Leiter der Provenienzforschung im Bayerischen Nationalmuseum in München und im Provenienzteam der Staatlichen Museumsagentur Bayern.
Bildinformationen
Datum
28.05.2026
Uhrzeit
18:00 - 20:00
Ort
Alte Galerie
Treffpunkt
Schloss Eggenberg, Shop
Mit
Matthias Weniger
Kosten
kostenlos
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Zu den gefragtesten Luxusobjekten auf dem Kunstmarkt zählten um 1400 in Prag gefertigte „Vesperbilder“, Ansichten einer jugendlich schönen Maria mit ihrem toten Sohn in den Armen. Der weiche Stein ermöglichte die Ausarbeitung feinster Details.
Diese „Schönen Vesperbilder“ wurden bis an die Grenzen des Heiligen Römischen Reiches und noch darüber hinaus exportiert – von Danzig und Königsberg bis Düsseldorf und von Hermannstadt bis Bern. Ihr Besitz war Statussymbol und Reverenz an den Kaiserhof sowie oft auch mit den Ambitionen des Deutschen Ordens verbunden. Den ca. 45 ganz oder partiell erhaltenen Originalen stehen Hunderte zeitgenössische Kopien aus Holz, Stein oder Kunststein gegenüber.
Die Alte Galerie bewahrt ein Prager Original aus Stift Admont – und eine wohl in Salzburg gefertigte hervorragende Wiederholung in Kunststein, die aus demselben Kloster stammt. Führung und Vortrag stellen beide Werke in ihren internationalen Zusammenhang, künstlerisch ebenso wie material-, wirtschafts- und frömmigkeitsgeschichtlich oder kunstpolitisch.
Der Vortragende: Dr. Matthias Weniger
Leiter der Provenienzforschung im Bayerischen Nationalmuseum in München und im Provenienzteam der Staatlichen Museumsagentur Bayern.
Studium in Berlin, Bonn und Barcelona. Promotion 1997 im Bereich der altniederländischen Malerei. 1997-2000 an den Staatlichen Museen zu Berlin, 2001-2003 Gemäldegalerie Alte Meister Dresden, 2003-2025 Referent für Skulptur und Malerei vor 1550 am Bayerischen Nationalmuseum in München, seit 2019 zusätzlich Leiter der Provenienzforschung. Seit 2025 im Provenienzteam der Staatlichen Museumsagentur Bayern. Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. zur deutschen Skulptur und Malerei des 15./16. Jh., zur spanischen Kunst, zur Sammlungsgeschichte und zu Provenienzfragen.