Venedig, London, Wien – und Graz?

Zur europäischen Karriere von Giovanni Antonio Pellegrini

07.07.2026

Bildinformationen

Datum

07.07.2026

Uhrzeit

18:00 - 20:00

Ort

Alte Galerie

Treffpunkt

Schloss Eggenberg, Shop

Kosten

kostenlos

Alle anzeigen

Über die
Veranstaltung

Giovanni Antonio Pellegrini (1675–1741) ist ein europäischer Künstler par excellence. In Venedig geboren, verbrachte er über 20 Jahre seines Lebens auf Reisen: Prestigeträchtige Aufträge für große Fresken- und Leinwanddekorationen führten ihn unter anderem nach London, Düsseldorf, Amsterdam und Wien. Auch unter seinen Malerkollegen war Pellegrini bestens vernetzt und arbeitete unter anderem mit dem Landschaftsspezialisten Marco Ricci zusammen. Pellegrinis Ehefrau Angela war die Schwester der Pastellmalerin Rosalba Carriera. Aus der bis heute erhaltenen Korrespondenz dieser beiden Frauen entsteht ein lebendiges Bild der venezianischen Kunstszene um 1700.

 

Der Vortrag beleuchtet Pellegrinis europäisches Künstlerleben, seine Karrierestrategien und seine Arbeitsweise. Mit dem Gemälde Susanna und die beiden Alten besitzt die Alte Galerie eine charakteristische Komposition von Pellegrini, die der Maler mehrfach für verschiedene Auftraggeber wiederholt hat. Vor dem Original sollen seine Themenwahl, seine Bildsprache und seine Maltechnik beleuchtet werden. Gemeinsam wollen wir entschlüsseln, welche Deutungsmöglichkeiten Pellegrinis Susanna-Darstellung eröffnet: Welche Position bezieht das Gemälde gegenüber berühmten Vorbildern, etwa von Artemisia Gentileschi? Wie ist das Werk in eine Bildtradition einzuordnen, die ein weibliches Tugenvorbild propagiert, aber auch vor männlichem Machtmissbrauch warnt – und wie stehen wir der Geschichte von Susanna heute gegenüber?

Die Vortragende: Dr. Annette Hojer

Annette Hojer ist Kuratorin für Italienische und Französische Kunst vor 1800 an der Staatsgalerie Stuttgart.

Über die Vortragende

Dr. Annette Hojer ist Kuratorin für Italienische und Französische Kunst vor 1800 an der Staatsgalerie Stuttgart. Ihre Forschungen widmen sich italienischen Malerei vom 15. bis 18. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt auf den Kunstzentren Venedig, Florenz und Neapel. An der Staatsgalerie kuratierte sie die Ausstellungen Tiepolo – Der beste Maler Venedigs (2019/20) und Carpaccio, Bellini und die Frührenaissance in Venedig (2024/25). Sie ist Mitherausgeberin des Bestandskatalogs Florentiner Malerei. Alte Pinakothek. Die Gemälde des 14. bis 16. Jahrhunderts. Weitere Publikationen befassen sich mit Francesco Solimena, Filippo Falciatore, Pietro Perugino und den Stuttgarter Apokalypse-Tafeln.