Moderne in dunkler Zeit

Widerstand, Verfolgung und Exil steirischer Künstlerinnen und Künstler 1933–1945

24.03.-15.08.2001


Eröffnung: 23.03.2001, 19 Uhr
Kuratiert von: Günther Holler-Schuster

04.05.2001, Susanne Wenger im Gespräch mit Prof. Wolfgang Denk und Günter Eisenhut. (Siehe auch: Programm zur Ausstellung)

Ursprünglich bis 30.06.2001, verlängert bis 15.08.2001.


Diese Ausstellung ist eine Korrektur. Sie korrigiert ein Geschichtsbild und die Kunstgeschichte. Sie gibt der Steiermark eine vergessene, verdrängte, vertriebene und verbotene Moderne wieder zurück. Moderne und Steiermark gelten erst ab dem steirischen herbst (seit 1966) als Synonyme, aber primär nicht für die Produktion, sondern für die Vermittlung. Für die Entwicklung der Moderne, die ja vorwiegend in der ersten Jahrhunderthälfte stattfand, gab es scheinbar aus der Steiermark keine Beiträge von nationaler, geschweige internationaler Bedeutung. Diese Ausstellung zeigt das Gegenteil. Aber sie zeigt auch, daß mehr als eine ganze Generation nicht nur um ihr Leben, sondern auch um ihre Kunst gebracht wurde. In dieser Ausstellung wird erstmals erfahrbar, wie groß der Beitrag zur Moderne in der Steiermark gewesen wäre, hätten Politik und Gesellschaft ihn gewährt.

 

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist für ein Land von grundlegender Wichtigkeit. Selbstdefinition, Selbstbewußtsein sowie die Möglichkeit zur Identifikation sind davon abhängig. Gerade wenn es um Abschnitte innerhalb einer historischen Entwicklung geht, die wenig ruhmreich, ja tragisch waren, ist die Suche nach Wahrheit und die objektive Darstellung der Ereignisse von grundlegender Bedeutung. Aufrichtige Schuldbekenntnisse erst ermöglichen einen freien Blick in die Zukunft.

 

Die Position des offiziellen Österreich gegenüber seiner Geschichte, gerade was die Geschehnisse der ersten Hälfte des eben vergangenen Jahrhunderts betrifft, war und ist in einem hohen Maße ambivalent und problematisch. Die Wertschätzung jener Personen, die sich sehr früh schon gegen den Nationalsozialismus und seine mit Worten nicht ausdrückbare Menschenverachtung und Grausamkeit positioniert haben, muß ungeteilt sein.

 

In diesem Sinne ist das Projekt "MODERNE IN DUNKLER ZEIT - Widerstand, Verfolgung und Exil bildender KünstlerInnen in der Steiermark 1933-1945" nicht nur eine Aktivität, die sich ausschließlich um Aspekte der bildenden Kunst kümmert. Vielmehr soll dieses Forschungsprojekt (Ausstellung und Katalogbuch) ein Beitrag zur steirischen Kultur- und Sozialgeschichte im Zeitraum von 1933-1945 sein.

 

Erstmals wird ein Überblick versucht über jene steirischen KünstlerInnen, die unter der Verfolgung der Nationalsozialisten zu leiden hatten oder in den Widerstand bzw. ins Exil gingen. Auch die sozialhistorischen Implikationen ihrer Lebensläufe in der Steiermark sowie in den jeweiligen Exilländern werden dabei erfaßt. Es gab bis heute keine ernsthaften Versuche einer Gesamtdarstellung, wer in der Steiermark während der NS-Zeit Malverbot hatte, wem die Beteiligung an Ausstellungen verwehrt wurde, wer ausgegrenzt, verfolgt, zwangsrekrutiert, inhaftiert wurde. Dasselbe gilt für die in Österreich noch viel zuwenig aufgearbeitete Zeit des "Ständestaates". Hier fehlt ebenso ein Überblick über das Vorgehen gegen missliebige KünstlerInnen. Der Aufbruch in die Moderne in den 20er Jahren machte eine internationale Orientierung, auch innerhalb der steirischen Kunstentwicklung, möglich.

 

Mit dem Austrofaschismus begann die Verengung des geistigen Klimas und die Betonung des "bodenständig Österreichischen". Der wenig selbstbewußte österreichische Staat versuchte sich u.a. über die Kunst national zu definieren. Nach dem Anschluß an das Deutsche Reich wurden der Moderne alle Möglichkeiten genommen. Kunst hatte nur mehr die eine Aufgabe: der verbrecherischen Ideologie des Nationalismus zu dienen. Die Herrschaft der Nationalsozialisten wirkte sich katastrophal auf die steirische Kunst aus. Die Vertreibung der jüdischen Künstler und Sammler, das Verbot der modernen Kunst und das ungeheure Elend des Kriegs wirkten sich verheerend aus.

 

Die Auswirkungen des stilistischen Druckes durch die Diffamierung moderner Kunst als "entartet" waren für die KünstlerInnen besonders folgenschwer. Nur wenigen gelang es, auch in dunkelsten Zeiten eine Kunstausübung im Sinne der internationalen Moderne weiterzuführen. Im Verborgenen nur konnte das möglich sein, hatte man doch mit schlimmsten Strafmaßnahmen zu rechnen. Der Begriff "Kultureller Widerstand" trifft auf diese Künstlerinnen und Künstler zu.

 

Aktiv im politischen Widerstand exponierten sich nur einige KünstlerInnen. In vielen Fällen bedeutete das den Verlust des eigenen Lebens. Der Weg ins Exil von England, Israel bis Amerika, Brasilien oder Angola, blieb oft die einzige Möglichkeit, eine avancierte Kunstausübung fortsetzen zu können.

 

Nach der Befreiung vom Faschismus wurde die Verbindung zu den internationalen Entwicklungen in der Kunst wieder gesucht. Vielfach wurde versucht, an die Entwicklung von vor 1938 anzuknüpfen, was oft ein Scheitern beinhaltete. Zu massiv waren die Wirkung der jahrelangen Abschottung und der Mangel an Information. Im Moment der Aneignung der versäumten Entwicklung mußten die KünstlerInnen diese gleichzeitig überwinden, um international Relevanz zu erreichen. Für viele war das angesichts der Auswirkungen des jahrelang vorausgegangenen Drucks nicht mehr möglich. Totale Verelendung und Freitod waren das tragische Ende vieler Biografien.

 

Der Anreiz, aus dem Exil wieder nach Österreich zurückzukehren, war für viele KünstlerInnen nicht spürbar. Das offizielle Österreich bemühte sich zu wenig, die Vertriebenen wieder heim zu holen und ihnen wenigstens teilweise Wiedergutmachung zukommen zu lassen. So kamen viele nie mehr zurück und einige sehr spät. Nur wenige konnten erneut Kraft schöpfen und eine kompromißlose Entwicklung ihrer künstlerischen Praxis wieder aufnehmen. Unmittelbar nach Kriegsende verbesserte sich zwar das geistige Klima, aber ab 1948 konnten "alte Seilschaften" und deren faschistische Tendenzen wieder an Macht und Einfluß gewinnen. Erneut war die Moderne in eine Außenseiterposition geraten. Erst Ende der 60er Jahre konnte auch in der Steiermark eine geistige Öffnung entgültig etabliert werden.

 

Den teilweise ganz vergessenen KünstlerInnen und vielen nur teilweise korrekt rezipierten Positionen soll dieses Projekt, zwar verspätet, aber doch einen Teil an Wertschätzung und Anerkennung wiedergeben. Diese Ausstellung und dieses Katalogbuch sollen eine in vielen Bereichen neue Sichtweise auf die steirische Kunstgeschichte ermöglichen - abseits eines engen Patriotismus für eine freie weltoffene Gesinnung und Kunsteinstellung.

(Günter Eisenhut, Günther Holler-Schuster, Peter Weibel)

Ausstellungsarchitektur: Erika Thümmel Leiter des Forschungsprojektes: Peter Weibel Idee, Recherche: Günther Eisenhut


Dieses Projekt wurde vom Land Steiermark, der Österreichischen Nationalbank, der Stadt Graz und dem Bundeskanzleramt großzügig unterstützt.


Soirée am 28.6., 19 Uhr: Uraufführung von Günther Eisel mit dem ALEA-Quartett und Texte von Künstler der Ausstellung


Ausstellungskatalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, herausgegeben von Günter Eisenhut und Peter Weibel, 600 Seiten, ca. 800 Abb. in SW und in Farbe, Verlag Droschl, Graz, ISBN 3-85420-578-3

 

Führungen: So 11 Uhr, Do 18 Uhr und gegen Voranmeldung Voranmeldung für Gruppen unbedingt erforderlich (Tel.: ++43-316-829155-9311, Christian Krump)

 

KünstlerInnen:

Friedrich Aduatz, Hans Bauer, Ferdinand Bilger, Margret Bilger, Maria Biljan-Bilger, Norbertine Bresslern-Roth, Leo Diet, Anny Dollschein, Herbert Eichholzer, Hans Fronius, Anselm Grand, Josef Heu, Axl Leskoschek, Ida Maly, Peter Richard Oberhuber, Ernst Paar, Rudolf Pointner, Gertrud Ring, Thomas Ring, Walter Ritter, Franz Rogler, Franz Schacherl, Wolfgang Schaukal, Paul Schmidtbauer, Mela Spira, Alexander Stern, Oskar Stössel, Eugen Székely, Wilhelm Thöny, Kurt Weber, Susanne Wenger, Nic Wenky, Alfred Wickenburg, Karl Wiener, Grete Zahrastnik Friedrich Aduatz, Hans Bauer, Ferdinand Bilger, Margret Bilger, Maria Biljan-Bilger, Norbertine Bresslern-Roth, Leo Diet, Anny Dollschein, Herbert Eichholzer, Hans Fronius, Anselm Grand, Josef Heu, Axl Leskoschek, Ida Maly, Peter Richard Oberhuber, Ernst Paar, Rudolf Pointner, Gertrud Ring, Thomas Ring, Walter Ritter, Franz Rogler, Franz Schacherl, Wolfgang Schaukal, Paul Schmidtbauer, Mela Spira, Alexander Stern, Oskar Stössel, Eugen Székely, Wilhelm Thöny, Kurt Weber, Susanne Wenger, Nic Wenky, Alfred Wickenburg, Karl Wiener, Grete Zahrastnik  

