der Sammlung mit Werken der zeitgenössischen Kunst Bedacht. So wird der 1941 übernommene Bestand bis heute kontinuierlich je nach Gelegenheit und Möglichkeit erweitert, wobei dies naturgemäß Kunst ab ca. 1800 bis in die Zwischenkriegszeit betrifft. Die Erweiterung mit Kunst ab 1945 ist eng mit der Ausstellungsgeschichte der Neuen Galerie verknüpft.

Ab den 1960er-Jahren hat sich die Neue Galerie zu einem Zentrum für aktuelle Strömungen der bildenden Kunst entwickelt, wobei vor allem die von ihr ausgerichteten Ausstellungsreihen der Internationalen Malerwochen in der Steiermark (1966–1992) und der trigon-Biennalen (1963–1992) mit ihrem Fokus auf die Kunstentwicklung in Österreich und seinen unmittelbaren Nachbarländern die programmatische Ausrichtung und den Aufbau der Sammlung bestimmt haben.

Ab den 1990er-Jahren erfolgte eine Internationalisierung der Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit mit einem Schwerpunkt auf der Gegenwartskunst in Europa und den USA. Unter der Leitung von Werner Fenz (1993–1997), später Peter Weibel (1998) und Christa Steinle (1999–2011) lag ein wesentlicher Fokus auf Neuen Medien wie Fotografie, Video und Installationskunst. Mit einem „Artists in Residence“-Programm wurden in der Nachfolge der trigon-Ausstellungen Einzelpositionen aus dem benachbarten Ausland nach Graz geholt.

Die sogenannte „studio“-Reihe der Neuen Galerie Graz bot hingegen jungen, noch nicht etablierten österreichischen Künstlerinnen und Künstlern ein Forum für erste Schritte im musealen Bereich. Seit 2017 wird die „studio“-Reihe in der Neuen Galerie im Joanneumsviertel fortgesetzt.

Das BRUSEUM


Mit dem BRUSEUM kam 2008 ein weiterer Sammlungs- und Forschungsbereich innerhalb der Neuen Galerie hinzu, welcher die wissenschaftliche Aufarbeitung des umfangreichen Schaffens von Günter Brus zum Ziel hat. Das BRUSEUM wurde 2008 auf Betreiben von Peter Weibel begründet. Seitdem wird das umfangrei­che und komplexe Werk von Günter Brus unter Berücksichtigung seines künstlerischen Umfeldes, seiner Inspirationsquel­len und seiner Wirkung auf die Gegenwartskunst mittels Ausstellungen und begleitenden Publikationen, Symposien, Vorträgen, Work­shops bis hin zu Film- und Konzertabenden wissenschaftlich aufgearbeitet.

Generell kann man sagen, dass die Neue Galerie seit den 1960er-Jahren neben regional und national bedeutenden künstlerischen Positionen auch einen wesentlichen Bereich mit Werken von international relevanten Positionen aufgebaut hat und dabei Werke sowohl etablierter als auch weniger bekannter bzw. aufstrebender Künstler sammelt.

Neue Galerie Graz

Joanneumsviertel, Zugang Kalchberggasse
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr


Überblicksführungen
Sa, So, Feiertag, 14 Uhr (de), So, 11 Uhr (en). Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender. Weitere Führungen nach Voranmeldung.

Öffnungszeiten der Bibliothek
Di und Do 10-15 Uhr sowie nach Vereinbarung

Öffnungszeiten OHO!
Di-Sa 10 bis 24 Uhr

 

22. April 2019
22. April 2019
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10. bis 10. Juni 2019 10-17 Uhr
10. Juni 2019

24. bis 25. Dezember
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