Kurzfilmwettbewerb "Grenze/n"


Offener, einstufiger Realisierungswettbewerb des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark in Kooperation mit dem ORF Steiermark für einen künstlerischen Kurzfilm

 

THEMA:

Vor 100 Jahren, am 10. September 1919, wurde der Vertrag von St. Germain, in dem die Grenzverläufe nach dem Ersten Weltkrieg festgelegt wurden, unterzeichnet. Dem Auseinanderbrechen bzw. der „Implosion“ (Helmut Konrad) der Habsburger Monarchie folgten neue Grenzziehungen. Schmerzliche territoriale, familiäre, soziale, sprachliche und kulturelle Verschiebungen der Bevölkerung diesseits und jenseits der Grenze, deren Lebensbedingungen, Strukturen und Identitäten sind Folgen, die bis heute sichtbar sind.

 

Nicht nur vor diesem Hintergrund ist das Problem Grenze/n als politisch-territoriales, gesellschaftliches, sprachliches, geistiges („Grenze im Kopf“) Phänomen und das Verständnis davon ein wesentliches globales Thema innerhalb unserer Gesellschaft, mit dem wir uns permanent auseinandersetzen müssen.

 

In einer zunehmend nationalstaatlich sich abgrenzenden Welt, die aus politischen und wirtschaftlichen Gründen restriktive Vorstellungen von Recht und „Wir zuerst“ einer Gemeinsamkeit in aller Unterschiedlichkeit zugunsten einfacher Lösungsvorschläge vorzieht, werden einer verunsicherten und mit immer weniger Geschichtsbewusstsein ausgestatteten Bevölkerung sichtbare Abschottungsgrenzen als notwendige Konsequenzen einzureden versucht.

 

Postkolonialistische Folgen negierend und transkontinental agierend lassen hyperkapitalistische und ausbeuterische Unternehmungen soziale Aspekte, Menschenrechte und Verantwortlichkeit immer mehr außer Acht. Parallel zum Auseinanderdriften der Gesellschaft werden biologische, klimatische und andere umweltbeeinflussende Parameter ignoriert und versucht, in kurzsichtiger Weise für sich selbst das Beste zu ergattern. Sichtbar wird diese kurzsichtige Haltung in täglich neuen Forderungen nach sichtbaren Grenzziehungen, Zäunen und Mauern, die in einer global agierenden Welt nicht nur absurd, sondern auch zynisch erscheinen.

 

Grundsätzlich stellen sich Frage, wie „Was sind Grenzen?“, „Wie entstehen sie, wer schafft sie- territorial, kulturell, in unseren Köpfen?“, „Sind Grenzen notwendig?“, „Wozu?“ und „Wie geht man mit ihnen um?“

 

Anlässlich der 100jährigen Geschichte der Grenzziehung in der Steiermark und der aktuellen internationalen Relevanz des Themas Grenze/n hält das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark in Kooperation mit dem ORF Steiermark einen Kurzfilmwettbewerb ab.

Die eingereichten Filme sollen sich auf Wesen, Sinn, Geschichte und Aktualität des Themas Grenze/n beziehen und das Fernsehpublikum überzeugen.

Im Bewusstsein, dass Grenze ein stets zu hinterfragendes Konstrukt ist, das einerseits notwendig erscheint, andererseits befragt, überwunden, ausgelotet oder verschoben werden kann, zielt der Wettbewerb auf die Sensibilisierung der Thematik und Auseinandersetzung mit dem realen und imaginären Phänomen von Grenzziehungen ab.

 

Insgesamt werden 1 – 3 Gewinnerfilme durch eine Fachjury ausgewählt.

Preisgeld:                  1. Preis: € 5.000.-

                               2. Preis: € 3.000.-

                               3. Preis: € 2.000.-

 

KRITERIEN:

  • Inhaltlicher Bezug zum Thema Grenze/n
  • Aktualität
  • Künstlerische Qualität
  • Inhaltlich überzeugend für das Fernsehpublikum

 

 

ANFORDERUNGEN (Kurzversion):

  • Spieldauer: max. 30 Sekunden
  • Sendetaugliches Format (16:9, HD)
  • MP-4 Movie
     
  • Die exakten Anforderungen finden Sie in der Ausschreibung/AGB

 

 

ANGESPROCHENE PERSONEN:

Der Wettbewerb richtet sich an Kunstschaffende sowie Studierende bzw. Absolventinnen und Absolventen einer künstlerischen, grafischen oder filmischen Ausbildung ab 18 Jahren.

 

 

PRÄSENTATION:

Die ausgewählten Kurzfilme werden ab dem 100. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags von St. Germain, den 10. September 2019, insgesamt 15 Mal jeweils unmittelbar vor der Sendung Steiermark heute (Sendebeginn 19 Uhr in ORF 2) ausgestrahlt.

 

Die Preise werden im Rahmen einer gesonderten Veranstaltung im ORF Landesstudio Steiermark verliehen. Dazu werden auch alle Medien eingeladen, der ORF Steiermark bewirbt und berichtet.

 

Alle Siegerfilme weitere einer ausgewählten Shortlist werden von 29. August bis 1. September im Rahmen des vom Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark veranstalteten Projektes Transborders im Zollamt in Bad Radkersburg gezeigt.

 

 

EINREICHUNG:

Wettbewerbseinreichungen können hier bis 5. Juli 2019 hochgeladen werden.

Um jeden Verlust zu vermeiden, ersuchen Sie bitte um Bestätigung des Einlangens Ihrer Einreichung.

 

 

Teilnehmende Jurymitglieder:

Helene Baur/Basis Wien, Zollamt

Helmut Konrad/ Historiker

Gernot Rath/ORF Steiermark

Peter Schernhuber/ Diagonale

Maria Motter

Kinga Tóth/Stadtschreiberin Graz 2018/19

Elisabeth Fiedler/ Institut für KiöR Steiermark

 

 

Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

Marienplatz 1/1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9265
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