Friedrich Aduatz

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Maler und Grafiker Pula

1907 - 1994 Voitsberg

Friedrich Aduatz war Lehrer von Beruf. Neben seiner Tätigkeit besuchte er die Abendkurse an der Kunstgewerbeschule und an der Landeskunstschule, an der Wilhelm Thöny ihn unterrichtete. In den 30er Jahren wurde er Mitglied der Sezession Graz und des Hagenbundes in Wien, den damals für die Moderne besonders wichtigen Künstlervereinigungen in Österreich. Er war bekannt für seine abstrahierende Malweise und sozial engagierte Grafik, was ihn veranlasste, die Anfang 1938 zur letzten Hagenbund-Ausstellung eingesandten Bilder nach deren Verbot durch die Nationalsozialisten nicht mehr abzuholen. Er fühlte sich als "entarteter Künstler" und als Lehrer mit sozialistischer Vergangenheit existenziell bedroht und wurde Mitglied der NSDAP, um sich abzusichern. Gleichzeitig dokumentierte er seine wirkliche Einstellung durch resistentes Verhalten und in regimekritischen Bildern, deren Auffindung während der NS-Herrschaft ihn der Verfolgung durch die Gestapo ausgesetzt hätte.

Dass er nach dem Kriegsende fast unmittelbar an das vor 1938 erreichte künstlerische Niveau anzuknüpfen vermochte, war Ausdruck seiner geistigen Ungebrochenheit und Voraussetzung dafür, dass er durch seine abstrakten und informellen Arbeiten in den 50er und 60er Jahren internationale Bekanntheit erreichte: Er wurde 1956 und 1958 zu den wichtigen Ausstellungen österreichischer Malerei in Amsterdam und Montevideo eingeladen.

Hans Bauer

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Maler und Grafiker

Graz 1915 - 1947 Graz

Hans Bauer war Lithograph, studierte an der Grazer Kunstgewerbeschule bei Alfred Wickenburg und an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Sterrer. Er hielt sich zwischen 1936 und 1938 mehrmals in Wien auf und arbeitete bei dem Wiener Grafiker Victor Slama, als in dessen Atelier Aufträge für die tschechische sozialistische Partei ausgeführt wurden.

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 verkehrte er im widerständigen Kreis um Maria Biljan-Bilger in Wien. In der Kriegszeit eingerückt, doch immer wieder beurlaubt, führte er in Graz neben angepassten Arbeiten einen Werkstrang weiter, der weit im Bereich "entarteter" Kunst liegt. Die Bilder zählen zu den raren Beispielen für die Weiterentwicklung eines modernen, persönlichen Stils trotz Isolation von den internationalen Entwicklungen und der Verbote durch die Reichskulturkammer. 1946 gehörte er der Gruppe progressiver Künstler um Rudolf Pointner an und war einer der konsequentesten Vertreter der Moderne. Wegen einer unglücklichen Liebe (seine Freundin war verheiratet) und der Aussichtslosigkeit, als freischaffender moderner Künstler existieren zu können, nahm er sich 1947 das Leben. Mit ihm verlor die steirische Kunst eines ihrer hoffnungsvollsten Talente.

Ferdinand Bilger

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Maler und Grafiker

Wien 1903 - 1961 Graz

Ferdinand Bilger war Chemiker und Mitarbeiter des Nobelpreisträgers Prof. Pregl in Graz. Mit Herbert Eichholzer bereiste er in den 20er Jahren Abessinien und arbeitete später auf der Insel Java für eine Zuckerfabrik. Mit seiner ersten Frau Maria Biljan-Bilger war er im Zentrum eines Kreises von Künstlern und Intellektuellen, die sich in seiner Wohnung in der Morellenfeldgasse in Graz trafen und Widerstand gegen die sich ausbreitenden faschistischen Tendenzen leisteten. Er beteiligte sich am Aufstand des sozialistischen Schutzbundes im Februar 1934 und wurde deshalb inhaftiert.

1937 ging er nach Spanien zu den internationalen Brigaden, wo er eine Hygiene-Abteilung leitete. Nach der Niederlage der Republikaner im Jahr 1939 flüchtete er nach Frankreich und tauchte nach der Besetzung Südfrankreichs durch die deutsche Wehrmacht im Departement Lot et Garonne unter. Im französischen Exil traf er seine jüdische Frau Rudja, mit der er einen Sohn hatte. Er begann - von Rouault inspiriert - zu malen und beteiligte sich ab 1943 an mehreren Ausstellungen in Südfrankreich. 1947 kehrte er nach Österreich zurück und lebte als freischaffender Künstler. Er war Mitglied des ART-CLUB und der Sezession Graz. Als einer der ersten in Österreich stellte er Grafiken in Siebdruck her. Seine konstruktiv-abstrahierenden Ölgemälde und Mischtechniken, wichtige Beispiele des künstlerischen Aufbruchs nach dem Krieg in der Steiermark, wurden aber zu seinen Lebzeiten wenig gewürdigt. 1961 nahm er sich selbst das Leben.

Margret Bilger

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Grafikerin und Glasmalerin

Graz 1904 - 1971 Schärding

Margret Bilger studierte an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart und in Wien bei Prof. Löffler. Sie wurde durch ihre Grafiken bekannt, arbeitete aber auch als Verkäuferin für die Wiener Werkstätten und später als Erzieherin.

 

In der NS-Zeit zog sie sich aufs Land zurück, übersiedelte von Wien in einen kleinen Ort in Oberösterreich. Alfred Kubin wurde ihr Mentor, es entwickelte sich während des Krieges eine intensive geistige Beziehung. Von Kubin bestärkt entstanden Arbeiten aus dem Themenkreis von Märchen, Sagen und der Bibel, die doppelbödige "Botschaften" enthielten, welche der NS- Ideologie grundsätzlich zuwider liefen. In einer extremen Männerwelt verteidigte sie in ihrer Kunst selbstbewusst weibliche Positionen und übte indirekt Kritik am Regime aus christlich-humanistischer Sicht. Trotz äußerlicher Anpassung entstand deshalb zwischen 1938 und 1945 ein Werk, dessen zeitkritische Dimension im Bereich einer "verdeckten Malweise" angesiedelt ist - analog zur "verdeckten Schreibweise" der literarischen, inneren Emigration. Nach dem Krieg gilt sie als eine der bedeutendsten Grafikerinnen Österreichs und nahm an den Biennalen in Venedig und Sao Paulo und an der Weltausstellung in Tokio teil.

Maria Biljan-Bilger

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Bildhauerin, Keramikerin, Textilkünstlerin

Radstadt 1912 - 1997 München

Maria Biljan-Bilger kam aus dem geistigen Umfeld der "Republikaner", die in der Steiermark marxistische, anarchistische und lebensreformerische Tendenzen repräsentierten. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Grazer Kunstgewerbeschule. Vor der Annexion Österreichs 1938 war sie das emotionale Zentrum eines Freundeskreises linker Intellektueller, der sich in der Wohnung ihres Mannes, Ferdinand Bilger, in der Morellenfeldgasse in Graz traf.

Nach dem "Anschluss" versuchte sie nicht, von der NS-Reichskulturkammer als Künstlerin anerkannt zu werden, sondern tauchte in Wien als Hilfsarbeiterin unter. Hier bot sie Verfolgten des Regimes Unterschlupf und Hilfe, unter anderen vor allem dem Bildhauer Wander Bertoni, der als "Fremdarbeiter" nach Wien gekommen war. Viele ihrer Freunde aus der Grazer Zeit wurden wegen ihres politischen Widerstandes hingerichtet: Dr. Franz Weiss, Herbert Eichholzer und Karl Drews.

Ihre Plastiken und Bilder zeigen keinerlei Konzessionen an die stilistischen Verbote der Nationalsozialisten, sie entwickelte unbeirrt ihren persönlichen Stil weiter. Nach dem Krieg spielte sie eine wichtige Rolle im ART-CLUB in Wien und wurde durch ihre Teilnahme an den Biennalen in Sao Paulo und Venedig und an der Österreich-Ausstellung in Amsterdam und New York als Plastikerin auch international bekannt.

Norbertine Bresslern-Roth

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Tiermalerin, Grafikerin und Buchillustratorin

Graz 1891 - 1978 Graz

Tiermalerin, Grafikerin und Buchillustratorin Graz 1891 - 1978 GrazNorbertine Bresslern-Roth war vor dem Zweiten Weltkrieg als Mitglied des "Women International Art Club" eine weit über die Grenzen Österreichs bekannte Künstlerin, die zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt.

