Pfennig

König Ottokar II. (reg. 1260-1276)

Bildinformationen

Material

Silber

Gewicht

0,88 g

Durchmesser

16 mm

Prägestätte

Münzstätte Graz

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Ab den ersten Jahrzehnten des 13. Jhs. bis in das Jahr 1408 hatte das Herzogtum Steiermark eine eigene Landeswährung: den Grazer Pfennig. Der Landesherr ließ ihn in mindestens zwei Münzstätten prägen: in Graz, das sich zur Residenzstadt entwickelte, und im kleinen obersteirischen Markt Oberzeiring, der bis in die Mitte des 14. Jhs. über die bedeutendsten Silbervorkommen des Landes verfügte. Vielleicht wurden darüber hinaus Grazer Pfennige eine Zeit lang auch in der Stadt Judenburg hergestellt.

Mit der Übernahme der Steiermark durch den böhmischen König Ottokar II. (ca. 1230-1278) setzte die Blütezeit des Grazer Pfennigs ein, die bis in die Mitte des 14. Jhs. währte.

Anfang des 14. Jhs. hatten 3 Grazer den Wert von 2 Wiener Pfennigen. Ab 1366 sind die beiden Währungen in ihrem Kurs zueinander gleichgestellt. Herzog Ernst der Eiserne (1377-1424) ordnete schließlich 1409 die Ausbringung der Grazer Pfennige nach „Korn, Waag´ und Aufzahl wie zu Wien“ an. Damit war die Vereinigung von Österreich mit der Steiermark auch auf dem Gebiet des Münzwesens erreicht.

Die frühen Grazer Pfennige zeichnen sich durch ihre reiche Bilderwelt aus. Die Vielfalt der Münzbilder ist in erster Linie auf die Praxis der Münzverrufung zurückzuführen. Der Landesherr konnte die umlaufenden Münzen für ungültig erklären, sie einziehen und durch neue, geringfügig leichtere Münzen ersetzen. Der daraus resultierende Gewinn stellte eine Aufbesserung seiner Einnahmen dar. In der Steiermark durfte die Münzverrufung seit 1237 nur alle fünf Jahre und nur mit ausdrücklicher Zustimmung des höchsten Landesadels erfolgen.

Der Schild-von-Steier-Pfennig

Zu den bekanntesten steirischen Pfennigtypen gehört der unter König Ottokar II. geprägte Schild-von-Steier-Pfennig.

Auf seiner Vorderseite ist mit stark gebogenem Hals und angriffslustig nach vorne gestreckten Pranken der steirische Panther dargestellt. Die Umschrift SCHILD VON STEIR ist eines der ältesten Zeugnisse für die Verwendung der Landessprache auf Geprägen im österreichisch-süddeutschen Raum.

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