Zweihänder

Süddeutschland, um 1600, mit Klingeninschrift: "Wer aller Dinge gelehrt ist, der ist bissig und kühn"

Foto: UMJ/N.Lackner

Die größte Schwertform ist der Zweihänder, auch Bidenhänder genannt. Bereits im 13. Jahrhundert kam dieser erstmals auf, wurde jedoch erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer speziellen Hiebwaffe von eigener Gestalt ausgebildet. Er besitzt einen langen Griff mit birnenförmigem Knauf und gerader Parierstange, die als einfachste Form des Handschutzes dient. Die Parierstange verhinderte, dass die gegnerische Klinge im Kampf an der eigenen Klinge herabgleitet und die Hand verletzt. Außerdem hielt sie die eigenen Hände davon ab, nach vorne zu rutschen.

 

Wie schon der Name zu verstehen gibt, wurden Zweihänder aufgrund ihrer Länge von bis zu zwei Metern beidhändig geführt, was eine spezielle Ausbildung der Soldaten erforderte: Mit ihm ausgerüstete Söldner mussten das Zeugnis einer Fechtschule vorweisen, sie wurden aber auch besser bezahlt. Die Handhabung dieser Waffe erforderte Körperkraft und entsprechendes Training.

 

Besonders die Schweizer und die deutschen Landsknechtheere setzten solche Söldner mit Zweihändern in ihren Schlachthaufen ein. Ein Teil war für den Schutz der Fahne bestimmt, andere wurden in der ersten Reihe postiert und hatten die Aufgabe, feindliche Spießreihen zu durchbrechen. Der Zweihänder erwies sich im Kampfgetümmel allerdings als ungeeignet und wandelte sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer Garde- und Zeremonienwaffe, die mit unterschiedlichen Verzierungen ausgestattet wurde. Der wellenförmige Schliff hatte an sich keine Funktion, sondern diente nur der Dekoration.

Sammlung



Erfahren Sie mehr über die Sammlung im Landeszeughaus! 

mehr...

Landeszeughaus Fassade hofseitig, Foto: UMJ/N. Lackner
Dauerausstellung

Landeszeughaus

Gegenwart der Geschichte

01.04.2017-31.12.2025 > Landeszeughaus

Das Landeszeughaus gilt als die größte erhaltene historische Waffenkammer der Welt. Gewinnen Sie einen unmittelbaren Eindruck von den rund 32.000 Objekte aus dem 15. bis 18. Jahrhundert!

mehr...

Landeszeughaus

Herrengasse 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9810
zeughaus@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
08. Dezember 2020 bis 26. März 2021 Di-So, Feiertag

nur im Rahmen von Führungen zugänglich.


27. März 2021 bis 31. Oktober 2021 Di-So, Feiertag 10 - 17 Uhr

auch ohne Führung zugänglich (Audioguide, Broschüre)


01. November 2021 bis 31. März 2022 Di-So, Feiertag 11 - 17 Uhr

nur im Rahmen von Führungen zugänglich


Führungen: 11, 12:30  und 14 Uhr (DE, EN). Weitere Termine entnehmen Sie bitte unserem Kalender. Weitere Führungen nach Voranmeldung.

 

5. April 2021
24. Mai 2021
1. November 2021

24. bis 25. Dezember 2020
1. Jänner 2021
16. Februar 2021
24. bis 25. Dezember 2021