Silber
Bildinformationen
Material
Silber
Gewicht
0,88 g
Durchmesser
16 mm
Prägestätte
Münzstätte Graz
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Ab den ersten Jahrzehnten des 13. Jhs. bis in das Jahr 1408 hatte das Herzogtum Steiermark eine eigene Landeswährung: den Grazer Pfennig. Der Landesherr ließ ihn in mindestens zwei Münzstätten prägen: in Graz, das sich zur Residenzstadt entwickelte, und im kleinen obersteirischen Markt Oberzeiring, der bis in die Mitte des 14. Jhs. über die bedeutendsten Silbervorkommen des Landes verfügte. Vielleicht wurden darüber hinaus Grazer Pfennige eine Zeit lang auch in der Stadt Judenburg hergestellt.
Mit der Übernahme der Steiermark durch den böhmischen König Ottokar II. (ca. 1230-1278) setzte die Blütezeit des Grazer Pfennigs ein, die bis in die Mitte des 14. Jhs. währte.
Anfang des 14. Jhs. hatten 3 Grazer den Wert von 2 Wiener Pfennigen. Ab 1366 sind die beiden Währungen in ihrem Kurs zueinander gleichgestellt. Herzog Ernst der Eiserne (1377-1424) ordnete schließlich 1409 die Ausbringung der Grazer Pfennige nach „Korn, Waag´ und Aufzahl wie zu Wien“ an. Damit war die Vereinigung von Österreich mit der Steiermark auch auf dem Gebiet des Münzwesens erreicht.
Die frühen Grazer Pfennige zeichnen sich durch ihre reiche Bilderwelt aus. Die Vielfalt der Münzbilder ist in erster Linie auf die Praxis der Münzverrufung zurückzuführen. Der Landesherr konnte die umlaufenden Münzen für ungültig erklären, sie einziehen und durch neue, geringfügig leichtere Münzen ersetzen. Der daraus resultierende Gewinn stellte eine Aufbesserung seiner Einnahmen dar. In der Steiermark durfte die Münzverrufung seit 1237 nur alle fünf Jahre und nur mit ausdrücklicher Zustimmung des höchsten Landesadels erfolgen.