Marijan Matijević war ein österreichisch-kroatischer Künstler. Geboren in Kroatien, studierte er in Zagreb beim bekannten Bildhauer Ivan Meštrović. 1942 kam er nach Wien und zog später ins Burgenland, wo er bis zu seinem Tod 1971 lebte. Insgesamt hat er unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg drei Denkmäler in Erinnerung an den Partisanenwiderstand in Kärnten/Koroška im Stil des Sozialistischen Realismus angefertigt, die vom antifaschistischen Konsens der frühen Zweiten Republik zeugen. Eines steht heute am Peršmanhof bei Bad Eisenkappel/Železna Kapla, ein weiteres in Zell/Sele.
Das bekannteste Denkmal von Matijević wurde ursprünglich 1947 für ein Partisanengrab auf dem Friedhof von Völkermarkt/Velikovec geschaffen. Die Bronzegruppe zeigt drei lebensgroße, bewaffnete Partisan*innen, die entschlossen nach vorne schreiten. 1953 sprengten Unbekannte das Denkmal. Die Republik Österreich ließ die zerstörten Figuren nicht wiederherstellen, stattdessen wurde eine Opferschale angebracht. Der Partisanenverband bewahrte die Überreste der Figuren auf. 1983 wurde das Denkmal am Peršmanhof erneut aufgestellt. Dabei wurde ein Detail verändert: Eine Figur erhielt eine Granate in die Hand. Das Denkmal bekam damit eine neue, deutlich kämpferische Bildsprache.
Eine andere Seite des Krieges zeigt Matijevićs‘ Denkmal in Zell/Sele. Es stellt einen verwundeten Soldaten dar, der von einer Frau in den Armen gehalten wird. Im Gegensatz zu den anderen beiden Partisanendenkmälern geht es hier nicht um den kämpferischen Helden, sondern um Verlust, Verletzlichkeit und Tod, denn es erinnert an 13 Deserteure und Widerstandskämpfer*innen aus Zell/Sele, die in Wien hingerichtet wurden.