Johann Seyfried

1644-1713

Erstmals in der Geschichte der Familie scheint mit zwei Söhnen in einer Generation die Erbfolge besser abgesichert. Doch hat das Bruderpaar Johann Christian und Johann Seyfried die Geschicke des Hauses nur wenig glücklich geführt. Nach dem begonnenen Studium an der Grazer Universität begaben sich beide auf eine gemeinsame Kavalierstour durch ganz Europa. Nach der Mündigkeitserklärung der beiden Brüder begannen jedoch ernsthafte Auseinandersetzungen.

 

Da es nach dem unerwartet frühen Tod Johann Antons I. keinen rechtsgültigen letzten Willen gab, kam es zwischen seinen beiden Söhnen Johann Christian und Johann Seyfried wegen der Teilung des väterlichen Erbes zu jahrelangen Differenzen. Man einigte sich schließlich auf eine gleichwertige Teilung des Erbes. Johann Christian erhielt die böhmischen Länder mit der Residenz in Krumau und Johann Seyfried entschied sich für die innerösterreichischen Besitzungen mit dem neuen Grazer Schloss.Gradisca wurde im Namen beider Brüder regiert.

 

Johann Seyfried legte sein Hauptaugenmerk auf die prachtvolle Ausgestaltung der ihm zugesprochenen innerösterreichischen Güter, vor allem auf die Fertigstellung der Grazer Residenz. Unter seiner Regentschaft erhielt Schloss Eggenberg auch seine erste prunkvolle Ausstattung und die erste Gartenanlage. Die wohl wichtigste Aufgabe erfuhr Johann Seyfried als Gastgeber der kaiserlichen Braut Kaiser Leopolds I. im Jahre 1673. Weder für sein fürstliches Mäzenatentum, noch für die Gestaltung des kaiserlichen Besuches scheute Johann Seyfried Kosten.

Während sein Bruder Johann Christian als vorbildlicher Wirtschafter seine Güter in Krumau zu vermehren wusste, schien Johann Seyfried das wirtschaftliche Talent seiner Familie nicht geerbt zu haben. Binnen weniger Jahrzehnte ruinierte er sich fast vollständig. Nur durch den Verkauf verschiedenster Besitzungen und durch die engen Verbindungen zum Kaiserhaus konnte er sich immer wieder retten.

 

Nach dem Tod Johann Christians erhielt Johann Seyfried als Universalerbe die Einkünfte aus den böhmischen Ländereien, wodurch sich seine finanzielle Lage wieder entspannte. Johann Seyfried starb im Dezember 1713 im Alter von 69 Jahren in Schloss Waldstein nördlich von Graz. Auch er wurde in der fürstlichen Familiengruft bei den Minoriten beigesetzt.

Schloss Eggenberg

Eggenberger Allee 90
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9532
F +43-316/8017-9555
eggenberg@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Prunkräume:
1. April bis 31. Oktober 2017
nur im Rahmen einer Führung zugänglich

 
Führungen: Di-So, Feiertag um 10, 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr (ausnahmsweise Abweichungen möglich) sowie zusätzlich nach Voranmeldung.

Gruppen ab 7 Personen nur gegen Voranmeldung.

Schlosspark und Gärten:
November-März: täglich 8-17 Uhr
April-Oktober: täglich 8-19 Uhr