1938 wurde sie aus rassistischen Gründen aus der "Vereinigung der Künstlerinnen Österreichs" ausgeschlossen, weil sie sich von ihrem Mann, der eine jüdische Mutter hatte, nicht trennen wollte. Obwohl sie einerseits in der NS-Zeit an sechs steirischen Ausstellungen teilnahm und sogar propagandistische Schulbuch-Illustrationen machte, können andererseits einige ihrer Tierbilder als Regimekritik in allegorischer Form gelesen werden. Damit gehört sie zu jenen Künstlern, die in der "verdeckten Malweise" eine besonders schwer nachzuweisende Form des kulturellen Widerstandes wählten, um auf ihre Unterdrücker zu reagieren. Nach dem Krieg verfasste und bebilderte sie einige besonders schöne Kinderbücher. Heute zählt sie zu den bekanntesten steirischen Künstlerinnen.

Leo Diet

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Maler und Grafiker

Prag 1857 - 1942 Graz

Leo Diet gehörte zu den impressionistischen Vorläufern der Moderne, bereits 1880 hatte er seine erste Ausstellung in Prag. Er wurde durch Kronprinz Rudolf gefördert, der dem 24-Jährigen einen einjährigen Studienaufenthalt in Paris ermöglichte, wo er bald in der Boheme heimisch wurde. Anschließend verbrachte er 5 Jahre in Ägypten, eine große Ausstellung ägyptischer Ansichten machte ihn in Wien bekannt. 1895 wurde er als Professor an die Kunstgewerbeschule nach Graz berufen und war Mittelpunkt eines Kreises, der den "Verein bildender Künstler Steiermarks" bildete. 1889 erhielt er als einziger die Genehmigung, ein Bild von der Aufbahrung seines Förderers Kronprinz Rudolf zu malen, das viel Aufsehen erregte.

Als gesuchter Portraitist schuf er in den 20er und 30er Jahren viele Bilder jüdischer Österreicher und hatte jüdische Freunde; das wurde ihm in der NS-Zeit vorgeworfen. Er wurde von Malerkollegen rassistisch verfolgt, die behaupteten, er selbst würde seine "jüdische Abstammung" verschweigen. Diese bedrohliche Hetze beschleunigte seinen Tod, er starb im Jahre 1942 an Herzversagen.

Anny Dollschein

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Malerin und Schauspielerin

Görz 1893 - 1946 Graz

Anny Dollschein erhielt ihre erste Ausbildung an der Privatmalschule von Friederike von Koch und an der Landeskunstschule in Graz. Sie war Mitglied des Werkbundes Freiland, an dessen Marionettentheater sie mitwirkte. 1924 schloss sie sich der Sezession Graz an. Da ihre ehemals vermögende Familie verarmt war, arbeitete sie als Erzieherin. 1930 fuhr sie erstmals nach Paris, 1932 bis 1935 studierte sie in der "Welthauptstadt der Kunst" an der Malschule von André Lhote. Die in Paris entstandenen Bilder, die seit 1934 in Grazer Ausstellungen zu sehen waren, gehören zu den wenigen Beispielen neusachlicher Kunst in der Steiermark. Nach ihrer Rückkehr wurde ihre Malerei durch den Einfluss von Alfred Wickenburg um kubistische Elemente bereichert. Sie experimentierte vor 1938 auch mit abstrakten Kompositionen, wie einige Aquarelle belegen.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war sie sehr bedrückt, unterwarf sich aber in den gebrauchsgrafischen Aufträgen, die sie vor allem durch Hanns Wagula erhielt, formal und inhaltlich der NS-Doktrin. Ihre Bilder konnte sie in den Ausstellungen nicht mehr zeigen. Sie arbeitete mit Hans Bauer zusammen, im Gegensatz zu ihm wirken aber auch ihre freien Arbeiten immer verunsicherter. Nach längerer Krankheit starb Anny Dollschein 1946 völlig verarmt an Anämie. In einem Nachruf heißt es, schuld an ihrem frühen Tod sei die Verelendung während des Krieges gewesen.

Herbert Eichholzer

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Architekt

Graz 1903 - 1943 Wien

Herbert Eichholzer studierte in Graz Architektur. Von Le Corbusier beeinflusst, in dessen Atelier er 1928/29 als Volontär arbeitete, schuf er in Graz und der Obersteiermark in den 30er Jahren eine Reihe von Bauten, die ihm den Ruf einbrachten, einer der wenigen konsequenten Vertreter des "Internationalen Stils" in der österreichischen Architektur zu sein. Als Vizepräsident der Sezession Graz war er zudem federführend bei den kollektiven künstlerischen Projekten der Sezession beteiligt. Unmittelbar vor dem "Anschluss" 1938 gehörte er auch zu den führenden Mitarbeitern der Avantgardekulturzeitschrift PLAN.

Der Sozialdemokrat Eichholzer kämpfte im Februar 1934 auf Seiten des Republikanischen Schutzbundes, wurde verhaftet und schloss sich in der Folge der KPÖ an. Im Frühjahr 1938 war er innerhalb der Sozialen Arbeitsgemeinschaft (SAG) gegen den drohenden Nationalsozialismus aktiv. Am 12. März 1938 musste er deshalb gemeinsam mit dem Leiter der SAG, Franz Nemschak, und dem Maler Axl Leskoschek fliehen. Eichholzer ging nach Paris, ehe er im Herbst 1938 dem Ruf Clemens Holzmeisters nach Ankara Folge leistete, der mit Regierungsbauten für die türkische Regierung beauftragt war. Aus dem türkischen Exil kehrte Eichholzer 1940 nach Graz zurück, um im kommunistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv zu werden. Durch einen Spitzel verraten, wurde Eichholzer im Februar 1941 verhaftet, vor dem Volksgerichtshof angeklagt und am 9. September 1942 zum Tode verurteilt. Am 7. Jänner 1943 wurde er in Wien hingerichtet.

Hans Fronius

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Maler und Grafiker 

Sarajevo 1903 - 1988

Hans Fronius wurde als Zehnjähriger Augenzeuge des Attentats auf Kronprinz Franz Ferdinand in Sarajevo, das bei ihm einen lebenslangen Eindruck hinterließ. Er studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste und hatte früh erste Erfolge mit Illustrationen zur Weltliteratur, die der Schwerpunkt seines Werkes werden sollten. Franz Kafka, dessen Werk er als einer der ersten illustrierte, und Alfred Kubin, mit dem er sehr befreundet war, inspirierten sein Schaffen. 

Ab 1930 arbeitete er als Professor in Fürstenfeld und wurde Mitglied der Sezession Graz.

1934 galt er als Sympathisant der Sozialdemokraten und wurde durch Stundenkürzungen in materielle Bedrängnis gebracht.

1938 existenziell gefährdet und als "Judenfreund" angegriffen, konnte er nach einer Loyalitätserklärung gegenüber den Machthabern im wesentlichen ohne stilistische Anpassung weiterarbeiten. 1943 zur Wehrmacht eingezogen, gestaltete er mit der Folge der "Nero"-Illustrationen eine chiffrierte Kritik am NS-System in "verdeckter Malweise". Vor Kriegsende flüchtete er in die Schweiz.

Nach dem Krieg wurde er Mitarbeiter der PLAN und Mitglied des ARTCLUB.

In einer Zeit, in der das sehr unopportun war, erinnerte er in seinen Bildern immer wieder an die Gräuel des Holocaust. Durch sein umfangreiches Werk an Illustrationen und Mappenwerken erlangte er internationale Bekanntheit. Fronius zählt zu den meistausgestellten österreichischen Künstlern.

Anselm Grand

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Maler, Schriftsteller und Komponist

Knittelfeld 1913 - 1976 Wien

Anselm Grand war im legitimistischen (monarchistischen) Widerstand gegen den NS-Staat führend tätig. Er wurde im Herbst 1939 verhaftet und war fast vier Jahre im KZ Dachau und im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Durch seine Fähigkeiten als Maler und Musiker konnte er eine Sonderstellung erreichen, er wurde "Hilfs-Capo", arbeitete später an der Illustration eines Heilkräuterbuches mit und leitete das Lagerorchester in Dachau. In Sachsenhausen konnte er sich ein "Atelier" neben dem Leichenkeller einrichten. 1943 in eine Strafkompanie entlassen, baute er 1944 eine Widerstandsgruppe am Hochwechsel auf.

Die Folterungen, die er in den KZs erleiden musste, seinen Widerstand und seine Tätigkeit als "Leichenschneider" schilderte er in seinem 1946 erschienen autobiografischen Buch "Turm A ohne Neuigkeit!" Auf einem großformatigen Ölbild hat er nach 1945 die Folterung am "Baum" in Dachau dargestellt. Dieses Bild hängt heute zentral im Versammlungsraum des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes in Wien. Grand war nach dem Krieg Professor an der Modeschule Hetzendorf und erhielt bedeutende öffentliche Portraitaufträge.

Josef Heu

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Bildhauer, Maler und Grafiker

Marburg 1876 - 1952 Ampleforth (GB)

Josef Heu war bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Wien durch Großplastiken im öffentlichen Raum bekannt geworden. 1930 bis 1934 war er Präsident der österreichischen Gesellschaft für christliche Kunst. Seine Entwürfe für Denkmäler, Brunnen, Statuen und Grabmäler im klassischen Stil konnte er nicht mehr verwirklichen. Nach dem "Anschluss" 1938 wurde er wegen der rassistischen Verfolgung seiner jüdischen Frau mit Arbeitsverbot belegt, sein Atelier wurde beschlagnahmt und er musste aus Österreich flüchten. Anfang 1939 gelangte er nach England, wo er von Aufträgen für Klöster und Kirchen lebte. 1946 war seine Plastik "Rufer in der Wüste" eines der zentralen Exponate in der großen antifaschistischen Ausstellung "Niemals vergessen" in Wien. Heu starb 1952 in England, ohne Österreich wieder besucht zu haben.

