Bianca Russ-Panhofer (links) mit ihren Kolleginnen und Kollegen (v.l.n.r.) Andrea Ledolter, Isabella Breuer, Sabine Kröll, dahinter Matthias Mitterhuber, Martina Eder und Silke Schubatzky.

13. März 2019 / Julia Aichholzer

Bianca Russ-Panhofer im Interview

Kuratieren | Peter Rosegger

Bianca Russ-Panhofer ist Sammlungskuratorin für die Sammlung Peter Rosegger in Krieglach. In ihr Aufgabengebiet fallen die Inventarisierung der Sammlung, der Aufbau der Bibliothek, die Betreuung der Homepage, das Erstellen von Vermittlungsprogrammen und sie ist Ansprechpartnerin für Presse und wissenschaftliche Anfragen. Da das Rosegger-Team recht klein aber fein ist, hilft sie auch noch überall aus, wo es notwendig ist und erledigt auch alles was darüber hinaus noch anfällt, wie zum Beispiel Gartenarbeiten.

Du bist die Fachfrau für Peter Rosegger im Universalmuseum Joanneum – hat es dich schon von Kindesbeinen an zum steirischen Waldheimat-Dichter hingezogen? Wie sind Peter Rosegger und sein Werk in dein Leben gestolpert?
Nein, hat es ganz sicher nicht. Ich habe zwar immer in der Region, bis auf ein kurzes Intermezzo in Graz, gelebt, aber Rosegger war nie wirklich Thema. Ich war als Schülerin am Geburtshaus und auch bei der Landesausstellung in Krieglach, aber Rosegger hat mich sonst kaum berührt. In mein Leben gestolpert oder eher eingezogen ist Rosegger vor fünf Jahren, als das Land Steiermark das Geburtshaus und das Rosegger-Museum an das Universalmuseum übergeben hat. Ich war damals als Sammlungskuratorin der Kulturgeschichtlichen Sammlung/Museum im Palais tätig. Da ich in Langenwang (Nachbarort von Krieglach) wohne und gependelt bin, hat man sich am Universalmuseum Joanneum wohl gedacht, dass mir eine ähnliche Tätigkeit in der Nähe vielleicht lieber wäre (lacht).

Am Museumsblog erzählst du immer wieder liebevoll von besonderen Ausstellungsobjekten, gibt es ein Lieblingsstück in der Sammlung und warum?
Ja, es gibt Lieblingsstücke. Am Anfang ist immer wieder mal ein neues Objekt aufgetaucht, das ich in Möbeln oder am Dachboden „versteckt“ gefunden habe. Sobald ich mich ein bisschen näher mit der Geschichte eines solchen Objektes befasst und Spannendes darüber gefunden habe, ist es mir schon ans Herz gewachsen. Zugegeben, das geht bei mir relativ schnell. Zum Beispiel die Chelsea-Boots Roseggers, über die ich ja auch im Blog geschrieben habe (hier nachzulesen). Momentan ist der „Asteroid (7583) Rosegger“ mein Lieblingsobjekt, obwohl er natürlich nicht in der Ausstellung gezeigt werden kann. Aber wir zeigen alternativ das Beispielbild eines Asteroiden. Ich habe ihn erst vor einigen Monaten „entdeckt“. Spannenderweise zum gleichen Zeitpunkt, als ich Das Universum ist eine Scheißgegend von den Science Busters gelesen habe.

Ausgeholfen wird, wo Arbeit anfällt: Auch gerne einmal im Garten.

Eine einmalige Gelegenheit: Herr Rosegger höchstpersönlich lädt dich zu Kaffee und Kuchen. Welche Fragen brennen dir auf der Zunge?
Was ich wirklich gerne wissen würde, ist was er von dem ganzen Rummel hält, der um seine Person gemacht wird. Damit meine ich weniger die seriöse Beschäftigung mit seiner Geschichte, als vielmehr die „Verkitschung“ seiner Person, das Benutzen seines Namens, seiner Gedanken und Aussagen für diverse Vermarktungen und Selbstinszenierungen.
Und was in den Geschichten rund um den Waldbauernbuben autobiographisch und was erfunden ist. Das ist nämlich eine der Fragen, die von den Besuchern am häufigsten gestellt wird und die durch Recherche einfach nicht zu beantworten ist.

Abseits von Büchern, Zeitschriften und Sammlungsobjekten – wie verbringst du Rosegger-freie Momente am liebsten?
Wenn in der Rosegger-freien Zeit noch Zeit für mich übrigbleibt, dann hinter Büchern – aber nicht hinter Rosegger-Büchern. Ich lese wahnsinnig gerne, viel und alles Mögliche, meistens zwei bis drei Bücher zur selben Zeit. Dann verbringe ich noch unglaublich viel Zeit mit Gartenarbeit, das ist ein ganz wunderbarer Ausgleich zur Büroarbeit. Und die oft sitzende Büroarbeit ist dann ein wunderbarer Ausgleich für die körperlich anstrengende Arbeit im Garten (lacht).

Bildungsreise nach Italien oder Wanderung auf den Großglockner? Unbedingt die Bildungsreise nach Italien. Da gäbe es für mich noch so viel zu sehen.

Sportschuhe oder High Heels? Definitiv Sportschuhe. High Heels sind zwar schön anzusehen, aber viel zu unpraktisch. Ich bevorzuge da die Bequemlichkeit.

Heimaturlaub oder Weltumsegelung? Spontan würde ich sagen Weltumsegelung, aber das kommt dann wieder darauf an, wie lange. Denn eigentlich bin ich sehr gerne zu Hause. Aber das bin ich ja sowieso meistens, also vielleicht doch die Weltumsegelung.

Candle-Light-Dinner oder Wiesenpicknick? Candle-Light-Dinner. Ich liebe gutes Essen und Ameisen, Wespen und Co. können einem das ganz schön vermiesen.

Nachthemd oder Pyjama? Weder noch, beides finde ich zu unbequem. Ein T-Shirt tut‘s auch.

Fotos: Bianca Russ-Panhofer

Kategorie: Kuratieren | Peter Rosegger
Schlagworte: MitarbeiterInnen im Gespräch


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