Die Keltentage in Großklein, Foto: Universalmuseum Joanneum

13. Dezember 2017 / Team PalaeoDiversiStyria

„Worauf wir stehen“: Das waren die Keltentage 2017 in Großklein

Archäologie und Münzkabinett

Am Donnerstag, dem 30. November 2017, wurde dem interessierten Publikum der Keltentage im Gemeindezentrum Großklein zum Thema „Worauf wir stehen. Über den Wert von Grund und Boden“ ein abwechslungsreiches Programm geboten: mit populärwissenschaftlichen Vorträgen, einer Podiumsdiskussion, Schaukochen sowie der Präsentation des „Steinzeit-Binkerls“ und einer neuen Vitrine mit den neuesten archäologischen Funden aus Großklein. Ein Nachbericht.

In einer lebhaft geführten Podiumsdiskussion gingen Experten aus den Bereichen Archäologie, Bodendenkmalpflege, Gastronomie, Kommunalpolitik, Naturschutz und Tourismus den vielen Facetten nach, die den Wert von Grund und Boden heute ausmachen. Es herrschte Übereinstimmung, dass Grund und Boden ein kostbares Gut ist, bei dem sich verschiedene, oftmals einander widersprechende Nutzungsinteressen begegnen. Gerade die Region um den Burgstallkogel birgt hier mit ihrem Reichtum an Bodendenkmälern viele Chancen, aber auch Risiken, mit denen es in Zukunft richtig umzugehen gilt.

Podiumsdiskussion zum Thema „Über den Wert von Grund und Boden“. Foto: Universalmuseum Joanneum/P. Raggam

Ein besonderes Erlebnis für die rund 50 interessierten Besucherinnen und Besucher war das Schaukochen mit Prof. Helmut Birkhan, der in einem Vortrag über die Essgewohnheiten der alten Kelten und modernen Engländer sprach, während Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Archäologie & Münzkabinett des Universalmuseums Joanneum auf offenem Feuer Gerichte aus der Jungsteinzeit und Hallstattzeit nachkochten. Neben einem eisenzeitlichen Bohnen-Gersten-Eintopf, dem heute noch bekannten Ritschert, wurde auf heißen Steinplatten Rehfleisch mit frischem Thymian zubereitet.

Schaukochen mit Gerichten aus der Jungsteinzeit und Hallstattzeit. Foto: Universalmuseum Joanneum/P. Raggam

Darauf folgte mit der Präsentation des „Steinzeit-Binkerls“ durch Anton Koschak und Dr. Marko Mele der nächste kulinarische Höhepunkt. Zusammen mit dem Tourismusverband Sulmtal-Sausal und dem Gasthaus Koschak in Heimschuh entwickelte das Universalmuseum Joanneum das „Steinzeit-Binkerl“, mit dem Wanderbegeisterte im kommenden Frühling bei der in der Region beliebten „Binkerl-Wanderung“ unterwegs sein können. Neben einem speziellen Fladenbrot mit Brennnesselsamen, geräuchertem Speck sowie Trockenobst und Nüssen enthält das Binkerl auch eine Klinge aus Feuerstein, mit der man – wie vor Tausenden Jahren – den Speck klein schneiden kann.

Anton Koschak bei der Präsentation des „Steinzeit-Binkerls“. Foto: Universalmuseum Joanneum/P. Raggam

Inhalt des „Steinzeit-Binkerls“. Foto: Universalmuseum Joanneum/S. Kiszter

Im Anschluss hatten die Besucherinnen und Besucher im Zuge eines Abendempfangs nicht nur die Möglichkeit, die Zutaten des „Steinzeit-Binkerls“ zu verkosten und die Schärfe der Feuersteinklingen am Speck selbst zu testen, sondern konnten auch die beim Schaukochen zubereiteten Gerichte zusammen mit einem selbstgebrauten Honigmet probieren.

Diese kulinarischen Produkte sind das Ergebnis des großangelegten EU-Projekts „PalaeoDiversiStyria“, das seit Oktober 2016 vom Universalmuseum Joanneum mit der Marktgemeinde Großklein und der Karl-Franzens-Universität Graz sowie Partnern aus Slowenien durchgeführt wird. Im Rahmen des Projekts identifizieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Österreich und Slowenien mithilfe archäologischer und archäobotanischer Untersuchungen alte Pflanzensorten, die von der Steinzeit bis zum Beginn der Neuzeit in unserer Region vorgekommen sind.

Weitere Informationen zum Projekt “PalaeoDiversiStyria” gibt es auf Facebook oder auf der Website des Archäologiemuseums.

Kategorie: Archäologie und Münzkabinett
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