Die Rundfahrten im Zeichen der Windrose wurden 2014-2016 zu richtigen Erlebnisfahrten mit Fanpublikum. Würde man die Wegeführungen der Fahrten zur Kunst im öffentlichen Raum übereinander legen, ergäben sich tiefe Furchen entlang der Mur und zarte Striche in den Weiten der Peripherie. Vom alpinen Nordwesten bis in das hügelige Vulkanland im Südosten, vom sattgrünen Rosegger-Wald im Osten bis ins herbe Schilcher-Land des Westens führte Alexandra Riewe ihre Reisegruppe durch die beeindruckende Landschaft der Steiermark. Kunst und Kultur, Geografie und Geschichte, Kulinarik und soziales Ambiente vermittelten nachhaltige Erinnerungen, an denen sich der weit berühmtere Baedeker-Tourismus eine Scheibe abschneiden kann. Immer wieder gaben Künstlerinnen und Künstler Einblicke in die Entstehung ihrer Arbeiten. Sie erzählten Anekdoten und Lebensgeschichten, die sie auf kluge und unterhaltsame Weise mit ihrer künstlerischen Formgebung verbanden. Das einzelne Projekt, sei es ein Brunnen oder ein Denkmal, eine Intervention oder eine Skulptur ist der Anlaufpunkt, doch Preziosen am Wegesrand wie ein Klosterstift, eine Kirche, eine wunderliche Architektur oder ein Park finden ebenso ihren Raum für die neugierigen Augen und Ohren aller Beteiligten. Im vergnüglichen Hin und Her zwischen Attraktion und Beiwerk führten die Expeditionen an Orte in allen Himmelsrichtungen, die man alleine kaum besuchen würde.
Dirck Möllmann