3. Juni 2016 / Bianca Russ-Panhofer

Neue Fundstücke im Rosegger-Museum Krieglach zu sehen!

Kunsthaus Graz

Die Dauerausstellung im ehemaligen Sommerhaus von Peter Rosegger zeigt authentische Einblicke in den privaten Lebensstil des steirischen Schriftstellers. Kürzlich restaurierte Fundstücke aus dem Sammlungsbestand erweitern nun den Ausstellungsparcours – in einer kleinen Blog-Serie erzählen wir, was wir über diese Objekte herausgefunden haben!

Zwei alte Reisetruhen, die wir auf dem Dachboden des Rosegger-Museums entdeckt haben, inspirierten uns dazu, die bestehende Ausstellung thematisch zu erweitern: Die offensichtlich intensiv genutzten Truhen erinnern an die rege Reisetätigkeit Roseggers, auf die nun in einem eigenen Raum eingegangen wird. Zeit seines Lebens war Peter Rosegger ein überaus eifriger Fußgeher. Seine ersten größeren Wanderungen als Kind waren Wallfahrten, und als Störschneider wanderte er oft 14 bis 16 Stunden täglich, ohne Müdigkeit oder Erschöpfung zu zeigen. Die dazu erforderliche Kondition lässt das Bild des körperlich schwachen und kränklichen Knaben und jungen Mannes in einem etwas anderen Licht erscheinen! In reiferem Alter unternahm Rosegger regelmäßig Bergwanderungen, aber auch zahlreiche Vorlesereisen im gesamten deutschen Sprachraum.

Mit der Südbahn unterwegs

Die Sommermonate verbrachte Peter Rosegger mit seiner Familie im Landhaus in Krieglach, das er 1877 nach seinen Vorstellungen erbauen ließ und das heute das Rosegger-Museum beheimatet. Die beiden Reisetruhen vom Dachboden des Hauses tragen noch lesbare Spuren und verraten uns, dass sie für Eisenbahnfahrten genutzt wurden: Beklebezettel der Südbahn geben zumindest teilweise noch Auskunft über Jahreszahlen, Reiseklasse sowie Abfahrts- und Zielort.

Beide Truhen sind aus Holz gefertigt und mit Stoff bespannt. Die Deckel sind gewölbt, was sie eigentlich als Kutschentruhen ausweist. Solche Truhen waren normalerweise für den Außentransport konzipiert, denn durch die Wölbung des Deckels konnte Regenwasser ablaufen. Reisetruhen für die Eisenbahn wurden in Waggons transportiert und benötigten daher keine gewölbten Deckel mehr. Durch die geraden Deckel waren sie auch leichter zu stapeln.

Wem gehörte welche Truhe?

Nach fachgerechter Konservierung und Restaurierung der beiden Objekte durch Jasmin Abfalter wurden weitere Details sichtbar, die es nun möglich machen, die Truhen konkreten Personen innerhalb der Familie zu zuordnen:

Peter Rosegger reiste immer früher – sobald das Wetter milder wurde – in die Waldheimat, seine Frau Anna kam mit den Kindern erst zu Ferienbeginn nach Krieglach. Dieser „Zeitplan“ legt gemeinsam mit den Angaben auf den Beklebezetteln nahe, dass die „rote Truhe“ Anna Rosegger zugeordnet werden kann – der Zettel verweist auf eine Reise von Graz nach Krieglach im Juli 1909. Weiters befinden sich auf einer Seite der „roten Truhe“ die Buchstaben „A. R.“ Der Zettel auf der anderen, „gelben Truhe“ verweist hingegen auf eine Bahnfahrt im Juni 1908 und wäre demnach Peter Rosegger selbst zu zuordnen.

Neugierig geworden? Bei einem Ausflug nach Krieglach kann man im Rosegger-Museum die beiden Truhen und noch weitere „Fundstücke“ in Augenschein nehmen, von denen wir im nächsten Monat ein weiteres hier vorstellen werden!

Kategorie: Kunsthaus Graz
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