Axl Leskoschek

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Maler, Grafiker und Illustrator

Graz 1889 - 1976 Wien

Die Schrecken des Ersten Weltkriegs und der moralische Bankrott der Monarchie bewogen Axl Leskoschek zum Bruch mit Familientradition und geplanter Justizkarriere. Ab 1919 studierte er Malerei und Grafik, 1923 war er Gründungsmitglied der Sezession Graz, beteiligte sich mit Ölbildern und Grafiken an den Ausstellungen und wurde vor allem durch seine Buchillustrationen bekannt. Er arbeitete auch als Redakteur beim Grazer "Arbeiterwillen" und als Bühnenbildner in Augsburg. 1934 beteiligte er sich am Aufstand des sozialdemokratischen Schutzbundes, wurde kurz inhaftiert, betätigte sich jedoch nach seiner Entlassung weiterhin illegal für die sozialistische Partei und wurde 1936/37 neuerlich eingesperrt. Während seiner Haft im Anhaltelager Wöllersdorf malte er eine umfangreiche Folge allegorischer Blätter in expressiv-surrealem Stil, die zu den bedeutenden Manifestationen widerständiger Kunst in Österreich zählen.

1938 flüchtete Axl Leskoschek gemeinsam mit Herbert Eichholzer vor den Nationalsozialisten zuerst nach Triest und dann allein in die Schweiz. Er publizierte unter einem Pseudonym kritische Artikel über die Verhältnisse im Deutschen Reich. Deshalb von der Abschiebung bedroht, ging er 1940 ins Exil nach Brasilien. Dort wurde er Professor einer Kunstschule und leistete einen bis heute unvergessenen Beitrag zur Entwicklung der modernen Grafik in Brasilien. 1948 kehrte er nach Österreich zurück. In der Zeit des Kalten Krieges trat er als kommunistischer Aktivist für den Realismus in der Kunst ein. Lange wurde sein Werk offiziell kaum beachtet, erst mit seinem Odysseus- und dem Kain-Zyklus erlangte er durch internationale Ausstellungen in den 60er Jahren eine gewisse Bekanntheit. Heute wird er vor allem durch sein umfangreiches Werk an Buchillustrationen international geschätzt.

Ida Sofia Maly

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Malerin und Grafikerin

Wien 1894 - 1941 Hartheim (Vernichtungslager)

Ida Sofia Maly wuchs in Graz auf und besuchte die Landeskunstschule, später setzte sie ihre Studien in Wien und München fort. Sie erhielt prägende Eindrücke im München der Räteregierung nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wo sie im Kreis um die Witwe Frank Wedekinds verkehrte, welche die Schwester ihrer besten Freundin war. Ida Malys Werk aus den 20er Jahren zeigt selbstbewusste Frauen. Ihr Freiheitsdrang und ihre emanzipatorischen Ziele gerieten in Konflikt mit ihren Aufgaben als alleinerziehende Mutter, sie wurde krank und kehrte nach Graz zurück. Anfang der 30er Jahre malte sie Bilder im Stil des Art déco, die zu den wenigen Beispielen dieser Stilrichtung in der Steiermark gehören.

Nach ihrer Einweisung in das psychiatrische Krankenhaus "Am Feldhof" in Graz entstand ein formal und inhaltlich einzigartiges Werk, das nicht nur als Statement zu ihrer eigenen Situation zu lesen ist, sondern auch die politischen Verhältnisse widerspiegelt. Aus der Zeit nach 1935 sind keine Bilder mehr von ihr überliefert, wahrscheinlich wurden sie vernichtet. In der NS-Zeit wurde Ida Maly im Rahmen des "Euthanasie-Programms" selektiert und 1941 in der Vernichtungsanstalt Hartheim in Oberösterreich ermordet. Der Grossteil ihrer späten Bilder befindet sich heute in der Sammlung Arnulf Rainers.

Peter Richard Oberhuber

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Maler und Grafiker

Zeltweg 1906 - 1985 Graz

Peter Richard Oberhuber studierte an der Kunstgewerbeschule bei Josef Hoffmann und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Im Juni 1934 wurde er wegen kommunistischer Betätigung inhaftiert. Nach dem "Anschluss" in politischer Bedrängnis, suchte er im März 1938 um die Aufnahme in die NSDAP an. 1939 wurde er ausgeschlossen, weil er seine Gegnerschaft gegen das Regime öffentlich äußerte. Trotzdem gelang es ihm durch seine guten Beziehungen in der NS-Zeit an fast allen steirischen Ausstellungen teilzunehmen. Ab 1941 war er im Widerstand aktiv und entmachtete bei Kriegsende die NS-Funktionäre in Zeltweg, Obersteiermark. Nach dem Krieg war er der erste Nachkriegspräsident der Sezession Graz, Direktor der Kunstgewerbeschule, Landesschulinspektor und Vorsitzender der Säuberungskommission für höhere Schulen. Als Leiter der Kunstgewerbeschule in Graz wurde er 1960 trotz seines großen Engagements zu Fall gebracht, was er auf macht- und parteipolitische Motive seiner Gegner zurückführte. Peter Richard Oberhuber war aus Gründen der Verständlichkeit ein Verfechter des "Gegenständlichen" in der Kunst. Für die steirische Künstlerschaft war er durch viele Jahrzehnte hindurch ehrenamtlich tätig. Peter Richard Oberhuber studierte an der Kunstgewerbeschule bei Josef Hoffmann und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Im Juni 1934 wurde er wegen kommunistischer Betätigung inhaftiert. Nach dem "Anschluss" in politischer Bedrängnis, suchte er im März 1938 um die Aufnahme in die NSDAP an. 1939 wurde er ausgeschlossen, weil er seine Gegnerschaft gegen das Regime öffentlich äußerte. Trotzdem gelang es ihm durch seine guten Beziehungen in der NS-Zeit an fast allen steirischen Ausstellungen teilzunehmen. Ab 1941 war er im Widerstand aktiv und entmachtete bei Kriegsende die NS-Funktionäre in Zeltweg, Obersteiermark. Nach dem Krieg war er der erste Nachkriegspräsident der Sezession Graz, Direktor der Kunstgewerbeschule, Landesschulinspektor und Vorsitzender der Säuberungskommission für höhere Schulen. Als Leiter der Kunstgewerbeschule in Graz wurde er 1960 trotz seines großen Engagements zu Fall gebracht, was er auf macht- und parteipolitische Motive seiner Gegner zurückführte. Peter Richard Oberhuber war aus Gründen der Verständlichkeit ein Verfechter des "Gegenständlichen" in der Kunst. Für die steirische Künstlerschaft war er durch viele Jahrzehnte hindurch ehrenamtlich tätig.  

Ernst Paar

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Maler und Grafiker

Graz 1906 - 1986 Wien

Ernst Paar studierte als Werkstudent in Stuttgart und zwei Jahre an der Académie Julian in Paris. 1933 zog er nach Wien und arbeitete in seinem Brotberuf als Grafiker. Gleichzeitig machte er sich als Mitglied der Sezession Graz und des Hagenbundes in Wien mit kubistischen und neusachlichen Bildern einen Namen. Nach dem Aufstand des sozialdemokratischen Schutzbundes im Februar 1934 verkehrte er im widerständigen Kreis um den steirischen Architekten Franz Schacherl in Wien. Er war Mitglied der Hängekommission im Hagenbund und versuchte vergeblich, eine Ausstellung der Sezession Graz im Hagenbund zu organisieren.

Während der NS-Diktatur wurde er als Gebrauchsgrafiker dienstverpflichtet. Trotzdem arbeitete er weiterhin auch als freischaffender Künstler und leistete kulturellen Widerstand durch die Fortsetzung seiner modernen Malweise. Er konnte nur einmal (1942) ausstellen, doch diese Ausstellung wurde von den Machthabern wegen stilistischer Abweichungen in Richtung "entarteter Kunst" vorzeitig geschlossen. 1943 musste er zur Wehrmacht einrücken. Im "Kalten Krieg" (1948) wurde er als Assistent an der Akademie für angewandte Kunst in Wien entlassen, da er eine regierungskritische Karikatur veröffentlicht hatte. 1951 war er Vizepräsident der Künstlergruppe "Der Kreis", dem neben dem ART-CLUB wichtigsten international orientierten Künstlerverein in Wien.

Rudolf Pointner

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Maler und Grafiker

Zara (Dalmatien) 1907 - 1991 Graz

Rudolf Pointner war Lehrer und als Künstler Autodidakt. Bereits in jungen Jahren wurde er Mitglied der Sezession Graz und des Hagenbundes in Wien. Nach dem Februaraufstand 1934 wurde er wegen "Hochverrats" kurz inhaftiert. Er hatte enge Kontakte zu widerständigen Kreisen in Wien um Franz Schacherl und später um Otto Basil, wo er den Emigranten Edgar Jené traf, der seinen Zugang zum Surrealismus beförderte. Rudolf Pointner arbeitete an der ersten Nummer der Kulturzeitschrift PLAN mit, in der die NS-Kulturpolitik scharf kritisiert wurde.

Nach dem "Anschluss" 1938 galten seine Bilder als "entartet". Er verschleppte seine Eingliederung in die Reichskulturkammer und wurde nach der Besetzung Jugoslawiens als Lehrer in Slowenien dienstverpflichtet. Während er dort einerseits künstlerische Aufträge im Sinne der Machthaber ausführte, gestaltete er andererseits einen illegalen Privatdruck in surreal-kubistischem Stil. Anfang 1944 zur Wehrmacht eingezogen, desertierte er im Sommer 1944 und schloss sich der französischen Widerstandsorganisation FFI an, wurde aber nach Kriegsende trotzdem als deutscher Kriegsgefangener interniert. Nach seiner Rückkehr war er 1947 wieder Mitarbeiter des PLAN und Gründungsmitglied des ART-CLUB. Er nahm 1948 an der ersten Surrealisten-Ausstellung in Österreich teil und war 1950 Mitarbeiter der "Surrealistischen Publikationen" Max Hölzers. 1953 bis 1967 war er Präsident der Sezession Graz, die in dieser Zeit einen Höhepunkt ihrer Ausstrahlung erreichte.

