Friedrich Gauermann

(1807, Miesenbach, Niederösterreich - 1862, Wien)

Heimkehr im Gewitter am Attersee
1856
Öl/Fichtenholz, 62,6 x 82 cm
R. u.: „F. Gauermann“
1895 Vermächtnis Julie von Benedek
Inv.-Nr. I/498

 

 

Um 1850 erfuhr das dramatische Naturereignis in der Malerei eine Steigerung, was sich unter anderem in einer Häufung von Gewitter- und Sturmlandschaften äußerte. Vor allem die Alpen, das beherrschende Motiv der Landschafter im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts, dienten als Hintergrund bewegter Naturereignisse.
In einem Gewittersturm, der tiefgraue Wolken und Regenböen über das düstere Gebirge und den aufgewühlten See fegt, beeilen sich Mensch und Vieh, den nahen, schützenden Hof zu erreichen. Die Häuser selbst erscheinen abgewohnt. So fehlen einige Dachschindeln (vielleicht als Folge des Sturms) und auch die Fassade weist ein paar schadhafte Stellen auf. Das Pittoreske wird hier zu einer ästhetischen Formel, die Realität bleibt ausgespart. Niemand denkt hier an den heruntergekommenen Bauzustand und die sich daraus ergebenden Probleme für seine Bewohner. Der Betrachter sieht nicht die mangelhaften Zustände von einst, er glaubt im Desolaten vielmehr das Beschauliche zu erkennen.
Gauermanns späte Werke besitzen einen charakteristischen Oberflächenschmelz, welcher alle Elemente der Kompositione, vom schlammigen Boden bis zur Patina des Gehöfts der feinsäuberlichen Glätte seiner Malweise unterordnet und gewissermaßen „veredelt“. Die Figuren der beiden Frauen neben dem Reiter weisen mit ihren Gewändern die klassische Farbtrias Rot-Gelb-Blau auf, ein Motiv, daß auch bei Ferdinand Georg Waldmüller häufig begegnet und das seine charakteristische Ausprägung in der Malerei der Renaissance und des römischen Frühbarock erlebte.
Werke wie dieses sind Erzählungen im besten Sinn, welche das bäuerliche Leben im Rahmen von wirkungsvollen Kunstlandschaften als einzigartige Idylle inszenieren.

Neue Galerie Graz

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