L201 26 3

Transparentausstellung

12.07. - 11.10.2026

Bildinformationen

Laufzeit

12.07. - 11.10.2026

Veranstaltet von

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

Treffpunkt

Kunstraum L201, Studenzen 99, 8322 Studenzen

Kuratiert von

Alfred Lenz

Kosten

kostenlos

Alle anzeigen

Über das
Projekt

Die alljährliche Transparentausstellung an der L201 geht in die dritte Runde:

 

 

 

Edda Strobl, Lonely Fire – Big Fun, 2025

 

Aus einer Serie von Arbeiten, die sich mit der petrochemischen Industrie und deren Folgen beschäftigen. Der Titel bezieht sich auf das Miles-Davis-Stück Lonely Fire von der LP Big Fun, das die Künstlerin während des Malprozesses begleitete.

 

„Lonely Fire – Big Fun (Aquarell) ist 2020 als erstes Bild innerhalb einer Serie über die Folgen des Hungers nach Produkten aus der Petrochemie und dem vermeintlichen Recht des Individuums aufs Rumgurken in seiner privaten Riesenkiste entstanden.

 

Waren im Jahr 2020 Waldbrände noch entfernt - meist weiter im Süden oder in den USA (vorzugsweise Kalifornien) - so trifft es heuer die trockene Steiermark und Teile in Österreich bereits im April. Die Frage ist: Wie lange dauert es noch, bis die ersten Höfe, Gebäude und Ortschaften durch Feuer bedroht werden, ganz zu schweigen von den Haus- und Wildtieren, die in den Flammen qualvoll verenden...?

 

Als ich im Dezember 2025 dieses Bild mit diesem Titel für den Kunstraum L201 adaptierte, konnte ich nicht ahnen, dass es in Österreich waldbrandmäßig heuer so prekär ist. Umso mehr wundert es mich, dass der Luft-100er gekippt wurde, Straßenbau forciert wird und Ankurbelung von Wirtschaft, Verkehr und unendlich verfügbare Energie (damit Leute sich mit LLMS und anderen lustigen Apps die Zeit vertreiben können) als "alternativlos" dargestellt wird. (Aber eigentlich wundert es mich auch wieder nicht....)"

 

 

 

Marianne Vlaschits, Vicia sativa (aus der Hortus Conclusus-Serie), 2025

 

„Es ist die Darstellung einer Futterwicke. Das Bild ist aus einer Serie Hortus Herbularius, in der ich verschiedene in Österreich vorkommende Heil- und Nutzpflanzen ausgesucht und gemalt habe. Die Serie ist eine Weiterentwicklung von Herbarium Burggasse, meiner ersten Arbeit im öffentlichen Raum, in der ich architektonische Ornamente verwendet habe. In der neuen Arbeit ist der Fokus auf Pflanzen, die am Wegesrand wachsen und gerne übersehen werden, die aber alle einen besonderen Nutzen oder eine besondere Schönheit haben. Ähnlich wie Architekturornamente gerne übersehen werden."

 

 

Cäcilia Brown, Take care and stay home, 2026

 

„Das Foto ist 2020 während dem ersten Lockdown entstanden, am Weg heim von Portugal. Ich war während des ersten Lockdowns dort, um zu arbeiten, und bin gegen Ende des Lockdowns mit dem Auto zurückgefahren. Die Autobahnen in Portugal, Spanien, Frankreich waren leer - nur in Deutschland war nicht so viel zu merken. In jedem Land stand auf den digitalen Autobahnanzeigen in der jeweiligen Sprache „Bleiben Sie zu Hause". Die Stimmung war irgendwie dystopisch und utopisch gleichermaßen - eine Welt ohne Autoverkehr, diese ganze Infrastruktur, inklusive der Raststationen, Autobahnkreuze etc. ihrer Funktion behoben bzw. ersetzt.

Wir konnten viele Tiere beobachten, die sich in der Dämmerung auf die warme Straße setzten. Dieser Storch hatte sein Nest genau auf dem Schild gebaut. Dein Ort ist auch ein bisschen wie dieses Storchennest."

 

 

Raumarbeiterinnen, TÜRMEN, 2026 (Foto: Pia Fronia)

 

„Im Eingriff in den Landschaftsraum wird der Körper selbst zum vermessenden, temporären Bauwerk. Getragen von Perspektive und gegenseitiger Positionierung wird die Balance stets selbst zu Architektur. Zwischen Auto, Landschaft und Leere entsteht ein stilles Bild kollektiver Konstruktionen."

 


Alfred Lenz: „​Obwohl die vier Arbeiten formal recht unterschiedlich sind (Malerei, Fotografie, Malerei als Naturstudie und performative Fotografie), gibt es Verbindungslinien. Sie alle kreisen um das Verhältnis zwischen Mensch, Infrastruktur, Landschaft und Kontrolle. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen menschlich gebauter Welt und nicht menschlichem Leben. Alle Arbeiten zeigen Natur nicht als idyllischen Gegenpol zur Zivilisation, sondern als geformt, reguliert, beschädigt oder funktionalisiert. Weiters könnte man sagen, dass die Landschaft in allen Arbeiten kein Hintergrund, sondern ein aktiver Austragungsort gesellschaftlicher Verhältnisse ist."

Bildergalerie

Bildinformationen

Bildinformationen

Marianne Vlaschits
Edda Strobl
raumarbeiterinnen
Cäcilia Brown

Zur Ausstellung

Alfred Lenz präsentiert auch 2026 seine Transparentausstellungen direkt an der Landstraße 201 in Studenzen. Die öffentlich zugängliche Präsentation an der stark frequentierten Straße wird im Laufe eines Jahres von Millionen Menschen wahrgenommen. Dieser Gegenentwurf zu den bekannten Werbeflächen im öffentlichen Raum macht zeitgenössische Kunst im ländlichen Raum unterschwellig für alle sichtbar.