Pulverhörner, Zündkrautflaschen und Patronenköcher

Süddeutsch und steirisch, 16./17. Jahrhundert

Pulverhorn, steirisch, 17. Jahrhundert. Foto: UMJ/N.Lackner

In Pulverhörnern oder auch Pulverflaschen wurde Schwarzpulver (Schießpulver) aufbewahrt. Aus diesen Behältern füllte man das Schwarzpulver als Treibladung in den Lauf eines Vorderladers, vor dem Einbringen des eigentlichen Geschosses bzw. der Kugel.

Diese Behälter wurden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt und hatten unterschiedliche Formen. So gab es die ursprüngliche Form des Rinderhornes aus Horn oder aus Holz nachgebildet, runde Behälter aus Holz sowie Behälter aus Blech, die mit Samt überzogen wurden.

Pulverflasche, steirisch, 17, Jahrhundert. Foto: UMJ

In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und noch im frühen 17. Jahrhundert waren trapezförmige Pulver- und Zündkrautflaschen in Verwendung. Sie wurden mit Leder oder zum Teil auch mit Brokatstoffen überzogen. Aus dem Zeughausinventar von 1596 geht hervor, dass dafür alte Messgewänder herangezogen wurden.

Pulverflaschen, Augsburg, 16. Jahrhundert. Foto: UMJ

Pulverhörner und Pulverflaschen wurden im 17. Jahrhundert meist zusammen mit Zündkrautflaschen getragen. In ihnen wurde das Zündkraut aufbewahrt, das bei Vorderladern zur Zündung des Schwarzpulvers verwendet wurde. Pulverhörner, Pulver- und Zündkrautflaschen wurden an Schnüren angehängt oder mittels eines Hakens in den Gürtel gesteckt.

Patronenköcher, süddeutsch, 16. Jahrhundert. Foto: UMJ

Patronenköcher bestehen aus Blechhülsen mit einem Deckel, in welchen sich ein Holzeinsatz befindet. In diesen konnten fünf bis sechs mit Pulver gefüllte Papierhülsen aufbewahrt werden. Damit erübrigte sich das Einfüllen und Abmessens der richtigen Menge an Pulver aus der Pulverflasche: die Papierhülse konnte aufgerissen und direkt in den Lauf gestopft werden.

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