Schenkung „Sammlung Artelier“

Petra Schilcher und Ralph Schilcher im Gespräch
Universalmuseum Joanneum, Neue Galerie Graz

Die von Petra und Ralph Schilcher 1985 gegründete Edition Artelier beendete nach 30 Jahren die Produktion und das Verlegen von Editionen. Die Sammlung serieller Kunst mit mehr als 1.000 Werken und einem Wert von mehr als einer Million Euro ging ab Anfang 2016 als geschlossener Sammlungskomplex in den Bestand der Neuen Galerie Graz am Universalmuseum Joanneum über.

In der Sammlung befinden sich Namen von Künstlergrößen wie etwa John Baldessari, Martin Kippenberger, Peter Kogler, Jörg Schlick, Michael Schuster, Erwin Wurm oder Heimo Zobernig. 

Im Jahr 2019 werden die Werke der Schenkung erstmals in einer Ausstellung in der Neuen Galerie Graz gezeigt. Der entsprechende ‚Letter of Intent‘ wurde heute von Petra und Ralph Schilcher sowie Joanneums-Direktor Wolfgang Muchitsch unterzeichnet.  

Zur Edition Artelier


Aus der Grazer Siebdruckerei von Ralph Schilcher entstand 1985 ein eigener Produktionsbereich für künstlerischen Siebdruck, der in der Folge auf Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitung ausgedehnt wurde. Diese Produktion wurde unter dem Namen Edition Artelier von Ralph Schilcher und seiner damaligen Frau Petra Schilcher geführt. Das Grundprinzip des Arteliers war immer die Einheit der „3 P´s“: production, publishing and presentation. Sowohl die Herstellung als auch die Verlagstätigkeit und die Ausstellung lagen in einer Hand.

In den letzten 30 Jahren entstanden auf diese Art mehr als 500 Editionen nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler, aus denen der Kern der Sammlung gebildet wird. 

Das Artelier produzierte neben den selbstverlegten Editionen auch für eine Reihe von Künstlern und Institutionen, etwa die installativen Arbeiten Peter Koglers für seine zweimalige Teilnahme an der documenta IX (1992) und X (1997) in Kassel. Auch für die Kunst-Biennale in Venedig (1995) produzierte die Edition Artelier.

Zur Schenkung 2015 beendet die Edition Artelier nach 30 Jahren die Produktion und das Verlegen von Editionen. Die Ausstellungstätigkeit wird im Rahmen der Galerie Artelier Contemporary von Petra Schilcher weitergeführt. Um die Kontinuität der in 30 Jahren entstandenen Sammlung serieller Kunst und die Dokumentation der kulturhistorischen Arbeit des Arteliers zu gewährleisten, entschlossen sich Petra und Ralph Schilcher, diese Kunst- und Dokumentationssammlung durch eine Schenkung in die Hände der Neuen Galerie Graz zu legen.

Diese Schenkung der Sammlung Artelier Collection-Sammlung serieller Kunst besteht aus vier Bereichen:
Bei den Werken handelt es sich einerseits um Editionen aus der Eigenproduktion und aus dem Programm des Arteliers. Weiters befinden sich darunter ausgesuchte Kunstwerke aus der Produktion der Werkstatt des Arteliers sowie auch serielle Kunstwerke von Künstlern des Arteliers, die jedoch nicht vom Artelier produziert wurden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil umfasst das Archiv mit jenen Objekten, die die 30-jährige Editionstätigkeit dokumentieren.  
 

Sujet, "Zu viel ist nicht genug!",
Ausstellung

Zu viel ist nicht genug!

Die Schenkung „Sammlung Artelier“

15.02.-25.08.2019 > Neue Galerie Graz

Das Museum würdigt diese großzügige Schenkung mit einer Ausstellung, wobei insbesondere der Stellenwert der seriellen Kunst, das Wesen einer „Kunst ohne Unikat“, im Kontext von Begriffen wie Original und Kopie untersucht wird. mehr...

Neue Galerie Graz

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