Gold
Bildinformationen
Material
Gold
Gewicht
3,53 g
Durchmesser
19 mm
Prägestätte
Münzstätte Judenburg
Alle anzeigen
Aus dem Italienhandel reich geworden, pachteten Judenburger Bürger, unter ihnen ein Heinrich der Värber, 1344 die erzbischöflich-salzburgischen Goldbergwerke in Gastein und im Rauris in den Hohen Tauern. Der Landesfürst erteilte ihnen die Erlaubnis, dieses Gold in Münzen auszuprägen. Die Judenburger Goldguldenprägung blieb freilich nur eine kurze Episode in der steirischen Münz- und Geldgeschichte. Bereits 1386 löste der Salzburger Erzbischof Pilgrim II. von Puchheim (reg. 1365-1396) den Pachtvertrag mit den Judenburger Bürgern, wodurch ihnen die Grundlage für weitere Prägungen entzogen wurde.
Die Judenburger Goldgulden tragen auf der Vorderseite den Namen und das Bildnis Johannes’ des Täufers. Er war der Stadtheilige von Florenz, dessen Goldmünzenprägung für viele mitteleuropäische Prägestände Vorbildwirkung hatte. Als in Folge der Kreuzzüge und des daraus entstandenen Handelsverkehrs mit dem östlichen Mittelmeergebiet Gold nach Italien gelangte, hatte die reiche italienische Handelsstadt 1252 die Goldprägung aufgenommen. Die Goldmünze aus Florenz wurde Florenus genannt, nach dem Symbol der Stadt, einer Lilie.
Judenburger Goldgulden sind abgesehen von Albrecht II. auch für Rudolf IV. (reg. 1358-1365), Albrecht III. (reg. 1365-1395) und seit 1997 auch für Leopold III. (1351-1386) bekannt, dem 1379 durch den Neuberger Teilungsvertrag unter anderem das Herzogtum Steiermark zugesprochen wurde.