Ägyptische Uschebtis

Foto: UMJ/ N. Lackner

Datierung: 14. bis 3. Jahrhundert v. Chr.
Technik: Holz, bemalt, gebrannter Ton, bemalt, Fayence, grün und blau glasiert
Fundort: Ägypten, Memphis, Theben
Besitz: Universalmuseum Joanneum
Inventarnummern: 4137, 4139, 4136, 25208, 25207, 4102, 4116, 4098, 4096, 4105, 4138, 25206, 4130, 4097, 8106, 4099, 25205, 8733, 4134, 4092, 4104, 4095, 4140, 8731, 23275, 8734, 25204, 4106, 8735, 4355, 4135, 8732, 8106, 8733, 4097, 25205, 4099, 4130, 4089, 4118, 8732, 4131, 4100, 4135, 23275, 4106, 8734, 25204, 8735, 4355, 4132, 4103, 8758, 4133, 4094, 4093, 22705, 4091, 25203, 4132, 8105, 8728, 4141, 22707, 22708, 23274, 25201, 22706, 25202

Im Archäologiemuseum erinnern die zahlreichen „Uschebtis“ an das Totenreich und Osiris. Diese sogenannten  „Antworter“ wurden den Toten mit ins Grab gegeben.
Die kleinen mumienförmigen Figuren wurden ab ca. 1.800 v. Chr. angefertigt und sollten im Jenseits einerseits die Verbindung zum Totengott Osiris herstellen und andererseits anstelle der Toten den vorgeschriebenen Frondienst leisten. Idealerweise sollten einem Verstorbenen 365 Uschebtis – für jeden Tag des Jahres ein Uschebti – mitgegeben werden. 

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Im Mittleren Reich bekam die Osirisreligion für das Leben im Jenseits vorrangige Bedeutung. Osiris ist der im Kampf mit seinem Bruder Seth getötete, doch wieder zu Leben erweckte Gott. Nicht nur der Pharao, sondern auch Privatleute konnten wie Osiris ewiges Leben erlangen.

Ende des Mittleren Reiches, ca. 1.800 v. Chr., wurden den Verstorbenen kleine Figuren aus Holz mitgegeben. Sie waren zuerst stöckchenartig, bekamen dann Mumiengestalt wie Osiris und wurden mit dem Namen und auch Titeln der Person, für die sie bestimmt waren, beschriftet und als Osiris bezeichnet. Sie waren als Stellvertreter gedacht, um für die betreffenden Personen die Arbeiten in den jenseitigen Gefilden zu verrichten.

Die Bezeichnung Uschebti geht auf das altägyptische Wort für „antworten, Antworter“ zurück. In dem Spruch, der sie zur Arbeit in der Nekropole auffordert, werden sie als „Antworter“ angesprochen, denn sie sollen sich melden, wenn der Aufruf an sie ergeht, die Felder zu bewässern, Sand zu tragen etc., und sagen: Hier bin ich.

Die ideale Anzahl der Figuren war mindestens ein Arbeiter für jeden Tag des Jahres, d. h. 365 Stück, und pro Zehnereinheit zusätzlich ein Aufseher. Die Arbeiter halten in den über der Brust gekreuzten Händen Hauen für die Feldbearbeitung, auf dem Rücken tragen sie Körbe oder das Tragjoch mit den Wassertöpfen. Die Aufseher, meist im Gewand der Lebenden dargestellt, halten eine Peitsche in der Hand.

Dieser Brauch wurde bis in die spätptolemäische Zeit, dem 1. Jahrhundert v. Chr., beibehalten. Im Neuen Reich findet zusätzlich zu Holz und Stein gebrannter Ton und Fayence Verwendung. Durch die Erzeugung in Modeln war Massenanfertigung möglich. Die Inschrift wurde eingraviert oder mit schwarzer Farbe aufgemalt. Uschebtis aus Stein, Holz oder Ton waren auch bunt bemalt. Billige Produkte waren klein und ohne Beschriftung, die Idee an sich war wichtig.

Uschebtis wurden in Kästchen in Haus- oder Kapellenform mitgegeben, im Neuen Reich manchmal einzeln in passende Särge eingeschlossen, so wie die Mumie des Verstorbenen im mumienförmigen Sarg. Sie konnten auch bloß in einer Tasche neben den Sarg gelegt werden.

Ägyptische Uschebtis
Dauerausstellung

Archäologiemuseum

Daueraustellung

01.01.2014-31.12.2020 > Archäologiemuseum, Schloss Eggenberg

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Archäologiemuseum, Schloss Eggenberg

Eggenberger Allee 90
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9560
archaeologie@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
02. April bis 31. Oktober Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr
01. November bis 29. Dezember Di-So, Feiertag

nur im Rahmen einer Führung und nach Voranmeldung zugänglich.


 

Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender.  

 

10. Juni

24. bis 25. Dezember