Propaganda fidei

Die Kunst als Mittel der Glaubensunterweisung

 

Die Gegenreformation erstreckt sich nicht nur auf die Kirchenräume, wo große Altarbilder das Volk zu unterweisen helfen. Zahlreiche Gemälde kleinen Formats sollen dazu beitragen, die Glaubensinhalte auch im häuslichen Rahmen zu verbreiten. Sie sind besonders geeignet, die kirchlichen Lehren zu verinnerlichen, und werden oft nach grafischen Vorlagen gemalt. So hält die Gegenreformation Einzug in die neuen Sammlerkabinette, um auch die Eliten zu einem gottgefälligen Leben anzuleiten. Kunstbetrachtung wird zur Meditation. Gefragt sind Themen aus dem Leben Christi und der Heiligen, die zur Versenkung in dessen Leiden und Sterben einladen. Büßerheilige wie Maria Magdalena werden zu Vorbildern. Diese Verinnerlichung prägt vielerorts den Alltag der Oberschicht. Intensive Frömmigkeit soll Zuflucht vor äußerer Bedrängnis bieten.

 

 

Bildinformationen

Kunstwerke im Überblick

Büßende Maria Magdalena

Teniers zeigt hier Maria Magdalena, die prominenteste Büßerin des katholischen Heiligenkalenders, die sich zu Askese und Meditation in eine kahle Einsiedlerhöhle zurückgezogen hat. Weltflucht und Verzicht sind Kennzeichen des frühen Mönchtums und prägen das strenge Selbstverständnis der großen Reformorden. Für die Gegenreformation in ihrem ständigen Kampf gegen Luxus und Verweltlichung gewann der Typus des selbstlosen Asketen mit seiner „seligen Buße“ eine neue Vorbildrolle, der die Gläubigen nacheifern sollten.