Günter Brus, Die große Erdangst

1982

Die dreiteilige Bild-Dichtung trägt die Formensprache der späten 1970er und frühen 1980er-Jahre, die, eingebettet in eine unheilverkündende Atmosphäre, phantastische Fabelwesen hervorbrachte und romantisierende Szenarien entwarf.
Dynamik bestimmt die Bildräume. Der für Brus bezeichnende nervöse Strich, der dem impulsiven schöpferischen Drängen Folge leistet, erschafft autonome Erzählfelder, die sich einer harmonischen Strukturierung des Bildgrunds verweigern.
Das eruptive Entstehen dieses Triptychons – Brus arbeitete ohne Unterbrechung in einem kurzen Arbeitsprozess – ist auch an den Textfragmenten abzulesen, die spontane Gedankenabrisse wie Notizen auf den Hintergrund zu bannen scheinen.
„Engel stammen leider vom Menschen ab“ – was bleibt, scheint die Besinnung auf eine universale, existenzielle Angst zu sein.

Günter Brus
Triptychon (Große Erdangst), 1982
3-teilige Bild-Dichtung
Strichätzung, Aquatinta, Pinselätzung
Druckplatte: je 91 x 60 cm, Papier: je 111 x 70 cm, Auflage: 15 Exemplare
Hrsg.: Galerie Heike Curtze, Wien – Crown Point Press, San Francisco
2008, Ankauf aus dem Kunsthandel durch ein Sonderbudget des Landes Steiermark
Inv.-Nr. II/39180_1-3

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