Gertrud Ring

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Bildende Künstlerin, Schriftstellerin und Pianistin

Landsberg (D) 1897 - 1945 St. Sulpice (F)

Gertrud Ring, geb. Schröder, war bereits gefeierte Pianistin, als sie sich zur Buchhändlerin ausbilden ließ und die Leitung der "Sturm"-Buchhandlung in Berlin übernahm. 1920 heiratete sie Thomas Ring. In Berlin gehörte sie zum Kreis der Avantgarde, die sich um den "Sturm" versammelt hatte und war eng mit Hannah Höch, Herwarth Walden und dem "Dadasophen" Raoul Hausmann befreundet. Gertrud Ring war als Autodidaktin mehrfach mit Werken in der "Großen Berliner Kunstausstellung" vertreten und hatte sich als Publizistin durch über 50 Artikel in der "Arbeiter-Illustrierten-Zeitung", der "Weg der Frau" und anderen, der Linken nahestehenden Zeitschriften, in denen sie für den Sozialismus und die Emanzipation der Frau eintrat, einen Namen gemacht. 1931 nahm sie an einem Journalistenkongress in Moskau teil. Sie und ihr Mann bekämpften in Bildern, Artikeln und Theaterstücken den aufkommenden Faschismus und flüchteten 1932, noch vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, nach Österreich. Ab 1936 "staatenlos", schrieb Thomas Ring in Graz in der Zeit des autoritären Ständestaates Werke, die die Grundlagen der Astrologie neu definierten, während Gertrud Ring mit engagierten, modernen Bildern das Spektrum der Kunstentwicklung in der Steiermark bereicherte.

In den ersten Jahren nach dem "Anschluss" lebten die Rings in Graz, wo Gertrud Ring zu den kosmologischen Werken ihres Mannes Bilder in abstraktem Stil schuf. Diese und andere ihrer Zeichnungen, die im Verborgenen entstanden, gehören zu den wenigen Beispielen moderner Malweise und kulturellen Widerstands in dieser Zeit in der Steiermark. Ihr Mann Thomas Ring war 1943 von der "Reichskulturkammer" mit "Mal- und Schreibverbot" belegt worden. Ihm drohte die Versetzung zu einem Strafbataillon, wovor ihn die Berufung an die "Reichsuniversität" in Strassburg bewahrte. 1944 wurde Strassburg durch die Alliierten befreit, die Thomas und Gertrud Ring - trotz ihrer Verfolgung durch das NS-Regime - in ein Internierungslager verbrachten. Gertrud Ring, krank und durch Hunger geschwächt, starb 1945 im Lager St. Sulpice in Südfrankreich. Die Bilder Gertrud Rings aus der Grazer Zeit blieben bis jetzt unbekannt und werden erstmals gezeigt.

Thomas Ring

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Bildender Künstler, Schriftsteller und Kosmologe

Nürnberg (D) 1892 - 1983 Schärding

Ring veröffentlichte ab 1915 Texte im "Sturm" und beteiligte sich an Ausstellungen der Berliner Avantgarde. 1920 heiratete er Gertrud Schröder, die damalige Leiterin der "Sturm"-Buchhandlung. In den 20er Jahren veranstaltete er mit dem "Dadasophen" Raoul Hausmann dadaistische Spontanaktionen, unabgesprochene Dialoge auf der Bühne vor Publikum. Zum Freundeskreis der Rings gehörten Hannah Höch, der "Sturm"-Begründer Herwarth Walden und seine Frau Nell, der Bauhaus-Meister Georg Muche, der Maler und Schriftsteller Oskar Nerlinger und Georg Nebel, einer der zentralen Künstler des "Sturm".

Gertrud und Thomas Ring, der 1927 der KPD beigetreten war, bekämpften in Bildern, Artikeln und Theaterstücken den aufkommenden Faschismus und flüchteten 1932, noch vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, nach Österreich. Ab 1936 "staatenlos", schrieb Thomas Ring in Graz in der Zeit des autoritären Ständestaates Werke, die die Grundlagen der Astrologie neu definierten, während Gertrud Ring mit engagierten, modernen Bildern das Spektrum der Kunstentwicklung in der Steiermark bereicherte. Thomas Ring, der sich in den 20er Jahren mit abstrakter Malweise befasst hatte, kehrte in den 30er Jahren, nach seiner Ankunft in Österreich, wieder zu einer realistischen Malweise zurück.

Nach dem "Anschluss" wurde Thomas Ring von Goebbels und Rosenberg zur Mitarbeit an der Entwicklung der NS-Ideologie aufgefordert. Er lehnte ab und wurde daraufhin mit "Mal-und Schreibverbot" belegt. Vor dem Strafbataillon bewahrte ihn die Berufung an die "Reichsuniversität" in Strassburg, wo er und seine Frau 1944 - trotz ihrer Verfolgung durch das NS-Regime - von den Alliierten interniert wurden. Gertrud Ring starb 1945 im Lager St. Sulpice in Südfrankreich. Thomas Ring wurde 1946 nach Graz entlassen. Er konnte nur schwer das Trauma des Verlustes seiner Lebensgefährtin, der beschämenden Internierung und der Vernichtung fast seines gesamten Werkes durch Bombenschäden in Berlin überwinden. Nach dem Krieg begann er wieder abstrakt zu malen. Ab den späten 50er Jahren hatte er grosse Erfolge mit seinen astrologischen Büchern.

Walter Ritter

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Bildhauer und Grafiker

Graz 1904 - 1986 Linz

Der Bildhauer Walter Ritter studierte an der Kunstgewerbeschule in Graz und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er wurde Mitglied der Sezession Graz, als diese - u.a. wegen der Teilnahme seiner Freunde Herbert Eichholzer und Axl Leskoschek am Aufstand im Februar 1934 - von der Auflösung bedroht war.

Als Gründungsmitglied des Kulturvereins "Grazer Stadtclub", der von den Nationalsozialisten besonders verfolgt wurde, flüchtete er nach der Besetzung Österreichs im Jahr 1938 aus dem anschlussbegeisterten Graz zu einer Freundin (Gudrun Baudisch) nach Berlin. Obwohl sein Antrag auf Aufnahme in die Reichskulturkammer von der Kreisleitung der NSDAP Graz-Stadt abgelehnt wurde, da er "der kulturbolschewistischen Richtung angehörte", wurde er im Herbst 1939 in Berlin aufgenommen. Er kehrte Ende 1939 nach Graz zurück und nahm ab März 1940 an den Treffen mit Herbert Eichholzer teil, der aus dem Exil in der Türkei zurückgekehrt war, um den kommunistischen Widerstand zu koordinieren. Doch bereits im Mai 1940 wurde er zwangsrekrutiert und kehrte erst 1946 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Ab 1948 war er als Professor für Bildhauerei an der Kunstschule in Linz tätig. 1953 beteiligte er sich an der Biennale in Sao Paulo,1956 wurde er Präsident der Kunstvereinigung "März".

Franz Rogler

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Maler und Plastiker

Graz 1921 - 1994 Graz

Franz Rogler, der sich bereits als Studierender an der Grazer Kunstgewerbeschule gegen die Zwänge des autoritären Ständestaats und des NS-Systems aufgelehnt hatte, wurde als Neunzehnjähriger in den Krieg geschickt. Seine Feldpostbriefe zeigen eine gegnerische Haltung und sind mit Illustrationen versehen, deren Modernität erstaunlich ist. 1942 wurde er mit Hans Fronius in Russland als Zeichner eingesetzt, als er 1943 diese Bilder ausstellte, wurde er wegen der Darstellung der Schattenseiten des Krieges angegriffen. 1944 nach Oberitalien versetzt, befreite er italienische Geiseln und flüchtete zu Kriegsende in die Schweiz, wo er interniert wurde. Nach seiner Entlassung aus dem Lager studierte er 1945/46 beim Konstruktivisten Walter Bodmer in Basel und lernte in der avantgardistischen "Gruppe 33" Max Ernst und Hans Arp kennen. Als er 1946 nach Graz zurückkehrte, brachte er Bilder in surrealem und konstruktivistischem Stil mit, die in der Steiermark einzigartig und richtungsweisend waren, aber bei Ausstellungen wenig Verständnis fanden. 1948-50 studierte er bei Gütersloh an der Wiener Akademie und war u.a. Mitarbeiter der "Surrealistischen Publikationen" Max Hölzers, einer der wichtigsten Manifestationen der internationalen Moderne in Österreich. 1951 wurde er Vizepräsident der Sezession Graz, 1960-81 leitete er die Meisterklasse für Malerei an der Ortweinschule in Graz.

