Votivstatuetten aus Zypern

Foto: UMJ/ N. Lackner

Datierung: 6.-1. Jahrhundert v. Chr.
Technik: Kalkstein
Fundort:Zypern, Idalion
Besitz: Universalmuseum Joanneum
Inventarnummern: 3001 - 3093


Die Zuständigkeiten von Aphrodite und Apollon kommen in den Votivstatuetten aus Zypern, die im Archäologiemuseum ausgestellt sind, zum Ausdruck. Dabei handelt es sich um 37 Statuetten und Reliefs aus dem 6.–1. Jahrhundert v. Chr. Sie zeigen thronende Frauen, die Babys oder kleine Kinder auf dem Schoß halten oder denen größere Kinder zur Seite stehen. Die detailgetreue Gestaltung lässt Geschlecht, Kleidung und Schmuck der Dargestellten erkennen. Auf Zypern wurden diese Kalksteinstatuetten Aphrodite und Apollon zum Opfer dargebracht, um diese um Nachwuchs, eine glückliche Geburt und auch Gesundheit zu bitten.

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Kalksteinstatuetten wurden in Zypern Göttern wie Aphrodite und Apollon als Votive geweiht. Im Zentrum der Bitten standen häufig Kinder, um deren glückliche Geburt und Gesundheit man bat. Die Sammlung besitzt 37 Kourotrophoi, Statuetten und Reliefs von thronenden Frauen mit Babys oder kleinen Kindern am Schoß oder an der Seite stehenden älteren Kindern. Sie stammen aus dem 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr., die Babys liegen mit dem Kopf immer an der linken Seite der Thronenden.

Die Vorbilder der sogenannten Tempelknaben – männlicher sitzender Knaben – waren im Krabbel- und Kleinkindalter. Sie sind mit Hemdchen bekleidet, die das Genital frei lassen. Die Kinder trugen Schmuck und verschiedene Amulette, um Krankheiten und Unheil fernzuhalten. Auch eine manchmal in der Hand gehaltene Schleife könnte eine übelabwehrende Funktion gehabt haben. Die Bedeutung der Tempelknaben liegt vielleicht im Dank für die Geburt eines Knaben. Barhäuptige Köpfe mit Ohrringen und Köpfe mit Spitzhauben könnten zu Tempelknaben gehört haben.

21 weibliche Köpfe meist stehender Votivfiguren datieren vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis in hellenistische Zeit (3.-1. Jahrhundert v. Chr.). Köpfe des 6. bis 4. Jahrhunderts v. Chr. sind reich mit Schmuck versehen und tragen verschiedene Haubenformen, den Schleier und florale Kronen. Die Statuette einer Lyraspielerin bezeugt die Bedeutung der Musik im Kult. Die fragmentierte weibliche Statuette mit Schleier ist ein Beispiel für den einfachen hellenistischen Typus. Das Votiv eines sitzenden Schreibers mit Schriftrolle auf den Knien spiegelt praktische Belange in Heiligtümern Zyperns wider.

Ein Apollonköpfchen des 3. Jahrhunderts v. Chr. zeigt mit den langen Spirallocken die typische Haartracht dieses Gottes auf Zypern. Die Statuette eines sitzenden männlichen Affen mit einem Gegenstand in der Hand ist bisher ohne Vergleich in der zyprischen Kalksteinplastik. Affen waren in der Antike Haustiere und wurden als Terrakotten auch in Kindergräber gegeben. Sie verrichten als solche häufig menschliche Tätigkeiten. Sie kommen in Zypern gemeinsam mit dem ägyptischen Gott Bes vor, der für den Schutz von Kindern zuständig war.

Archäologiemuseum/Ausstellungsansicht
Dauerausstellung

Archäologiemuseum

Daueraustellung

01.01.2014-31.12.2020 > Archäologiemuseum, Schloss Eggenberg

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Archäologiemuseum, Schloss Eggenberg

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T +43-316/8017-9515
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02. April bis 31. Oktober Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr
01. November bis 29. Dezember Di-So, Feiertag

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