Alfred Lenz, L201_Care

Eröffnung des Kunstraums

Bildinformationen

Ort

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, Studenzen 99, 8322 Studenzen

Kuratiert von

Alfred Lenz

Kosten

kostenlos

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Über das
Projekt

Im Jahr 2024 wird die dreiteilige Skulptur des Kunstraums L201 zu einer neuen, miteinander verbundenen Struktur zusammengesetzt.

 


An der inneren Seite der permanent installierten Gitterwand-Konstruktion, die gleichzeitig auf der straßenzugewandten Seite ganzjährig von Künstler*innen mit Transparenten bespielt wird, werden die beiden freistehenden Wände als Dachfläche angebaut. So entsteht direkt am Straßenrand die Form eines offenen Hauses, die in gewisser Hinsicht an einen griechischen Tempel erinnert. Davor und in direkter Blickrichtung zur Straße, durch das transparente Haus hindurch, wird die im Vorjahr für L201 gebaute Tribüne von Hans Schabus neu positioniert.

 

Das Erdreich in der Hausstruktur wird von der Künstlerin Gabriele Sturm gestaltet. Sie wird sich im Laufe des Jahres immer wieder vor Ort aufhalten, um Analysen der Vegetation zu machen und in Absprache mit den Anwohner*innen zu arbeiten. Hier entsteht ungebändigte Vegetation - die vegetativen Lebewesen dürfen entstehen, sich entfalten und bilden gleichzeitig eine Bühne für Performances, Konzerte und andere Aktionen. Auch die Fläche unter der Tribüne wird auf diese Weise bereichert. Die dort lebenden Pflanzen und Insekten sind damit selbst Teil des Spektakels - eines Spektakels, das nicht spektakulär auftritt, sondern in kaum hörbaren Tönen, feinen Schattierungen und Formen. Durch die beiden vegetativen Flächen entsteht ein visueller und inhaltlicher Zusammenhang zwischen Bühne und Tribüne, sie teilen sich den Raum mit den Performer*innen wie den Betrachter*innen. Das Zulassen autarker Natur durch simples Nicht-Eingreifen wird der Erhaltung von bereits vom Menschen kultivierten Habitaten, die ohne externe Pflege nicht mehr überlebensfähig wären, gegenübergestellt.

 

Auf der anderen Seite des Grundstückes wird ein Unterstand entstehen, der 10 Tage lang eine Milchkuh mit ihrem Kalb beherbergt. Der Ort wird zu ihrem Lebensraum und die Wiese des Einfamilienhauses zu ihrer Nahrungsgrundlage. Der Künstler Lukas Weithas wird sich während des gesamten Zeitraums um die Tiere kümmern, sie händisch melken, die Milch weiterverarbeiten und vieles mehr. Tiere eines Bauernhofs werden fast wie durch eine Zeitmaschine auf den Grund eines Einfamilienhauses

verfrachtet. Anstatt sich der Gesellschaft zu entziehen, findet Care in deren Mitte statt. Mit leichten Verschiebungen und beinahe ohne Distanz wird eine Situation inmitten der Wirklichkeit erzeugt. Dadurch werden alternative Betrachtungsweisen ermöglicht sowie Abhängigkeitsverhältnisse und Nutzungsbedingungen von Mensch, Umwelt, Natur und Kultur anders und neu hinterfragt.

Im Rahmen der Eröffnung wird es eine Performance von Daria Lytvynenko und ein Konzert von Kurt Strohmeier geben.

Programm