Franz Schacherl

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Architekt und Publizist

Wien 1896 - 1943 Nova Lisboa (Angola)

Der Architekt Franz Schacherl, Sohn des sozialdemokratischen Politikers und Arztes Michael Schacherl, verbrachte seine Jugend in Graz. Er wurde im Wien der Zwischenkriegszeit als kritischer Theoretiker des sozialen Wohnbaus und als innovativer Planer großer Reihenhaus-Siedlungen bekannt, die er in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Franz Schuster entwarf und plante. Mit Schuster gab er 1926 die Architekturzeitschrift "Der Aufbau" heraus, an der so bedeutende Vertreter der Moderne wie Josef Frank und Bruno Taut mitarbeiteten. Nach der Niederwerfung des Februaraufstandes 1934 bekam er keine öffentlichen Aufträge mehr. Aus der Zeit 1934 bis 1937 stammt ein "Hausbuch" Schacherls, das Aquarelle und Collagen von ihm und von seinen Freunden, u.a. von Otto Rudolf Schatz, Karl Wiener, Franz Senkinc und Rudolf Pointner enthält und sowohl kulturhistorisch bedeutsam als auch durch seine Gestaltung stilgeschichtlich interessant ist.

Vor dem "Anschluss" im Jahr 1938 war Schacherl Mitarbeiter der ersten Nummer des PLAN, die unmittelbar nach der Besetzung Österreichs beschlagnahmt wurde. Als Vertreter der internationalen Moderne, Sozialist und Jude höchst gefährdet, flüchtete er nach Paris und emigrierte 1939 in die portugiesische Kolonie Angola, wo er im Regierungsauftrag Spitäler und öffentliche Gebäude plante, die aber nicht realisiert wurden. 1943 starb er bei einer missglückten Magenoperation in Luanda.

Wolfgang Schaukal

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Maler, Grafiker und Volksbildner

Hranice (Mähren) 1900 - 1981 Graz

Wolfgang Schaukal wurde vor dem Krieg als Maler und Karikaturist bekannt. Er stand in seiner Kunst Anton Kolig, einem Freund seines Vaters, und vor allem Herbert Boeckl nahe, bei dem er von 1934 bis Ende 1937 Privatassistent war. In dieser Zeit hielt er sich jedes Jahr mehrere Monate in Paris auf und beteiligte sich 1937 an der großen Schau österreichischer Kunst anlässlich der Pariser Weltausstellung. Anfang 1938 trat er von seiner Assistentenstelle bei Boeckl zurück, da seine politischen Aktivitäten Boeckl zur Zielscheibe der Angriffe der Nazis gemacht hatten. Nach der Besetzung Österreichs war er im legitimistischen Widerstand in Wien tätig und verfasste grundlegende Texte für den Kampf um ein "Österreich-Bewusstsein", die eine ebenso scharfe Kritik des NS-Systems beinhalten, wie seine Karikaturen von Hitler und Göring, die unter dem Risiko harter Verfolgung entstanden sind.

1940 zum Heer eingezogen exponierte er sich für Kriegsgefangene, worauf ein "Tatbericht" gegen ihn verfasst wurde. Nach dem Krieg machte er den geistigen Wiederaufbau zu seiner Lebensaufgabe. Als Direktor der "Urania für Steiermark" gab er prägende geistige Impulse für das steirische Kulturleben und war ein streitbarer Kämpfer für die internationale Moderne in der Kunst. Als er 1964 Lehrbeauftragter für künstlerische Gestaltung an der Technischen Hochschule in Graz wurde, begann er wieder zu malen. Erst posthum wurde sein künstlerisches Werk entsprechend gewürdigt.

Paul Schmidtbauer

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Maler und Grafiker

Lividraga (Bosnien) 1892 - 1974 Graz

Paul Schmidtbauer griff als Künstler immer wieder sozialkritische Themen auf und war kultur- und gesellschaftspolitisch tätig. Seine Haltung machte ihn zweimal zum Opfer politischer Verfolgung: 1938, als er in London weilte und die Emigration überlegte, wurde er in Graz als "Juden- und Sozifreund" angegriffen und 1949, als er von den wiedererstarkten NS-Seilschaften um die Früchte seines großen Engagements für die Grazer Künstlerschaft in den ersten Nachkriegsjahren gebracht wurde.

In den frühen 20er Jahren, nach Studien an der steirischen Landeskunstschule und in Wien, war er Mitglied des Werkbundes Freiland. In den 20er und 30er Jahren steirischer Avantgardist am Puls der Zeit und Gründungsmitglied und erster Sekretär des Sezession Graz, passte er später seine Auftragsarbeiten (Wandmalereien) zwar stilistisch und inhaltlich an die Zeitströmungen an, um als freischaffender Künstler existieren zu können. Doch in seinen freien Arbeiten, während der NS-Zeit fast alle nur in winzigen Formaten ausgeführt, gibt es auch immer Beispiele einer autonomen, ungebeugten Haltung. In seiner Grafik repräsentiert er wie kaum ein anderer ein rares Spektrum der steirischen Kunst: Erotik, die Grazer Kulturszene, Außenseiter und das tägliche Leben in den Hinterhöfen und an den Stadträndern.

Mela Spira (Hartwig)

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Schauspielerin, Schriftstellerin und Malerin

Wien 1895 - 1967 London

Mela Hartwig war als Schauspielerin am Berliner Schillertheater engagiert, als sie 1921 den Rechtsanwalt Robert Spira heiratete und mit ihm nach Graz zog. Hier begann sie zu schreiben und erregte Aufsehen mit dem Novellenband "Ekstasen" und dem Roman "Die Frau ist ein Nichts", der mit Greta Garbo verfilmt werden sollte. Die zunehmende Verengung des geistigen Klimas verhinderte die Veröffentlichung ihrer nächsten Bücher. "Das Wunder von Ulm", eine frühe Warnung vor den Pogromen der Nationalsozialisten, erschien schließlich 1936 in einem Pariser Exilverlag. Um diese Zeit begann Mela Spira zu malen und fand in Alfred Wickenburg ihren Lehrer.

1938 wurden die zwei Häuser und die Kunstsammlung der Spiras beschlagnahmt, sie mussten ohne Koffer fliehen und gelangten schließlich nach London. Hier half ihnen Virginia Woolf, die mit Mela Spira befreundet war. Als deutschschreibende Autorin in England konnte sie aber nichts mehr veröffentlichen. Da nach dem Krieg ihr Buch "Inferno", eine Auseinandersetzung mit den Gründen für den Erfolg des Nationalsozialismus, auch im deutschen Sprachraum kein Echo fand, wendete sie sich um 1953 ganz der Malerei zu und erhielt die Resonanz, die ihren Schriften nicht zuteil wurde. Die Spiras besuchten die Steiermark zweimal nach dem Krieg, ihre Erfahrungen veranlassten sie aber zum Bleiben in London, wo sie 1967 starben. Heute gilt Mela Hartwig als wichtige Vorläuferin feministischer Literatur. Ihr malerisches Werk, mit Mela Spira signiert, ist in Österreich wenig bekannt.

Alexander Stern

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Fotograf, Publizist, Erfinder

Klosterneuburg 1894 - 1970 Graz

Alexander Stern arbeitete nach dem Ersten Weltkrieg als Gärtner am botanischen Institut in Graz und spezialisierte sich auf wissenschaftliche Fotografie. Gleichzeitig verfasste er politische Revuen und wurde später Mitarbeiter des Grazer "Arbeiterwillen" und der sozialdemokratischen Illustrierten "Kuckuck". Seine illustrierten Beiträge - politische Fotomontagen - sind in ihrer Bildargumentation teilweise den Arbeiten John Heartfields vergleichbar. 1934 wurde er als Mitglied des sozialdemokratischen Schutzbunds kurz inhaftiert. Um 1930 begann er, abstrakte Fotografien zu schaffen, in denen er Licht in Bewegung als Ausgangsmaterial seiner Gestaltungen verwendete. Diese Arbeiten machen ihn zu einem Pionier auf dem Gebiet der experimentellen Fotografie in Österreich. Das gilt auch für seine späteren Arbeiten, Foto-Graphiken mit seriellen Strukturen, die er mit Hilfe selbsterfundener Apparate herstellte.

1938 wurde er wegen seiner politischen Vergangenheit und seines "jüdischen" Namens so unter Druck gesetzt, dass er der NSDAP beitrat. Er baute ab 1940 die Lichtbildstelle des Landesbauamtes auf, setzte aber auch seine experimentellen, fotografischen Arbeiten fort. Wegen mangelnder nationalsozialistischer Betätigung, da ihm fortgesetzte Beziehungen zu Sozialisten vorgeworfen wurden und er seine verfolgte Schwägerin versteckt hatte, wurde er 1944 aus der Partei ausgeschlossen. Nach dem Krieg wurde er als angeblicher illegaler Nazi denunziert und musste durch Jahre hindurch gegen gehässige Verleumdungen kämpfen, erst 1949 wurde er voll rehabilitiert. Sterns Leistungen wurden zu seinen Lebzeiten kaum gewürdigt. Einige Jahre nach seinem Tod wurde er schließlich als Avantgardist der Fotografie entdeckt.

Oskar Stössel

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Maler und Grafiker

Neunkirchen 1879 - 1964 Wien

Oskar Stössel war bereits Bauingenieur als er mit seiner Ausbildung an der Landeskunstschule in Graz begann, die er an der Wiener Akademie bei Ferdinand Schmutzer fortsetzte. In der Zwischenkriegszeit wurde er durch seine Portraitradierungen von berühmten Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft, von Adeligen und Reichen sehr bekannt, zu denen er durch seinen Bruder, der Schauspieler war, Zugang gefunden hatte. Seine Farbradierungen von Graz und der Steiermark wurden international beachtet, unter anderem stellte er sie in London aus. Während er für seine Grafik und seine Auftragsarbeiten einen realistischen Stil bevorzugte, malte er in den 20er Jahren auch eine Reihe von Landschaften in expressiv-reduziertem Stil.

