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Kunst im öffentlichen Raum Steiermark > Kalender > Helmut & Johanna Kandl, Wächterhaus
Bildinformationen
Datum
27.05.2015
Uhrzeit
19:00 - 21:00
Veranstaltet von
Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark
Treffpunkt
Aflenz an der Sulm: Aflenzer Straße 19, 8435 Wagna
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Das Screen Magazin „Messages Repeated" thematisiert Menschenrechtsverletzungen heute. Ausgehend von dem Gedanken, dass menschenverachtende Systeme nicht plötzlich entstehen, sondern sich lange vorher ankündigen, so wie der Antisemitismus des Nationalsozialismus in der Judenfeindlichkeit des 19. Jhdt. seine Wurzeln hat. Primo Levi, der über seine Jahre im KZ geschrieben hat, sagt: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen."
Bei der Gedenkstätte Wächterhaus Aflenz wollten wir uns nicht mit Gedenken und Historisierung begnügen. Das wichtigste bei diesem Projekt ist daher der im Inneren der Gedenkstätte/Ruine angebrachte Screen, dessen Programm vorwiegend Menschenrechtsverletzungen der Gegenwart thematisiert. Es werden Rassismen, Ungerechtigkeiten und problematische politische Zusammenhänge sowie wirtschaftliche Abhängigkeiten aufgezeigt, die hier und jetzt geschehen.
Die Arbeit ist ein „work in progress‟, das Screen-Magazin wird immer wieder neu redigiert. Das neue Screen-Magazin wird den Fokus auf Menschenrechtsverletzungen in der Arbeitswelt legen. Diese Thematik aufzunehmen scheint uns besonders wichtig, weil extreme Ausbeutung nicht nur auf Umwegen, über importierte billige Kleidung und Konsumgüter mit uns zu tun hat, sondern auch mitten in unserer Gesellschaft passiert: auf dem Bau, in der Gastronomie, in der Fleischindustrie, bei Sexarbeiterinnen spielen extreme Ausbeutung und sklavenartige Abhängigkeit eine immer größere Rolle, sodass heutige Verhältnisse historischen Schilderungen von Arbeitsbedingungen, z. B. des 19. und frühen 20. Jhdt., immer ähnlicher werden. Z. B. Upton Sinclairs Schilderungen der Fleischindustrie in „The Jungle" (1906) oder Egon Erwin Kischs Berichten über Fabriken in Shanghai.
Als Gastkünstler konnte Andreas Siekmann gewonnen werden, der heutige Formen extremer Ausbeutung anhand statistischer Piktogramme veranschaulicht.