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Universalmuseum Joanneum
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Alte Galerie > Unser Programm > Ausstellungen > Teure Blüten
Bildinformationen
Laufzeit
28.03. - 31.10.2026
Ort
Alte Galerie
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In der europäischen Kunst nehmen Blumen eine herausragende Stellung ein – nicht einfach als dekoratives Element, sondern als Träger komplexer symbolischer, religiöser und gesellschaftlicher Bedeutungen. Besonders in der Malerei der Alten Meister, vom 15. bis zum frühen 18. Jahrhundert, entfaltet sich die florale Bildsprache mit großer Vielfalt und Tiefe.
Ausgehend von der spätmittelalterlichen Malerei, in der Blumen vorwiegend in Marienbildern oder Heiligendarstellungen erscheinen, reicht das Spektrum über symbolisch aufgeladene Gemälde der Renaissance bis hin zu den hochentwickelten Stillleben der niederländischen Barockmalerei. Florale Präzision wird mit moralischen Botschaften verknüpft: Die vermeintlich „schönen Bilder“ sind oft Memento mori – ein Verweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen.
Ein perfektes Beispiel versteckter Hinweise auf spätmittelalterlichen Tafelbildern stellt die sogenannte Rottal-Tafel in der Alten Galerie dar. Scheinbar wahllos sind am Boden verschiedene Blumen verstreut. Nicht alle sind botanisch eindeutig zu bestimmen – und trotzdem sind sie eng mit den fünf dargestellten Personen verknüpft. Aber welche Blüte bedeutet was? Und welche Pflanze ist welcher Dame zuzuordnen?
Ein Jahrhundert später bestechen flämische Blumenstillleben, von denen sich zwei außerordentliche Werke in der Sammlung der Alten Galerie befinden. Nicht zeitgleich blühende Pflanzen werden in einem Bouquet zusammengefasst und erstrahlen in voller Blüte. Doch die Betrachter*innen wissen, dass der Blumenstrauß am nächsten Tag schon zu welken beginnt. Historisch sticht dabei eine Blume besonders hervor: die Tulpe. Bis zum Exzess gesammelte Knollen wurden in den Niederlanden im 17. Jahrhundert sogar an der Börse gehandelt – und brachten diese selbst zum Erliegen. Ein Börsencrash im Zusammenhang mit Blumen?
Darüber hinaus werden zeitgenössische Interventionen in der Alten Galerie mit eigens dafür erstellten Formaten kontextualisiert und bilden eine Brücke zu den weiteren Ausstellungen im Universalmuseum Joanneum im Rahmen von BLOOM.
Das Programm der Kunst- und Kulturvermittlung greift in unterschiedlichen Formaten wie etwa Themenführungen oder kurzen dialogischen Rundgängen ausgewählte Werke aus der Sammlung auf, um das Zusammenspiel von Naturbeobachtung, religiöser Symbolik und kulturellem Kontext zu entschlüsseln. Welche Rolle spielten botanische Studien für die Künstler? Warum tauchen bestimmte Blumen immer wieder auf? Und wie spiegelt sich in floralen Motiven der Zeitgeist einer Epoche – zwischen Glaube, Wissenschaft und weltlichem Repräsentationsbedürfnis?