Inverting Battlefields

For a Borderless Future, 2018


Kuratiert von: Elisabeth Fiedler und Dirck Möllmann

Ort: Feldbach


7.6.2018, 17.00, Kirchenplatz/Feldbach


Eröffnung
mit Musik-Performance von with Irina Karamarković

Begrüßung
Bürgermeister Josef Ober und Kulturreferent Michael Mehsner


Einführung
Joachim Hainzl und  Elisabeth Fiedler
Anschließend geführter Rundgang

 

 

Eine vorgegebene Landschaft beeinflusst das Werden eines Ortes ebenso, wie Menschen sich mit gebauter Infrastruktur und ihrer Lebensweise in sie einschreiben. Ansiedlungen begründen sich auf günstigen Lebensbedingungen, strategischen und infrastrukturellen Überlegungen. Unterschiedliche Kulte und Religionen erscheinen als spirituelle Layer, die sich parallel zu kulturellen Übereinkünften entwickeln und Gesellschaftsstrukturen bilden. Völkerwanderungen, Schlachten und Kriege sind deren Begleiter.


So liegt es auch im Interesse des großen Gedenkjahres 2018, sich der geschichtlichen Ereignisse in unserem eigenen regionalen Umfeld nicht nur zu erinnern, sondern sie sichtbar werden zu lassen, zu bearbeiten, auch um wachsam gegenüber restaurativen Tendenzen zu sein. Dazu müssen wir auf die eigene Geschichte blicken wollen, uns sowohl private als auch öffentliche Disparitäten bewusst machen wollen, damit konstruktive, gemeinschaftsfähige und menschenwürdige Positionen unser Leben prägen. Das Projekt Inverting Battlefields, initiiert vom Grazer Verein XENOS (Joachim Hainzl und Maryam Mohammadi) und Nayarí Castillo, das in Feldbach in Kooperation mit dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark und der Stadtgemeinde Feldbach realisiert wird, steht für diese Haltung. Fünf Künstler_innen aus dem ex-jugoslawischen Raum, Dante Buu/Sarajewo (BIH), Polonca Lovšin/Kočevje (SLO), Liberta Mišan/Pula (HR), Igor Petković/Novi Sad (SER) und Nika Rukavina/Lipa (HR) haben bereits im vergangenen Jahr in den genannten Städten Arbeiten im öffentlichen Raum realisiert, welche sich mit kriegerischen Auseinandersetzungen der jüngeren Zeitgeschichte in ihren Ländern beschäftigten. Für Feldbach haben diese Künstler_innen nun neue Kunstprojekte konzipiert, welche teilweise auf ihren 2017 umgesetzten Projekten aufbauen.


Fünf steirische Künstler_innen, Nayarí Castillo, Joachim Hainzl, Karl Karner, Maryam Mohammadi und das Kollektiv RESANITA zeigen ebenfalls in Auseinandersetzung mit Feldbach entstandene Projekte. In Betrachtung mit der jeweils eigenen Geschichte, deren wechselvoller Entwicklung und Gegenwart wird der Blick der Künstler_innen auf historische Konflikt- und Kriegszonen gerichtet, verschüttete Traumata entdeckt, punktuell bearbeitet und thematisiert. Die Stadt Feldbach selbst hat aufgrund der historischen Ereignisse kurz vor Kriegsende eine überaus kontroversielle Geschichte, die sich auch an der  Denkmalkultur im öffentlichen Raum und den bis heute andauernden Diskussionen darüber zeigt. Eingenommen von sowjetischen Truppen wurde die Stadt nochmals für kurze Zeit von Fallschirmjägertruppen
des nationalsozialistischen Dritten Reichs sowie mit ihnen verbündeten ukrainischen SS-Soldaten zurückerobert bis die Stadt schließlich unter sowjetische und später britische Besatzung kam. Wer hat hier nun wen von wem befreit? Und wem sollte für welches Handeln ein Denkmal oder Erinnerungszeichen gesetzt werden? Traumatische Erinnerungen und zweifelhafte Denkmäler sind bis heute – nicht nur in Feldbach – präsent. Doch weder Verurteilung noch Lösungen sind Intention der einzelnen künstlerischen Interventionen, sondern eine Sensibilisierung für Geschichtsbewusstsein, ein Verstehen von Zusammenhängen, das öffentliche Stellen von Fragen und ein kritisches Hinterfragen eigener Positionen.


 

Termine


17.6.2018, 11.00 Treffpunkt Tabor-Platz
Geführter Rundgang im Rahmen der NOSW Exkursion

 

29.6.2018, 17.00 Max-Wratschgo-Europaplatz
Polonca Lovšin: Gruppenperformance mit ISOP u.a.


5.7.2018, 10.00 Stadtpark Feldbach
Karl Karner: Performance mit Gästen


13.9.2018, 19.00 Saal im Tabor/Feldbach
„Was der Krieg mit uns gemacht hat“.
Gespräch mit Talk with Maryam Mohammadi und Nabil Halawani.


19.9.2018, 19.00 Saal im Tabor/Feldbach
„Inverting Battlefields“ als Beitrag zum Gedenkjahr 2018.
Ein runder Tisch zum Mitdiskutieren für alle.
 


21.9.2018, 17.00 Max-Wratschgo-Europaplatz
Polonca Lovšin: Gruppenperformance 10-jähriges Jubiläum
ISOP in Feldbach


30.9.2018, 14.00 Treffpunkt:
Soldatenfriedhof  Mühldorf bei Feldbach
Joachim Hainzl und Nayari Castillo: geführter Rundgang mit Performance

 


 

Mehr Informationen: www.inclusiveeurope.net.

 

 

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

Marienplatz 1/1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9265
kioer@museum-joanneum.at