Warum überließ der Berliner Magistrat nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs ausgerechnet Brekers Meisterschüler den Ostflügel des Gebäudes? Dazu noch auf Lebenszeit? War die Distanzierung von seinem Professor und Förderer, war der Sprung in die Moderne karrieretaktisch motiviert? Warum hatte er sich 1938 gerade bei Breker eingeschrieben? War der Umbau des Haupttrakts des Nazibaus zu acht Einzelateliers, den Berlin in den 1970er-Jahren vornahm, eine antimonumentale Geste? Die Überlassung der Räume an eine Vielzahl internationaler Künstler*innen in den folgenden Jahrzehnten ein Versuch der politischen Dekontamination? Warum geriet der Entstehungskontext des Gebäudes in Vergessenheit? Und warum beendete Berlin 2011 das Atelierprogramm?
Die Witwe des Meisterschülers gründete 1996 eine Stiftung. Auf ihre Initiative hin und gegen den Protest der Künstler*innen wurde der Rückbau des Staatsateliers Brekers zu einem Ausstellungs- und Veranstaltungshaus rund um das Werk seines Meisterschülers in die Wege geleitet. Im Juni 2015 eröffnete es als „Kunsthaus Dahlem“ im Monumentalatelier. Dieser Prozess motivierte Dellbrügge & de Moll zu den nationalsozialistischen Wurzeln zurückzugehen.