Hendrick de Clercks Urteil des Paris

Ein Geschenk Franz Josephs I. an die Landesbildergalerie Graz 1872

11.11.2026

Bildinformationen

Datum

11.11.2026

Uhrzeit

18:00 - 20:00

Ort

Alte Galerie

Treffpunkt

Schloss Eggenberg, Shop

Mit

Sabine Pénot

Kosten

kostenlos

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Über die
Veranstaltung

Das Urteil des Paris, das die Vorgeschichte zu Homers Illias bildet, gehört zu den zentralen Sujets der niederländischen Kunst des späten 16. und 17. Jahrhunderts. 

 

Das Oeuvre des aus Brüssel stammenden Malers Hendrick de Clerck steht stilistisch an der Schwelle zwischen Romanismus und Barock, jedoch blieb er bis zum Ende seiner Karriere dem manieristischen Formenvokabular verpflichtet. Ab 1594 stand de Clerck im Dienst der habsburgischen Statthalter der Niederlande, zunächst unter Erzherzog Ernst und später - auf Empfehlung von Kaiser Rudolf II. - unter Erzherzog Albrecht von Österreich und dessen Frau Isabella. De Clerck erhielt um 1600 zahlreiche bedeutende Aufträge für monumentale Altäre sowie für mythologische Gemälde und war als Hofmaler sehr geschätzt. In dieser Zeit entstand das Gemälde Das Urteil des Paris.

 

Der Vortrag untersucht die Sammlungs- und Zuschreibungsgeschichte des Werks und ordnet es in die niederländische Kunstproduktion des ausgehenden 16. Jahrhunderts ein. Berücksichtigt werden dabei de Clercks Italienerfahrung, sein Studium antiker Skulpturen sowie Einflüsse der niederländischen Malerei und Plastik.

 

Im Mittelpunkt steht die Deutung des Gemäldes als politische Allegorie: In einer von Konflikten geprägten Zeit nutzte das habsburgische Herrscherpaar Kunst gezielt zur Legitimation von Macht und zur Vermittlung von Frieden und Ordnung. De Clercks Darstellung des schicksalhaften Moments der Überreichung eines goldenen Apfels als Preis für die Schönheit der Venus, der zum Untergang Trojas führen wird, verbindet sinnliche Bildlichkeit mit moralischer Reflexion und mahnt Herrschende, Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls zu treffen.