Bürgerliche Anfänge

Die Herkunft der Familie Eggenberg ist trotz zahlreicher Versuche bis heute nicht vollständig geklärt. Das erste nachweisbare Mitglied der Familie ist Ulrich Eggenberger († 1448), der in seiner Funktion als Grazer Stadtrichter erstmals 1432 urkundlich erwähnt wird. Unter seinen beiden Söhnen Hans († 1481) und Balthasar († 1493) teilte sich die Familie in zwei Linien. Hans begründete die Radkersburger (später Ehrenhausener) Linie und Balthasar die Grazer Hauptlinie.

 

Balthasar Eggenberger († 1493)

Das ganze Mittelalter hindurch war es allein Angehörigen der etablierten Adelsfamilien möglich, den Dienst bei Hofe anzutreten und damit zu Macht und Einfluss zu gelangen. Diese feste soziale Ordnung änderte sich gegen Ende des Mittelalters. Es schlug die Stunde der Aufsteiger. Tüchtigkeit, oft gepaart mit Rücksichtslosigkeit, ließ zunehmend Männer bürgerlicher Herkunft eine erstaunliche Karriere durchlaufen. Ihre Vorteile bestanden vor allem in den Erfahrungen auf wirtschaftlich-administrativen Gebieten, denn der Finanzbedarf der fürstlichen Höfe im Spätmittelalter stieg zunehmend. Auch Balthasar Eggenberger gehört in diese Reihe bürgerlicher Aufsteiger. Nach dem Tod seines Vaters erhielt er ein stattliches Vermögen übertragen und führte die wirtschaftlich äußerst ertragreichen Handels- und Münzgeschäfte weiter. Der oft in Graz residierende Kaiser Friedrich III. machte Balthasar zum Münzmeister von Graz, Laibach und St. Veit an der Glan. Diese Schlüsselposition an der Spitze des kaiserlichen Finanzwesens verhalf ihm – wenn auch nicht immer ganz legal – zu einem riesigen Vermögen. Auf Veranlassung des Kaisers begann er mit der Herstellung minderwertiger Pfennigmünzen, so genannter „Schinderlinge“, was letztlich zu einer schweren Inflation in den österreichischen Ländern führte – einer Zeit der rapiden Geldentwertung, die einem Staatsbankrott gleichkam. Um drohenden Schuldzuweisungen zu entgehen, floh Balthasar mit einem großen Vermögen nach Venedig, wurde nach seiner Rückkehr vom Kaiser jedoch neuerlich zum Münzmeister der Prägestätte Graz bestellt.

 

Als seine Beziehungen zu Friedrich III. instabil wurden, wechselte er die Seite und trat als Oberkammergraf, also höchster Beamter der ungarischen Münzbezirke, in den Dienst von Friedrichs gefährlichstem Gegner, dem Ungarnkönig Matthias Corvinus, der Eggenberg auch in den Adelsstand erhob. Von Corvinus („corvus“ lat. für Rabe) stammt wohl auch das neue, in seinen Formen bereits adelige Wappen der noch bürgerlichen Familie Eggenberg: drei gekrönte Raben, die eine Krone tragen. Trotz dieses Aufstieges verbrachte Balthasar die letzen Tage seines Lebens im Verlies der Grazer Burg. Der Grund seiner Inhaftierung und die Umstände seines Todes im Jahre 1493 blieben bis heute ungeklärt.

In der Nachfolge Balthasars etablierten sich die Eggenberger im 16. Jahrhundert als Bürger und Handelsherren in Graz und der Südsteiermark, ohne ihre Standesgrenzen zu überschreiten oder besonders ins Licht der Öffentlichkeit zu treten. Wesentlich zum weiteren Aufstieg der Familie trug General Ruprecht von Eggenberg († 1611) aus der Ehrenhausener Linie bei, dessen militärische Verdienste im Kampf gegen die Osmanischen Türken zur Erhebung der gesamten Familie in den Freiherrenstand führten. Wirkliche Bedeutung erlangte die Familie Eggenberg aber allein durch ihr außengewöhnlichstes und erfolgreichstes Mitglied, General Ruprechts jungen Grazer Vetter, Hans Ulrich.

Schloss Eggenberg

Eggenberger Allee 90
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9532
F +43-316/8017-9555
eggenberg@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Prunkräume:
1. April bis 31. Oktober 2017
24. März  bis 31. Oktober 2018 
nur im Rahmen einer Führung zugänglich

 
Führungen: Di-So, Feiertag um 10, 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr (ausnahmsweise Abweichungen möglich) sowie zusätzlich nach Voranmeldung.

Gruppen ab 7 Personen nur gegen Voranmeldung.

Schlosspark und Gärten:
1. April - 31. Oktober: täglich 8-19 Uhr
1. November - 23. März: täglich 8-17 Uhr  
1. Jänner 2018: ausnahmsweise 10-17 Uhr
24. März  bis 31. Oktober 2018: täglich 8-19 Uhr
November 2018 - März 2019: täglich 8-17 Uhr