Vierfache Talerklippe

Paris Graf Lodron (1586-1653), Erzbistum Salzburg

Bildinformationen

Material

Silber

Gewicht

113,98 g

Seitenlängen

82–84 mm

Datierung

1628

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„Klippen“ sind Münzen mit eckigen Schrötlingen. Das Wort geht auf den schwedischen Ausdruck „klippa“, „mit der Schere schneiden“, zurück und bezieht sich auf die Herstellung der Münzrohlinge, die mit einer starken Schere aus einem Metallstreifen ausgeschnitten wurden.

Eine vierfache Talerklippe ist eine der ganz großen Raritäten des joanneischen Münzkabinetts. Sie hat die Form eines annähernd gleichseitigen Dreiecks, dessen Seitenlängen zwischen 82 und 84 mm betragen. Die Kanten der Schrötlinsplatte sind nicht exakt geschnitten. Das Stück weist einen Schrötlingsriss auf und zeigt Hammer- und Justierspuren.

Die Klippe bietet auf der Vorder- und Rückseite Darstellungen, die wir von Münzen kennen, die anlässlich der feierlichen Einweihung des neuen Salzburger Doms im Jahr 1628 geprägt wurden.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das aufgrund seiner Form und seines Gewichts einzigartige Stück bereits in den ersten Jahrzehnten des Joanneums in die Münzensammlung gekommen. Vermutlich geht es direkt auf den Stifter des Joanneums, Erzherzog Johann, zurück.

Vorder- und Rückseite

Die Vorderseite zeigt die Bischöfe Rupert und Virgil, wie sie das Fassadenmodell des neuen Domes, dessen Türme zwischen der Jahreszahl 16 – 28 stehen, über einem Wolkenbogen halten. Unter den Heiligenattributen, einem Salzfass und einem Kirchenmodell, ist jeweils ein Engelsköpfchen angebracht. Unter dem Wolkenbogen befindet sich das vom Legatenhut bekrönte, ovale, geteilte Wappen (oben Salzburg, unten Lodron). Die Umschrift „ECCLES(ia) METROP(olitana) SALISB(urgensis) DEDICATUR 25 SEPT(embri) A PARIDE ARCHIE(piscopo)“ gibt an, dass die Domweihe am 25. September von Erzbischof Paris Graf Lodron (1586-1653) zelebriert wurde.

 

Auf der Rückseite tragen acht Bischöfe auf einer Baldachintrage einen Reliquienschrein. Sie werden von zwei Ministranten mit Rauchfass begleitet. Der Text der Umschrift „SS(ancti) RVPERTVS ET VIRGILIVS PATRONI TRANSFERVNTVR 24 SEPT(embri)“ erklärt, dass am 24. September die Gebeine der heiligen Diözesanpatrone Rupert und Virgil in den neu erbauten Dom überführt wurden.

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