Tee ist mehr als ein Getränk, in weiten Teilen der Welt ist er geradezu Katalysator sozialer Interaktion, sei es geschäftlicher Verhandlungen oder freundschaftlichen Plauderns. Nicht verwunderlich also, dass diesem Getränk in anderen Kulturen eigene Gebäude, Teehäuser, errichtet werden und der Teekonsum von Ostasien bis in den Nahen Osten und Nordafrika selbstverständlicher Teil der Kommunikation ist.
Eine Inspiration für Rainer Prohaska, dessen temporäre Architekturen aus Holzbauprofilen, Ratschengurten und Betonschalungsträgern in öffentlichen Räumen zum Begegnungsraum und Zentrum sozialer Interaktion werden. Im Rahmen seiner diesjährigen Teilnahme an steirischer herbst, lädt Rainer Prohaska zum gemeinsamen Bau eines Mobile Tea House in Leutschach und Leibnitz. In diesem wird Tee den Ausgangspunkt für Dialog und Austausch, Performances, Vorträge und Plaudereien bilden. Unter Einbindung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und geflüchteter Menschen soll das geplante Mobile Tea House über das Medium Tee kulturelle Gegensätze überbrücken.
Die charakteristische Toy-Kit Architecture Rainer Prohaskas, eine modulare Baukastenarchitektur an der Schnittstelle zu Skulptur und Installation, bildet den formalen Rahmen für einen flexiblen, positiven Umgang mit kulturellen Verschiebungsprozessen. Insbesondere im Kontext des Mobile Tea House wird mit der Toy-Kit Architecture die Vereinfachung der konstruktiven Bauaufgabe auf fundamentale Elemente zum allgemein verständlichen räumlichen Vokabular. Gleichermaßen ist die Geste der gemeinsamen Teezubereitung und des –konsums universell verständlich. So erfordert bereits der gemeinsame Bauprozess Abstimmung, Kooperation und Interaktion, die anschließend bei einer Tasse Tee und Beiträgen eingeladener GastkünstlerInnen vertieft werden können.
Rainer Prohaska lädt bei steirischer herbst die BewohnerInnen von Leibnitz und Leutschach zum gemeinsamen Bauprozess, zu Teezeremonien unterschiedlicher Kulturen und einem vielseitigen Rahmenprogramm mit literarischen, wissenschaftlichen und theoretischen Beiträgen geladener KünstlerInnen ein.
MIT:
Julia Gaisbacher (Projektleitung, Künstlerin, Fotografie),
Sabeth Tödtli (Stadtforscherin), Alexander Peer (Schriftsteller), Florian Fender (Architekt), Reverend Fukaaze (Dao-Dadaist) sowie verschiedene Gäste aus lokalen Institutionen