Josef Klammer / Albert Pall / Joachim Baur

MITTERLING - Eine Hörspielmaschine für einen imaginären Bahnhof

26.10. - 26.11.2015

Bildinformationen

Laufzeit

26.10. - 26.11.2015

Eröffnung

25. Oktober 2015, 16 Uhr

Treffpunkt

Mitterling, Parktherme-Arena, 8490 Bad Radkersburg

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Über das
Projekt

Zusatzinformationen

Dauer: 08 - 20 Uhr

"Hinüber sagt man jetzt nur mehr wegen der Brücke. Eine Grenze ist ja nicht. Im Kopf, denk ich, ist noch eine Grenze. Aber es haltet dich keiner mehr auf."

"Tja čez zdaj rečejo zgolj zaradi mostu. Saj meje ni. V glavi, menim, je ąe vedno meja. Toda ustavil te ne bo nihče."

Albert Pall

Mitterling - Eine Hörspielmaschine für einen imaginären Bahnhof

Grenzziehungen, deren Geschichte, mögliche Überwindung und Durchlässigkeit oder die Kooperationsbereitschaft von Nachbarstaaten sind hochaktuelle Themen.

Eine konkrete ehemalige Verbindung, die durch nachfolgende politische Grenzziehung unterbrochen wurde, finden wir zwischen der südlichen Steiermark und Slowenien: Spielfeld-Straß und Luttenberg, heute Ljutomer, waren einst durch eine Bahnlinie verbunden. 1885 eröffnete der erste Teilabschnitt bis Radkersburg, 1890 erfolgte die Inbetriebnahme des Wegstückes bis Luttenberg.

Mit Ende des Ersten Weltkriegs fiel der südliche Teil der Steiermark an Jugoslawien, wodurch auch die Eisenbahnstrecke bei km 32,5 geteilt wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Abschnitt zwischen Radkersburg und Gornja Radgona am 17. April 1945 eingestellt und später abgetragen. Auf dem heute slowenischen Teil gibt es noch Güterverkehr.

Vor dem Hintergrund des Verständnisses der Steiermark als Brückenbauer zwischen Ost und West sowie zwischen Nord und Süd positioniert sich das Projekt Mitterling am namensgleichen Ort in der Mitte des abgebauten Teilstückes in künstlerischer Auseinandersetzung mit diesem Missing Link und der kulturellen Verbindung von Steiermark und Slowenien. Die Projektidee entstand in Kooperation mit dem Verein Neue Radkersburger Bahn, dem Kunstprojekt Zollamt sowie den Gemeinden Bad Radkersburg und Gornja Radgona und wurde gemeinsam mit dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum weiter entwickelt und umgesetzt.

Als Hörspielmaschine für einen imaginären Bahnhof haben Josef Klammer, Albert Pall und Joachim Baur eine Installation entwickelt, die für einen Pufferschluss zwischen den getrennten Teilstücken plädiert.

In Mitten zweier unterschiedlicher internationaler Fahrverbotssignale auf österreichischer und slowenischer Seite sind auf einem Masten Bahnsteiglautsprecher und Bahnsteigleuchten montiert die nach Norden, Süden, Osten und Westen ausgerichtet sind. Um den Bahnsteigmasten führt ein kreisrunder Weg, der auf das international gültige Logo (Kreis und Mittelpunkt) für Zentrum, Fundort und bedeutungsvolle Markierung steht.

Fünf Stimmen sind hier zu hören, deren Texte im Zufallsmodus stets neue Kombinationen ergeben. Eine weibliche und eine männliche Stimme, die in Deutsch und Slowenisch spricht und eine synthetische, die in englischer Sprache den Duktus der Informationsdurchsagen auf Bahnhöfen ähnelt. Die Texte von Albert Pall, gebaut nach dem System „call and response“, werden wie bei einem Kartenspiel im Zufallsmodus gemischt und entwickeln ein unendliches Hörspiel, in dem die männliche, weibliche und synthetische Stimme in Dialog treten.

Inhaltlich setzt sich der Text mit der Möglichkeit eines bestehenden Bahnhofes auseinander. So werden in Satzbausteinen Gedanken angesprochen und initiiert, die sich mit Bahnhof und dessen Umgebung, Bewegung, Weg, Begegnung, Trennung, Austausch etc. beschäftigen, Kopf und Körper berühren.

Den Klang entwickelte Josef Klammer gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen des BORG Radkersburg. In 4 x 128 Klangfragmenten werden Möglichkeiten von Klängen, die für einen Bahnhof in Frage kommen, ebenfalls im Zufallsmodus, abgerufen. Die Musik, der Sound generiert sich somit unmittelbar vor Ort.

Der fixe Ort Bahnhof steht klassischer Weise für Transit, ist gleichzeitig ein Nicht-Ort, also eine Utopie. An ihm finden zufällige Treffen und Trennungen statt, er steht für Aufbruch, Ankommen, Unsicherheit und Hoffnung.

Das Projekt Mitterling als Realisierung der Vorstellung eines solchen Ortes lässt nicht nur die reale historische Verbindung und eine mögliche zukünftige erahnen. Angedacht als Idee und gleichzeitig als Baustellen-Environment von Joachim Baur, mithin als flüchtiger und gleichzeitig konkreter Raum, sind wir hier eingeladen, uns auf visuelle und akustische Impulse und Kompilationen, die auf poetische Weise geschaffen wurden, einzulassen. Neben Erinnerung oder Assoziation mit Aufbruch, Träumen oder Gefahren können wir in unmittelbarer Gegenwart Möglichkeiten der Erweiterung des eigenen Bewusstseins und Denkens erfahren.

Elisabeth Fiedler

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Radiosendung MITTERLING: ORF / Ö1 / Kunstradio, 25.10.2015, 23.03–24 Uhr

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Hier der Link zum Nachhören!

Eröffnung / Otvoritev: 25.10.2015, 16 Uhr
Projektbeteiligte / Udeleženci projekta
O projektu v slovenščini

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