Foto: Nika Nardelli/Universalmuseum Joanneum

17. Mai 2018 / Nika Nardelli

Von Generation zu Generation: Günter Brus besucht junge Künstler/innen im BRUSEUM

Neue Galerie mit BRUSEUM

Aus Anlass seines 80. Geburtstages lud Günter Brus, der wichtigste Wegbereiter des Wiener Aktionismus, im März junge Künstler/innen in das BRUSEUM der Neuen Galerie Graz ein.

Schon vor den 1970er-Jahren begann sich Günter Brus mit der Zeichnung zu beschäftigen und ließ sich unter anderem auch von der Literatur inspirieren. Schlussendlich resultierte daraus ein Dialog zwischen Text und Bild. Durch diese Verbindung von Linien, Lyrik oder auch des Künstlers Handschrift entstanden Werke wie zum Beispiel 1979 Des Knaben Wunderhorn oder die Bildbände für seine Tochter Diana.

Foto: Nika Nardelli/Universalmuseum Joanneum

Seit der Eröffnung des BRUSEUMs im Jahr 2008 werden dort in wechselnden Ausstellungen Brus’ Werke gezeigt. Nun wendet er das Blatt und öffnet die Türen des Museums für junge Künstler/innen. Mit verschiedenen zeichentechnischen Materialien und individuellen künstlerischen Zugängen sind sie aufgefordert, ihre Ideen zum Ausdruck zu bringen. Außerdem wird die Besucherin, der Besucher dazu eingeladen, einen eigenen Teil zu der Ausstellung beizutragen, wofür regelmäßig zeichnerische Angebote bereitgestellt werden. Das Spannende an dieser Ausstellung ist, dass alle Besucher/innen die Möglichkeit haben, den Künstlerinnen und Künstlern bei ihrer Arbeit direkt über die Schulter zu schauen. Wer möchte, kann natürlich auch Fragen stellen und in einen direkten Austausch mit den Kunstschaffenden kommen.

Foto: Nika Nardelli/Universalmuseum Joanneum

Am 14. März, zwei Wochen nach Eröffnung der Ausstellung Obsession Zeichnen, als Marleen Leitner und Michael Schitnig von Studio ASYNCHROME, Andreas Werner sowie Robin Klengel und Coline Robin mitten in ihrem Schaffensprozess waren, wurden Günter Brus, seine Frau Anni sowie seine Tochter Diana von Kurator Roman Grabner herzlich im BRUSEUM empfangen.

Als Günter Brus mit seiner Frau und seiner Tochter durch das BRUSEUM ging und sich den bisher entstandenen Zeichnungen widmete, entstanden rege Gespräche sowie ein spannender Austausch zwischen zwei Generationen auf Augenhöhe. Auch Anni Brus stellte den jungen Künstlerinnen und Künstlern kritische Fragen, die bestimmt zum Nachdenken anregten, und erzählte von den persönlichen Erfahrungen sowie Geschichten, die das Künstlerduo Brus in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam erlebte.

Foto: Nika Nardelli/Universalmuseum Joanneum

Bis 30. Juni erwartet das BRUSEUM noch zahlreiche Künstler/innen wie beispielsweise Stefanie Holler, Gábor Koós, Anastasia Ax, Marie Neugebauer, Zofia Gramz oder die belgische Künstlerin Hannelore van Dijk. Gleichermaßen warten wir gespannt auf den Besuch der Grazer Künstlerin Marianne Lang, die bekannt ist für ihr experimentierfreudiges Elaborieren im Genre Zeichnung. Ob sie das BRUSEUM in luftiger Manier mit dem Silberstift verschleiern oder aber ihre Haupttechnik, dem Sgraffito, unterliegen wird, ließ die Künstlerin bisher offen.

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