Nach dem "Anschluss" im Jahr 1938 emigrierte er von Wien in die USA und war in der Kulturabteilung der österreichischen Exilorganisation "Austrian Action - Free Austrian Movement" für bildende Kunst zuständig. Auch in den USA machte er sich mit Portraits, unter anderem von Präsident Roosevelt, einen Namen. Nach dem Krieg blieb er in den USA, erst in den 50er Jahren kehrte Stössel nach Österreich zurück. 1959 wurde in New York in einer Sonderausstellung sein Werk gewürdigt.Oskar Stössel war bereits Bauingenieur als er mit seiner Ausbildung an der Landeskunstschule in Graz begann, die er an der Wiener Akademie bei Ferdinand Schmutzer fortsetzte. In der Zwischenkriegszeit wurde er durch seine Portraitradierungen von berühmten Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft, von Adeligen und Reichen sehr bekannt, zu denen er durch seinen Bruder, der Schauspieler war, Zugang gefunden hatte. Seine Farbradierungen von Graz und der Steiermark wurden international beachtet, unter anderem stellte er sie in London aus. Während er für seine Grafik und seine Auftragsarbeiten einen realistischen Stil bevorzugte, malte er in den 20er Jahren auch eine Reihe von Landschaften in expressiv-reduziertem Stil.

Nach dem "Anschluss" im Jahr 1938 emigrierte er von Wien in die USA und war in der Kulturabteilung der österreichischen Exilorganisation "Austrian Action - Free Austrian Movement" für bildende Kunst zuständig. Auch in den USA machte er sich mit Portraits, unter anderem von Präsident Roosevelt, einen Namen. Nach dem Krieg blieb er in den USA, erst in den 50er Jahren kehrte Stössel nach Österreich zurück. 1959 wurde in New York in einer Sonderausstellung sein Werk gewürdigt.

Eugen Székely

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Architekt

Budapest 1894 - 1962 Haifa

Eugen Székely, ein jüdischer Architekt ungarischer Herkunft, der an der Technischen Hochschule in Graz und bei Hans Poelzig in Berlin studiert hatte, war in der Steiermark der Zwischenkriegszeit nicht nur einer der konsequentesten Vertreter des Neuen Bauens, sondern gehörte auch zu den anerkanntesten Architekten des Landes. Er war Vizepräsident der Sezession Graz und wurde 1927 mit dem Staatspreis ausgezeichnet. Nach seinen Plänen wurden um 1930 das Margarethenbad in Graz und das Freibad in Pernegg, sowie das Arbeitsamt in Graz errichtet. Vergleichbar nur mit den Arbeiten Herbert Eichholzers, schließen seine Projekte eng an die internationale Entwicklung an und interpretieren diese den lokalen Gegebenheiten entsprechend neu. Eine seiner letzten Planungen war eine Siedlung für Arbeitslose und Kurzarbeiter am nördlichen Stadtrand von Graz.

Wegen der diktatorischen Verhältnisse und der antisemitischen Stimmung in Österreich entschloss sich Székely 1935 zur Emigration nach Palästina, wo er nach dem Krieg große Bauvorhaben, darunter eine Fabrik und Wohnsiedlungen für Arbeiter plante. Dass sein innovatives und feinfühliges Werk heute in Österreich fast unbekannt ist, lässt sich einerseits durch seine frühe Emigration, andererseits wohl auch dadurch erklären, dass hier kaum etwas von seinen Bauten erhalten ist.

Wilhelm Thöny

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Maler und Grafiker

Graz 1888 - 1949 New York

Wilhelm Thöny war Gründungspräsident der Sezession Graz, der wichtigsten Künstlervereinigung der Moderne in der Steiermark. Er machte die Sezession zu einem Mittelpunkt des kulturellen Lebens im Graz der Vorkriegszeit und sorgte für internationale Kontakte. Wegen der politischen Radikalisierung und der zunehmenden Intoleranz emigrierte er mit seiner jüdischen Frau 1931 nach Frankreich. Hier gewann er Bekanntheit, vor allem durch ein Portrait des Pariser Kardinals Verdier, das bei der Weltausstellung 1937 viel Aufsehen erregte. Es sollte als Geschenk für Kardinal Innitzer der Vertiefung der österreichisch-französischen Beziehungen dienen, um der drohenden Hinwendung Österreichs zum Nationalsozialismus entgegenzuwirken. Politisch sensibel und vorausblickend waren die Thönys während des "Anschlusses" Österreichs an Deutschland bereits auf dem Weg von Frankreich ins amerikanische Exil. Er lebte in New York mit seiner Frau, die aus einer reichen amerikanischen Familie stammte, in einem Hotel direkt am Central Park. In den USA gehörte Thöny zu jenen vor den Nazis aus Europa geflüchteten Malern, denen große Aufmerksamkeit und Wertschätzung zuteil wurde. Nach dem Krieg war er Ehrenpräsident der Sezession Graz, kehrte aber nicht mehr zurück. Bei einem Brand in einem Lagerhaus in New York wurden 1948 fast 1000 seiner Werke vernichtet, darunter viele seiner Hauptwerke. Von diesem Verlust schwer getroffen starb der Künstler 1949 in New York.

Kurt Weber

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Maler, Grafiker und Bühnenbildner

Weiz 1893 - 1964 Wagna

Kurt Weber war einer der Wegbereiter der Moderne in Österreich. Er hatte vor und nach dem Ersten Weltkrieg in Berlin Kontakte mit den Avantgardisten des "Sturm" und frequentierte in den 20er und 30er Jahren in Paris den Kreis der "Orphisten". 1934 emigrierte er aus künstlerischen und wahrscheinlich auch politischen Gründen nach Frankreich. In Paris war er mit Otto Freundlich befreundet, der als ein Wegbereiter der abstrakten Kunst gilt. 1936 ging er nach Mallorca, der Beginn des spanischen Bürgerkriegs und die Sorge um seine Familie veranlassten ihn aber 1937 zur Rückkehr nach Österreich. Für die NS-Machthaber war seine Kunstauffassung "entartet"; sein jüdischer Freund Otto Freundlich wurde 1943 im KZ ermordet. Während des Krieges isoliert, stellte er seine künstlerische Produktion fast ein und machte eine Ausbildung zum Bühnenbildner. Gegen Ende des Krieges verweigerte er den Wehrdienst und musste als "U-Boot" leben.

Nach der Befreiung wurde sein Haus zu einem Mittelpunkt des geistigen Lebens in Graz, er spielte eine führende Rolle in der Sezession Graz und war Mitglied des ART-CLUB in Wien. 1950 erfuhr er durch das Werk Jackson Pollocks eine Ermunterung seiner eigenen künstlerischen Positionen und wurde zu einem der wichtigsten und frühesten Vertretern des Informel in Österreich. Als Hochschullehrer begeisterte er Generationen junger Künster und Architekten für die Moderne, die auch nach dem Krieg weiter umstritten blieb, und öffnete ihnen ein Fenster zu den internationalen Entwicklungen in Kunst, Film und Literatur.

Susanne Wenger

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Malerin, Grafikerin, Plastikerin und Textilkünstlerin

Graz 1915; lebt in Nigeria

Susanne Wenger besuchte die Kunstgewerbeschule in Graz und studierte anschließend bei Andri und Boeckl bis 1936 an der Wiener Akademie für Bildende Kunst. Sie blieb in Wien, beteiligte sich aber 1938 in Graz an den Demonstrationen gegen den "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste sie ihren jüdischen Lebensgefährten verstecken und verkehrte im widerständigen Kreis um Maria Biljan-Bilger, mit der sie seit ihrer Grazer Zeit befreundet war. In der NS-Zeit in die innere Emigration gedrängt, gestaltete sie in den Bombennächten in Wien surrealistische Zeichnungen, die zu den frühesten in diesem Stil gehören, die in Österreich entstanden sind. Sie hat aber auch ganz konkret vielen Verfolgten und Bedrängten geholfen und sie beschützt. Ihr Werk aus dieser Zeit ist sowohl stilistisch als auch inhaltlich zum großen Teil dem zuzuordnen, was damals als "entartet" galt.

Nach dem Krieg war sie Mitarbeiterin des PLAN und 1947 Gründungsmitglied des ART-CLUB. 1949 übersiedelte sie nach Paris und verließ im selben Jahr Europa. Sie lebt seither in Nigeria und hat im Kontext der Yoruba-Religion als europäische Künstlerin Kultbauten geschaffen, die in unvergleichlicher Weise europäische mit afrikanischer Hochkultur verbinden. Ihre in Afrika entstandenen Ölbilder und Großbatiken wurden zuletzt in der Kunsthalle Krems ausgestellt.

Nic Wenky

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Maler

Pecs 1893 - 1946 Graz

Nic Wenky wurde durch Oskar Stössel zur Malerei angeregt und studierte erst an der Landeskunstschule in Graz bei Damianos, dann einige Semester an der Wiener Akademie. Er stellte bis 1938 bei der Genossenschaft bildender Künstler in Graz und bei der "Kunstgemeinschaft" in Wien aus. Bei einer internationalen Ausstellung in Budapest wurde er 1937 prämiert. Im Februar 1939 wurde er wegen "Hochverrates" verhaftet und 1940 zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er hatte am Aufbau einer illegalen kommunistischen Betriebszelle im Kaufhaus Kastner & Öhler mitgewirkt. Aus der Reichskulturkammer wurde er ausgestoßen und hatte Malverbot. Trotzdem malte er nach seiner Freilassung weiter und verkaufte seine Bilder im privaten Bekanntenkreis.

