Catrin Bolt:

Recherche zum Foto- und Videoprojekt „Plastiklandschaften“

 

Die Darstellung von Landschaft unterliegt verschiedensten Sichtweisen auf Natur und Umwelt. In unterschiedlichen Gesellschaften, Zeiten und Traditionen wird Landschaft mit wechselnder Ideologie vermittelt. Sie kann als Hintergrund und Kulisse, als gestalteter Lebensraum und fruchtbares Land oder als gefahrvolle Natur dargestellt werden. Auch die Medien, über die Landschaft gezeigt wird, sind sehr vielfältig – in religiösem Zusammenhang und christlichen Szenen, auf Alltagsgegenständen, als Bildschirmhintergrund oder als Filmkulisse – mit dem Träger des Bildes ändert sich auch der Kontext und dessen Aussage.

 

In meinem Projekt Plastiklandschaften entwickle ich Landschaften aus gefundenem Plastikmüll, die als Fotoserie und Video umgesetzt werden. Durch die optische Auseinandersetzung mit Landschaftsdarstellung konnte ich Anregungen für meine Gestaltung von Landschaften aus Plastikfolien finden, die ich weg von einer klassischen Darstellung hin zu abstrakteren Landschaften führen möchte, die Dramatik statt Ästhetik vermitteln. Die inhaltliche Recherche hat mir die Möglichkeit gegeben, die Arbeit thematisch weiterzuführen, zu positionieren und kontextuelle Möglichkeiten der Präsentation zu überlegen. Da ich mich in meiner künstlerischen Praxis mit Methoden der Präsentation von Kunstwerken auseinandersetze und immer wieder versuche, diese zu hinterfragen und neue Möglichkeiten des Ausstellens in Alltagsräumen zu finden, waren viele Details in der Recherche spannend für mich, wie zum Beispiel die Darstellung von Landschaften als Hintergrund, auf Gebrauchsgegenständen, wie auch das Wohnen im Schlosspark Eggenberg, der als gestaltete Natur in der Geschichte der Darstellung von Landschaft ebenfalls eine Rolle spielt.

 

 

 

 

Kurzbiographie: 

1997 bis 2003 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien; in dieser Zeit Zusammenarbeit mit Marlene Haring als Halt+Boring. Seit 2003 diverse Einzelausstellungen und Projekte im öffentlichen Raum (Auswahl): 2003 Vor deiner gebrochenen Nase, Galerie 5020, Salzburg (A); 2006 die verlorene gute Laune, Österreichisches Kulturforum, Warschau (PL); 2010 Mahnmal zu den zwei Zwangsarbeitslagern Viehofen, St. Pölten (A). Erster Preis im Wettbewerb „Film zum Stollen Gusen in St. Georgen“, BIG Art (A), 2014. 2015 Otto-Mauer-Preis. 2016 Umsetzung der Ehrenmäler für Marie Jahoda und Elise Richter im Arkadenhof der Universität Wien.

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