Restaurierungen im Schlosspark

Projekt 2015/2016

Die Leitung des Universalmuseums Joanneum teilt mit Bedauern mit, dass im denkmalgeschützten Schlosspark von Eggenberg die dringende Notwendigkeit für einen größeren Eingriff in die bestehende Baumkulisse besteht.

 

Den Erhalt des historischen Baumbestandes mit der Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher zu vereinbaren, stellt eine besondere Herausforderung dar. Sie ist eine Gratwanderung zwischen dem Respekt für das Gartendenkmal und der Verantwortung für unsere Gäste. Daher sind wir von Zeit zu Zeit auch zu tiefgreifenden Maßnahmen gezwungen, die über die laufende Pflege hinausgehen. Nur so kann die Gefahr weiterer Schäden minimiert werden und der Eggenberger Schlosspark als „lebendiges Denkmal“ erhalten bleiben.

Foto: GIS Steiermark

Ein besonderes Gefährdungsszenario besteht an der Ostecke des Parks. Dort gibt es bis heute einen Rest des formalen Gartens aus dem 18. Jh. mit geraden Wegen und einigen durchgewachsenen Hainbuchen von barocken Heckenwänden. Das hohe Alter dieser Bäume sowie massiver Pilzbefall bereiten uns nun große Sorgen. Es hat hier allein im Vorjahr vier Baumstürze gegeben, davon einen direkt auf eine Parkbank, wobei nur durch glücklichen Zufall niemand zu Schaden gekommen ist. Die Verantwortung für unsere Gäste zwingt uns daher zum Handeln. Wir müssen diesen Baumbestand großflächig entfernen und die gesamte Erde tief abtragen und erneuern. Das bedeutet einen überaus schmerzlichen Eingriff in die Struktur des historischen Parks, den wir nur mit großem Bedauern und Zögern vornehmen. Leider gibt es vom Standpunkt der Sicherheit aus keine Alternative, außer diesen Parkbereich vollkommen zu sperren.

Ein barocker Obstgarten für Eggenberg

 

Wir möchten jedoch aus dem notwendigen Übel etwas Positives machen. Vom 18.Jh. bis zum Biedermeier gab es dort Obstwiesen, die von hohen Hainbuchenhecken gerahmt waren. Als Ersatzpflanzung im Sinne des Parkpflegewerks werden wir daher diesen historischen Gartenbereich wiederherstellen. Hinter Heckenwänden werden hier wieder historische Obstbäume (deren Sortenkatalog sich im Eggenbergischen Archiv erhalten hat) gepflanzt. Mit dem Bewahren einiger kostbarer und bedrohter Sorten (z.B. Danziger Kantapfel, Roter Herbstkalvill, Ribston Pepping, Graue Herbstrenette, Gravensteiner, Kanadarenette, Malerapfel, Graue Dechantsbirne, Diels Butterbirne und verschiedene Quitten) kann der Eggenberger Park eine wertvolle Bereicherung erfahren. In den kommenden Jahren werden Besucherinnen und Besucher um den barocken Gartenpavillon wieder einen Eindruck vom formalen Garten des 18. Jhs. gewinnen und einige der dort vor über 200 Jahren geernteten Obstsorten kennenlernen können.

 

 

Gleichzeitig muss auch ein ebenfalls irreversibel geschädigter Clump in der Nähe des Gartenpavillons abgetragen und 1:1 ersetzt werden. Da bei diesen Arbeiten auch großes Gerät zum Einsatz kommen muss, ergreifen wir die Gelegenheit, in einem Arbeitsgang auch eine langjährige Forderung des Parkpflegewerks zu erfüllen, nämlich in diesem Bereich die ursprüngliche Wegeführung des Landschaftsgartens wieder herzustellen.

Zeitplan

Rodung und Neuanlage: Nov-Dez 2015

Neupflanzungen: März-April 2016

Fertigstellung: April/Mai 2016

 

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass während der Restaurierarbeiten die Wege in diesem Gartenteil gesperrt bleiben müssen. Herzlichen Dank!

Schloss Eggenberg

Eggenberger Allee 90
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9532
F +43-316/8017-9555
eggenberg@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


Prunkräume:
1. April bis 31. Oktober 2017
nur im Rahmen einer Führung zugänglich

 
Führungen: Di-So, Feiertag um 10, 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr (ausnahmsweise Abweichungen möglich) sowie zusätzlich nach Voranmeldung

Schlosspark und Gärten:
November-März: täglich 8-17 Uhr
April-Oktober: täglich 8-19 Uhr