Nach dem Ende des Krieges war er der erste Präsident der Landesgruppe Steiermark/Kärnten des "Berufsverbandes bildender Künstler Österreichs", der 1945 die erste große Kunstausstellung nach dem Krieg in Graz organisierte. Er wirkte an der Neuorganisierung des Kulturlebens mit und half durch seine gewerkschaftliche Tätigkeit in selbstloser Weise vielen Kollegen in der Zeit, als es am Notwendigsten mangelte. Er starb - völlig unerwartet - im Juni 1946.

Alfred Wickenburg

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Maler und Grafiker

Gleichenberg 1895 - 1978 Graz

Alfred Wickenburg war gemeinsam mit Wilhelm Thöny der Mentor der steirischen klassischen Moderne, er war der erste, der Kubismus, Futurismus und die "Pittura metafisica" rezipierte. Als langjähriger Vizepräsident der Sezession Graz trug er wesentlich zur Weltoffenheit und den internationalen Erfolgen dieser Kunstvereinigung bei. Wegen seiner avantgardistischen Bilder verlor er 1932 seine Stellung als Zeichenlehrer und wurde 1933 wegen einer Madonnendarstellung öffentlich angegriffen. Nach der Krise der Sezession im Jahr 1934 besserte sich seine Lage wesentlich. Er wurde Professor an der Landeskunstschule und Präsident der Sezession. 1936 nahm er an der Biennale in Venedig und 1937 an der Weltausstellung in Paris teil.

Als die Nationalsozialisten immer stärker wurden und schließlich die Macht an sich rissen, begann er in "verdeckter Malweise" kritische Inhalte zu vermitteln. Sein typischer Stil galt als "entartet", seine Fresken im Arbeiterkammersaal in Graz wurden übertüncht. Er wurde von der Ortweinschule entlassen, dann probeweise beschäftigt und erst ab 1941 wieder bei vollem Gehalt als Assistent angestellt. An Ausstellungen beteiligte er sich mit angepassten Bildern, daneben führte er aber einen Werkstrang weiter, in dem er seine moderne Malweise hochhielt. Nach Kriegsende wurde er Präsident der wiedergegründeten Sezession Graz und erhielt die Leitung der Freskoklasse in der Ortweinschule. Er beteiligte sich an den Ausstellungen des Wiener ART-CLUB und nahm 1950 an der Biennale in Venedig teil. Später wurde er Delegierter der Unesco und Mitglied des österreichischen Kunstsenats.

Karl Wiener

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Grafiker und Maler

Graz 1901 - 1949 Wien

Sowohl die Person Karl Wiener, als auch dessen Werk, sind heute nahezu unbekannt. Neben den tragischen Zeitumständen spielen auch eine sehr komplizierte Persönlichkeitsstruktur eine wichtige Rolle in der Rezeption seines Werkes. Der Einzelgänger besuchte von 1924 bis 1926 die Landeskunstschule in Graz, nachdem er zuvor in Graz und München als Bankbeamter gearbeitet hatte. In Graz war er Sezessionsmitglied, hatte aber wenige Kontakte, bis auf ein freundschaftliches Verhältnis zu Paul Schmidtbauer, dem er auch später noch verbunden bleiben sollte.

Durch sein Elternhaus geprägt, hatte er früh engen Kontakt zur Sozialdemokratischen Partei. Er entwarf später auch deren damaliges Symbol. In Wien studierte er von 1926 bis 1929 bei Berthold Löffler an der Kunstgewerbeschule und von 1931 bis 1932 an der Akademie der bildenden Künste bei Rudolf Jettmar. In dieser Zeit waren seine Arbeiten, meist Grafiken, engagierte Statements zur Lage der ausgebeuteten Arbeiter. Die kritischen Ansätze, wie sie damals aus Deutschland (Grosz, Dix, Heartfield, Höch, Hausmann) bekannt waren, dürften für den jungen Wiener entscheidend gewesen sein. Sehr früh, bereits um 1929, beginnt er mit Collagen, was für Österreich selten war. Er nimmt in den meist sehr kleinformatigen Arbeiten Formen der Pop-Collage, wie man sie später (Ende der 50er Jahre) von Hamilton oder Paoluzzi kennt, vorweg. Das intensive sozialkritische Engagement, das sich in seinen Arbeiten, auch in seinen Grafiken zeigt, findet sich in der Österreichischen Kunstentwicklung dieser Zeit sehr selten und bringt diesen Künstler in die Nähe von Schatz oder Probst. Der Stil in seinem grafischen Werk war innovativ, einerseits einem Kubo-Futurismus und andererseits der Neuen Sachlichkeit verpflichtet. Seine Zeichnungen haben sowohl formal, wie auch vom Standpunkt der Erzählstruktur, Verwandtschaften zum Medium Karikatur, sogar zum Comic.

Dass Wieners Kunst vom faschistischen Regime nicht toleriert wurde, ist naheliegend. Auch nach dem Krieg, als er an der Hochschule für angewandte Kunst lehrte, eine Stelle, die er bereits 1949 wieder verlieren sollte, wurde seine Situation nur schlechter. Psychische Probleme, die Wiener ein Leben lang bestimmten, vereint mit Medikamenten- und Drogenmissbrauch, machten es ihm letztlich unmöglich weiterzuleben. Er setzte seinem Leben 1949 in seinem Atelier ein Ende. Diese Ausstellung ist wohl die erste, die dieses so spannende und zugleich vergessene Werk zurück in Erinnerung ruft.

Grete Zahrastnik (Paunovic)

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Fotografin

Graz 1910 - 1998 Graz

Grete Zahrastnik war Berufsfotografin; immer wieder entstanden aber auch Fotos von Theateraufführungen, Landschaften und Stadtansichten unter künstlerischen Aspekten. Sie war Sympathisantin der Grazer Anarchisten, bei denen ihr Lebensgefährte und späterer Ehemann Alois Zahrastnik führend tätig war. Nach der Niederschlagung des Aufstandes des sozialdemokratischen Schutzbundes im Februar 1934 ging sie nach Spanien, wo sie schon als Zehnjährige ein Jahr bei Zieheltern verbracht hatte. Bald nach Beginn des spanischen Bürgerkrieges kam sie nach Graz zurück und wurde durch ihre Fotoarbeiten bekannt. Auch während der NS-Diktatur konnte sie anfangs weiterarbeiten, unterrichtete als Berufsschullehrerin und war die offizielle Fotografin für Oper und Theater in Graz. Gleichzeitig war sie aber im Widerstand tätig: Sie verhalf aus humanitären Gründen zusammen mit ihrem Mann französischen und russischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen zur Flucht. Zu Ostern 1944 wurde sie von der Gestapo verhaftet und des "Hochverrates" beschuldigt. Nach monatelangen Verhören machte die Gestapo kurzen Prozess mit ihr und befahl ihren Transport ins Frauen-KZ Ravensbrück. Bis April 1945 blieb sie dort inhaftiert. Nach dem Krieg baute sie ein Foto-Fachgeschäft in Graz auf und war verehrte Ausbilderin vieler junger Fotografen.

 

Programm zur Ausstellung

 

Do., 19.04., 19.00: Das für den Inhalt verantwortliche Team spricht zum Konzept der Ausstellung:

Günter Eisenhut, Idee und Recherche, Mag. Günther Holler-Schuster, Kurator, Prof. Peter Weibel, Projektleiter

Do., 26.04., 19.00: Dr. Christian Fleck, Soziologe Karl-Franzens-Universität, Graz:

Widerstand und Resistenz

Do., 03.05., 19.00: Dr. Jan Tabor, Architekturtheoretiker Univ. f. Angewandte Kunst, Wien:

Faschismus: Austrofaschismus: Nationalsozialismus

Parallelen und Unterschiede in der Kulturpolitik

Do., 10.05., 19.00: Filmvorführung: "Die Kameraden des Koloman Wallisch"

Regie und Drehbuch Michael Scharang 1983

Do., 17.05., 19.00: Dr. Gerald Raunig, Philosoph, Kunsttheoretiker, Wien: Transversale Widerstände!

Gegen Provinzialisierung, Historisierung und Ästhetisierung von Widerständen.

Für eine transversale, progressive und politische Ästhetik des Widerstands.

Do., 31.05., 19.00: Prof. Dr. Gerhard Botz, Historiker, Universität Wien:

Künstlerischer Widerstand im Dritten Reich - Resistenz oder widerwillige Anpassung

Do., 07.06., 19.00: Dr. Rainer Fuchs, Kunsthistoriker, Museum moderner Kunst, Wien:

Deutschnationalismus und Innerlichkeit - Zur Vorgeschichte nationalsozialistischer Kulturvernichtung

Do., 21.06., 19.00: Dr. Gertrude Celedin, Kunsthistorikerin, Graz:

Methoden künstlerischer Resistenz in der Malerei - Verdeckte Malweise

Do., 28.06., 19.00: Soirée:

Rudi Widerhofer liest Texte von Künstlern aus der Ausstellung und deren Schriftstellerfreunden

Das ALEA- Quartett führt das Streichquartett in D-Dur von Günther Eisel auf.

Eintritt frei!

Neue Galerie Graz

Joanneumsviertel, Zugang Kalchberggasse
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9100
joanneumsviertel@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten

Di-So 10-17 Uhr 
 
Überblicksführungen
Sa, So, Feiertag, 14 Uhr (de), So, 11 Uhr (en). Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender. Weitere Führungen nach Voranmeldung.

Öffnungszeiten der Bibliothek
Di und Do 10-15 Uhr sowie nach Vereinbarung

Öffnungszeiten OHO!

Di bis Fr von 10 bis 24 Uhr
Sa 9 bis 24 Uhr
So und Feiertag 9 bis 18 Uhr

 

2. April 2018
21. Mai 2018

24. bis 25. Dezember
13. Februar 2018
24. bis 25. Dezember 2018