Der endlose Krieg

Die Geißel des Zeitalters

Die ganze Neuzeit ist von blutigen Konflikten erfüllt, allen Bemühungen zum Trotz bleibt die Religionsfrage ungelöst. Lange schon schwelt der Streit zwischen Katholiken und Protestanten, 1618 mündet er in den Dreißigjährigen Krieg. Europa ist ein einziger Kriegsschauplatz, ein theatrum belli. Die Folge sind Verwüstungen ungeheuren Ausmaßes. Die Gewalt trifft alle, ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht. Selbst der Glaube gerät ins Wanken, die Menschen verzweifeln.

Der Krieg ist allgegenwärtig, auch in der Kunst. Im Atelier stellen zahllose Maler fiktive Kämpfe dar. Besonders niederländische Künstler sind darauf spezialisiert. Nicht nur große Schlachten, auch Scharmützel werden Thema, die entfesselte Kampfeswut wird immer wieder ins Bild gesetzt. Oft wird gezeigt, wie Soldaten Reisende überfallen. Meist ohne Sold und selbst mittellos, werden sie aus purer Not zu Räubern und Mördern. Auch die brutale Gewalt gegen wehrlose Bauern, die von Soldaten beraubt, gequält oder getötet werden, wird von den Malern der Zeit schonungslos dargestellt.

Bildinformationen

Kunstwerke im Überblick

Plünderung eines Dorfes

Schonungslos beschriebene Gewaltszenen belegen das verstärkte Interesse der Kunst am Kriegsgeschehen der Zeit. Die zahlreichen Darstellungen grausamer Übergriffe gegen Unbeteiligte und Wehrlose sind reine Atelierprodukte, doch spiegeln sie den Alltag der von ausufernder Gewalt geprägten Zeit des 30jährigen Krieges wider, die Zivilisten keinen Schutzstatus zubilligte. Versorgungsengpässe und Soldrückstände führten dazu, dass sich Soldaten an Dorfbewohnern schadlos hielten. Dabei herrscht schrankenlose Willkür, die keinen Unterschied zwischen Freund und Feind kannte.

Krieg als Berufsbild

Das Ideal des modernen Militärbefehlshabers umfasst nicht nur persönliche Tapferkeit, sondern auch taktisches und strategisches Geschick. Entscheidend sind organisatorische Fähigkeiten, um große, oft aus vielen Nationen bestehende Armeen im Feld zu halten, zu führen und vor allem zu bezahlen. Unersetzlich ist ein eiserner Wille, ein hartes Naturell, um die Strapazen eines Lebens im Feld zu ertragen.

Ruprecht von Eggenberg (1546–1611) vereinigt diese Qualitäten in seiner Person: ein Militärführer von unangefochtener Autorität, ein unersetzlicher wie loyaler Helfer seiner gekrönten Herren. Im Dienst der spanischen und österreichischen Habsburger sammelt er reiche Erfahrung im Felde. Für Spanien kämpft er unter Alessandro Farnese in Flandern, für Kaiser Rudolf II. im sogenannten „Langen Türkenkrieg“ an der Militärgrenze des Reiches. Für seinen lebenslangen Einsatz erntet er Ruhm und Ehre, vor allem für den großen Sieg über Hassan Pascha bei Sissek 1593. Das Lob ist groß, der Lohn ist klein: Der Sold bleibt zumeist aus. Selbst sein monumentales Mausoleum in Ehrenhausen kann erst nach Jahrzehnten fertiggestellt werden.