Milica Tomić

Aflenz Memorial

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Veranstaltet von

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

Treffpunkt

Retzneierstraße, 8435 Wagna-Aflenz

Kuratiert von

Gabriele Mackert

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Über das
Projekt

Nach dem künstlerischen Konzept von Milica Tomić (* 1960) entsteht am Ort des Außenlagers des KZ Mauthausen in Leibnitz/Aflenz ein begehbares Landschaftsdenkmal, das Geschichte, Erinnerung und Gegenwart verbindet.

 

 

Ein lebendiges Memorial

 

Das Aflenz Memorial der international renommierten Künstlerin Milica Tomić entsteht an einem Ort, an dem die Geschichte des ehemaligen Lagers jahrzehntelang von Maisfeldern überdeckt war. Das Aflenz Memorial macht diese verdrängte Vergangenheit wieder sichtbar und schafft einen lebendigen Erinnerungsraum. Wege entlang der ehemaligen Lagergrenzen machen die Dimensionen des Areals erfahrbar. Der frühere Appellplatz und eine Baracke werden im Gelände markiert und zugänglich gemacht.

Tomić versteht den Boden als Archiv, weil er Spuren der Vergangenheit bewahrt. Bei einer archäologischen Ausgrabung wurden historische Samen entnommen und analysiert. Sie sollen zur Markierung des gesamten Lagergeländes gepflanzt werden. Keime und verborgene Geschichten kommen wieder an die Oberfläche und verwachsen zu einer Landschaft. So wird die Natur selbst zum Träger der Erinnerung und macht sichtbar, was sich im Boden eingeschrieben hat. 

Das Aflenz Memorial versteht sich als lebendiges Mahnmal. Es rekonstruiert die Vergangenheit nicht, sondern macht sie im Alltag erfahrbar. Das Gelände bleibt Teil der Gegenwart. Ein Bereich wird weiterhin landwirtschaftlich genutzt und symbolisiert den Dialog zwischen Vergangenheit und heutiger Nutzung. Das Konzept sieht eine fünfjährige Fruchfolge vor. Die Erträge werden von der Gemeinde geerntet und verarbeitet. Durch Pflege der Pflanzen, Beteiligung der lokalen Bevölkerung und kontinuierliche Auseinandersetzung entsteht ein Ort des Lernens, der Erinnerung und der Reflexion. 

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Geschichte

 

1944 errichteten Gefangene des KZ Mauthausen in Aflenz an der Sulm ein Außenlager, um die Rüstungsproduktion des in Graz und Thondorf bei Graz ansässigen oberösterreichischen Konzerns Steyr-Daimler-Puch AG in unterirdischen Steinbrüchen vor Bombenangriffen zu schützen. Das Lager befand sich auf einer Wiese schräg unterhalb des sogenannten Römersteinbruchs. Das gesamte Areal war Sperrgebiet, die Zufahrtsstraße von Wagna vom sogenannten Wächterhaus begrenzt. Bis Juli 1944 wurden 8.000 m² Stollenfläche ausgebaut.

Insgesamt mussten dort wohl über 1.000 Männer Sklavenarbeit leisten. Die Gefangenen stammten überwiegend aus der Sowjetunion, Polen, dem Deutschen Reich sowie dem damaligen Jugoslawien, Spanien, Italien und Frankreich. Die KZ-Häftlinge litten unter extremen Arbeitsbedingungen sowie Misshandlungen. In der Zeit des Bestehens kamen mindestens 81 namentlich bekannte KZ-Häftlinge ums Leben. Nach 1945 wurden drei Massengräber exhumiert. Jenseits dessen lag ein großes Arbeitsdienstlager, in dem auch rund 2.000 Zwangsarbeiter*innen interniert waren. 

Seit Jahrzehnten überlagert Landwirtschaft die Geschichte. Von den Bauten des Konzentrationslagers sind keine sichtbaren Überreste mehr vorhanden. In der Landschaft ist nichts erkennbar, das auf die stattgefundenen Verbrechen hinweist. Das Gelände steht seit 2019 unter Denkmalschutz.

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Ein LEADER-Projekt von ASIST (Archäologisch Soziale Initiative Steiermark) mit KiöR (Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark)

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