Antonie Wiedemann:

Wilhelm Suida und die Entdeckung der Genueser Kunst. Auf den Spuren eines ehemaligen Direktors des Universalmuseums Joanneum

Das vorliegende Promotionsprojekt hat zum Ziel, die Rolle des österreichischen Kunsthistorikers und ehemaligen Direktors des Landesmuseums Joanneum Wilhelm Suida (1877-1959) für die Erschließung der Genueser Kunst zu untersuchen. Seine 1906 erschienene Monographie Genua stellte eine entscheidende Neuerung für die Erforschung der bis dahin nur aus der barocken Kunstliteratur und aus Reiseberichten bekannten Scuola Genovese dar und lieferte wichtige Anstöße für die Modernisierung der Genueser Galerien. Darüber hinaus soll erforscht werden, wie die Genueser Kunst in diesem Kontext immer mehr zum Objekt kunsthistorischen Interesses für die italienische und europäische Wissenschaft wurde. In diesem Zusammenhang wird auch Suidas Schaffen als Direktor des Joanneums, das er neu ordnete und dessen Katalog er 1923 veröffentlichte, in den Blick genommen. Ebenso soll seine Tätigkeit als Kurator bei der Kress Foundation in New York (ab 1939) und Berater zahlreicher amerikanischer Sammler in den in den Kontext der Wandlungen der Fachgeschichte durch die Emigration europäischer Kunsthistoriker eingeordnet werden.
Im Rahmen dieses Projekts wird eine unvollständige und teils fehlerhafte handschriftliche Übersetzung von Suidas Genua kritisch editiert und dem italienischen Publikum zugänglich gemacht.

 

 

 

Kurzbiographie

 

Seit 2010 Promotion an der Universität Genua (Stipendium der Kulturstiftung Carige) über die Rolle des Kunsthistorikers Wilhelm Suida für die Entdeckung der Genueser Kunst. Studium (2001-2008) der Europäischen Kulturgeschichte, der Vergleichenden Kulturwissenschaft und der Neueren Geschichte an den Universitäten Augsburg, Pisa und Genua. Zwischen 2003 und 2006 am Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben als wissenschaftliche Hilfskraft beschäftigt. Zwischen 2008 und 2010 im Fortbildungs- (Lifelong Learning Center der UniCredit-Gruppe) und Kulturbereich (Projekt Genova Cittá Digitale der Stadt Genua) tätig.

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