Der große Tod

Szenen des Krieges

Europa war in den Jahrhunderten der Frühen Neuzeit von Kriegsschauplätzen überzogen. Schlachten und Gefechte zu Wasser oder an Land geben meist die Sicht des Auftraggebers wieder – siegreich, unverletzlich und würdevoll. Dramatisch komponiert, aber dennoch distanziert, finden Schlachtenbilder im 17. Jahrhundert Eingang in die Kunst – und kommen fast gänzlich ohne Blut aus.

 

Szenen abseits der Schlachtfelder und Belagerungen sind seltener zu finden. Jene der Armut und des Elends noch weniger. Zivilbevölkerung und einfache Soldaten zahlen den höchsten Preis für die Ambitionen der Kriegsherren. Die Versorgung der Armeen hat immer Vorrang, und so verlieren Bauern in Kriegsgebieten ihre Ernten und Vorräte. Bricht die reguläre Versorgung zusammen, kommt es zu Plünderungen. All dies stürzt die Landbevölkerung ins Elend. Seuchen und Krankheiten breiten sich rasant aus, viele Menschen sterben.

 

Die Druckgraphik dokumentiert, illustriert und kritisiert die vielen Themen rund um den Krieg. Ob Schlachten, Belagerungen, Plünderungen und Bestrafungen: Der große Tod – gekonnt von Stefano della Bella ins Bild gesetzt – zieht bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen über das Land. Sterbende, Leichen und Bettler säumen die Straßen.

 

Und am Ende steht die Gewissheit: „PAX OPTIMA RERUM – Der Frieden ist das höchste Gut!“

 Themenbereiche

Hans Burgkmair (1473-1531), Der junge Weisskunig spielt mit anderen Kindern

"Von der Pike auf lernen" und "Etwas im Schilde führen"

Vorbereitung auf den Krieg



Kinder spielen Krieg, schulen die Geschicklichkeit. Sie werden auf den Krieg vorbereitet. Erbstreitigkeiten, Gebietsansprüche, Machtstreben, Habgier und Neid heizen die Stimmung auf. Männer werden ausgesucht, bewaffnet und der Marsch in den Kampf beginnt. 

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Leonhard Beck (um 1475/80-1542), Die Schlacht von Guinegate bzw. Thérouanne

"Mit schwerem Geschütz auffahren"

Schlachten zu Lande und zu Wasser



Kriegszüge, Schlachten und Belagerungen. Europa ist in den Jahrhunderten der Frühen Neuzeit überzogen von Kriegsschauplätzen. Ruhm und Ehre stehen im Vordergrund, der eigentliche Sieger ist jedoch der Tod.

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Georg Matthäus Vischer (1628-1696), Erste Wiener Türkenbelagerung von 1529

"Jemanden im Zaum halten"

Belagerungen



Teil der Kriegsführung sind Belagerungen, durch welche eine Stadt zur Aufgabe gezwungen werden soll. Mit Mauern und Gräben wird versucht, Feinde am Einnehmen der Stadt zu hindern.

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Jost Amman (1539-1591), Feldlager vor einer befestigten Stadt

"Die Zelte aufschlagen"

Leben im Feldlager



Um Unterbringung und Versorgung zu ermöglichen, muss ein Heerlager errichtet werden. Soldaten und der Tross müssen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Pferde, Zugtiere und das Vieh brauchen Futter.

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Georg Philipp Rugendas d. Ä. (1666-1742), Die feindliche Fouragiere

"Es zu bunt treiben"

Plünderungen



In Kampfpausen oder im Hinterland wird geplündert, zerstört und geraubt. Alles wird der Versorgung der Soldaten untergeordnet. Die Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze. Hunger, Seuchen und Krankheiten breiten sich aus und bedeuten für viele den Tod.

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Jacques Callot (1592–1635), Der Galgenbaum, aus der Reihe "Die großen Schrecken des Krieges", Radierung

"Das dicke Ende kommt noch"

Bestrafungen und Hinrichtungen



Fahnenflüchtige, Deserteure und Abtrünnige untergraben die Moral der Truppe. Ein eigenes Kriegsrecht erlaubt es, sie zu verurteilen. Aber auch Faulenzer, Diebe und Plünderer werden nicht verschont. 

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Cornelis Visscher (1628/29-1658), Der Drehleierspieler

"Im Stich gelassen"

Leben im Elend



Was bleibt vom Krieg? Häuser sind niedergebrannt und geplündert. Menschen mussten fliehen, sind verwitwet und verwaist, ausgehungert und versehrt. Mangelnde medizinische Versorgung und die erbärmlichen Verhältnissen begünstigen Krankheiten und Seuchen.

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Jonas Suyderhoef (1613-1686), Die Beschwörung des Friedens von Münster am 15. Mai 1648

"Die Waffen niederlegen"

Der Frieden



Wenn der Krieg zu Ende ist, sind die Kräfte der gegnerischen Parteien aufgebraucht. Es beginnen Diplomatie und Verhandlungen, am Ende heißt es: „PAX OPTIMA RERUM – Der Frieden ist das höchste Gut!“

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 Graphikraum in der Dauerausstellung

George Keating (1762–1842), Kinder spielen Krieg, 1788

Kupferstichkabinett

Druckgraphik – ein frühes Massenmedium



In unserem Graphikraum in der Dauerausstellung der Alten Galerie wird das Thema Krieg und Frieden aus weiteren Blickwinkeln beleuchtet.

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Alte Galerie, Schloss Eggenberg

Eggenberger Allee 90
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9560
altegalerie@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten


12. bis 19. Dezember 2021 nur mit Führung nach Voranmeldung

1. April bis 30. Oktober 2022 Di-So, Feiertag 10 - 18 Uhr 

1. November bis 18. Dezember 2022 nur mit Führung nach Voranmeldung

 

Zusätzliche Termine entnehmen Sie bitte dem Kalender.

Öffnungszeiten der Bibliothek
Di-Fr 10 - 12 Uhr und nachmittags gegen Voranmeldung

 

 

18. April 2022
6. Juni 2022
15. August 2022
1. November 2022 (

mit gebuchter Führung

)
8. Dezember 2022 (

mit gebuchter Führung

)

 Katalog

Begleitend zur Sonderausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen und Objektbeschreibungen, sowie Beiträgen von Karin Leitner-Ruhe, Christine Rabensteiner, Markus Kostajnsek, Karl Peitler und Ulrich Becker.