Christa Zahlbruckner (Sammlungsdigitalisierung) und Elisabeth Schlögl (Mitarbeiterin Museumsforum) stehen in einem Büro vor Ordnern und einer Staffelei.

Christa Zahlbruckner (links) und Elisabeth Schlögl (rechts) © Annina Forster, Mitarbeiterin Museumsmanagement Niederösterreich

14. Juli 2021 / Elisabeth Schlögl

Wie machen die das mit der Sammlungsdigitalisierung in Niederösterreich?

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Ich bin ja der Meinung, dass das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden muss. Und weil die Kolleginnen in den Landessammlungen und im Museumsmanagement Niederösterreich schon seit Jahren digital inventarisieren und diese Daten veröffentlichen („Sammlungen online“), habe ich sie besucht, um von ihnen zu lernen.

Zunächst hatte Kathrin Kratzer für mich Zeit. Sie arbeitet in der Abteilung Kunst und Kultur und ist im Redaktionsteam von „Sammlungen online“ der Landessammlungen Niederösterreich tätig. Weil ich deren Überblicksdarstellungen sehr gelungen finde – unspektakulär, jedoch inhaltlich vielsagend ‒ bat ich sie um ein ausführliches Gespräch darüber, wie sie das Projekt „Sammlungsvisualisierung“ angegangen sind.

Warum mich das interessiert? Das Museumsforum Steiermark hat den kulturpolitischen Auftrag, bis F2024 eine „Gesamtpräsentation“ der steirischen Regionalmuseen und Sammlungen zu konzipieren. Was das sein soll, gilt es noch zu definieren. Genau deswegen fragte ich bei Kathrin nach, wie das mit der Sammlungsvisualisierung in Niederösterreich vor sich ging – es könnte ja auch eine Möglichkeit für die Steiermark sein, nachdem bereits eifrig digitale Daten aus den steirischen Regionalmuseen und Sammlungen im Rahmen der Digitalisierungsinitiative des Landes gesammelt werden.

Der Weg bis dahin dauerte in Niederösterreich ein paar Jahre. Ganz am Anfang standen grundlegende Überlegungen, die allen Tätigkeiten voranzustellen sind, wie Kathrin mir nahelegte: Was soll für wen gezeigt werden? Für die Landessammlungen war bald klar, dass es in ihren „Sammlungen online“ darum gehen soll, einen Überblick der Vielfalt und Heterogenität der Sammlungsbestände zu vermitteln – „vom Schmetterling in der Lade bis zur Haarlocke in der Kaiserhaus-Sammlung“. Auch Besucher*innen, die nicht genau wissen, wonach sie suchen, sollen dort stöbern können.

Unter blauem Himmel und hinter grünen Büschen und Bäumen ragt das Gebäude, in dem die Mitarbeiter*innen der Landessammlung und des Museumsmanagements Niederösterreich, die sich mit Sammlungsdigitalisierung beschäftigen, ihre Büros haben, hervor.

Das Regierungsviertel in St. Pölten, in dem Mitarbeiter*innen der Landessammlungen und des Museumsmanagements Niederösterreich ihre Büros haben. © Elisabeth Schlögl

Um den „Drahtseilakt“ zwischen Wertschätzung der ehrenamtlichen Sammlungsmitarbeiter*innen in den Regionalmuseen und den Ansprüchen einer qualitätsvollen Sammlungsarbeit ging es unter anderem bei dem Gespräch mit Christa Zahlbruckner. Sie ist Mitarbeiterin im Museumsmanagement Niederösterreich und betreut bzw. begleitet u. a. dort die digitale Sammlungsdokumentation mithilfe von DIP ‒ dem digitalen Inventarisierungsportal des Landes Niederösterreich für Regionalmuseen und Sammlungen (auch ein Produkt von Imdas/Joanneum Research).

Dankenswerterweise erhielt ich viele Anregungen: zum Ablauf der Inventarisierung der Sammlungsbestände in den Regionalmuseen mithilfe der Sammlungsmanagementdatenbank, zur Verwendung der Standardvokabulare (Thesauri), zur Durchführung von themenspezifischen Inventarisierungsprojekten (Beispiel „Der große Krieg im kleinen Museum“ – Bestände vom Ersten Weltkrieg wurden im Museum Retz inventarisiert), zum Migrieren von Altbestand-Daten in die „neue“ Datenbank und vieles mehr.

Besonders schön war dabei die Haltung, die Christa und ihr Team im Museumsmanagement vertreten – „mit mehr ‚fremdem‘ Fachpersonal und mehr Geld ginge Spektakuläreres, aber darauf wird bewusst verzichtet, da es wichtig ist, die Personen, die sich ehrenamtlich in den Regionalmuseen engagieren, mitzunehmen, denn dann werden Projekte nachhaltig“.

Ich danke ganz herzlich Kathrin und Christa für ihre Bereitschaft, ihre positiven und negativen Erfahrungen mit mir zu teilen, mich vor Umwegen zu warnen, für die tollen Anregungen, die ich bekommen habe, und die viele Zeit, die sie mir schenkten – ich hoffe, ich kann mich eines Tages dafür revanchieren!

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