Erwin Wurm

Football-sized lump of clay on light blue car roof

24.03.-20.08.2017


Opening: 23.03.2017, 7pm
Curated by: Günther Holler-Schuster
Venue: Space01

About the Exhibition

The exhibition by Erwin Wurm (*1954 in Bruck an der Mur) in the Kunsthaus Graz takes as its starting point the open architectural structure of the Kunsthaus. Elements of the performative, participatory and sculptural form are thus connected to one another and to the building. In Wurm’s work essential lines of development in the sculpture of the 20th and 21st century emerge – from the object, to the action, to the creating of the image. Presence and absence move through Wurm’s work as issues, whereby absences in particular (whether of an object or a person) stimulate the power of the imagination.

[Translate to English:]

Über die Ausstellung

[Translate to English:] ERWIN WURM

*1954 in Bruck an der Mur (AT), lebt und arbeitet in Wien und Limberg (AT)

 

Der gebürtige Steirer ist gemeinsam mit Brigitte Kowanz im Österreichischen Pavillon der diesjährigen Biennale von Venedig präsent. 

 

[Translate to English:] Biografie des Künstlers

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[Translate to English:] 1973 Abitur in Graz

1974–77 Studium der Kunstgeschichte und Germanistik, Karl-Franzens-Universität Graz

1977–79 Studium der Kunst- und Werkerziehung (Bereich Bildhauerei) an der Hochschule für darstellende Kunst, Salzburg

1979–82 Studium Gestaltungslehre (Bereich Bildhauerei) an der Universität für angewandte Kunst, Wien (bei Prof. Bazon Brock)

1979-82 Studium Gestaltungslehre an der Akademie der bildenden Künste, Wien

1983 Sponsion zum Magister artium

1983 Assistentenstelle an der TU, Wien, Institut für plastisches Gestalten

1995 Gastprofessur an der Ecole des Beaux Arts, Paris (Bildhauerei)

1996/97 Gastprofessur an der Universität für industrielle und künstlerische Gestaltung (Klasse für Bildhauerei), Linz

2002–06 Professur an der Universität für angewandte Kunst, Wien / Institut für Kunst- und

Kulturwissenschaften – Kunstpädagogik

2007–10 Professur an der Universität für angewandte Kunst, Wien / Institut für Bildende

und Mediale Kunst, Abteilung Bildhauerei und Multimedia

Seit 2014 Mitglied des Österreichischen Kunstsenats

 

AUSZEICHNUNGEN

 

1984 Otto Mauer-Preis

1991 Kunstpreis der Wiener Allianz, 1991

1993 Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst

2004 Kunstpreis der Stadt Graz

2007 „Künstler des Jahres 2007“ (gewählt von der Zeitschrift KUNSTJAHR 2007. Die Zeitschrift die Bilanz zieht. Nr. 7, Lindinger + Schmid, Regensburg, Deutschland)

2013 Ehrenmitgliedschaft des ADC (Art Directors Club)

2013 Großer österreichischer Staatspreis

2014 Silbernes Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich

2015 Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst

 

MUSEALE PRÄSENZ

 

Erwin Wurms künstlerische Arbeiten wurden weltweit in 110 Einzelausstellungen in Museen

präsentiert. Werke in 64 musealen Sammlungen in 16 verschiedenen Ländern und

Beteiligung an über 1000 Gruppenausstellungen.

 

www.erwinwurm.at

Quick Tour

A climbing wall?

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How does it feel to climb on an artwork? What looks like a climbing wall here is actually the enlargement of an artwork by Josef Pillhofer: Pillhofer’s Figure is just 58 centimetres tall, while Erwin Wurm’s version is an impressive four metres high. Whereas Pillhofer cast his work in elegant bronze Erwin Wurm made his from cheap polystyrene. And he also attached climbing grips to it. The artwork now looks like something we would not expect to see at an art exhibition— it looks more like something you’d find at a playground. What we see here is that art doesn’t have to be deadly serious. We can’t actually climb it, but the idea is fun, anyway. 

A gigantic pullover?

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The Kunsthaus Graz reminds us of a living creature: It has a natural shape, its blue panels are called its ‘outer skin’ and the grey mesh inside is its ‘inner skin’. And now it also has a pullover. For the Space01 exhibition space, Erwin Wurm had a woollen pullover made that is 40 metres long: the Space Sweater—in German: Weltraumschwitzer It divides the room like a big curtain. Even empty, it is enormous— we can only imagine how big it would be if it were ‘filled’. Is this a fitting garment for a world in which only the gigantic and powerful matter?  

People on Pedestals?

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There are no artworks on show on the pedestals here. They still need to be created—in your imagination! The people on the pedestals say sentences like: ‘Football-sized lump of clay on light blue car roof’ or ‘Walking over a bed, sinking into it like snow and leaving a track’. What do you see in your mind’s eye when you hear these descriptions? The sculpture begins to exist in your imagination.  

Figure with sausage roll?

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Can art laugh about itself? Erwin Wurm puts artworks in strange situations: So he has placed a sausage roll on Fritz Wotruba’s Reclining Figure. Wotruba depicted the human body using simple shapes. He was himself a strict teacher. The sausage roll is meant to make the sculpture less austere.  

Lamps?

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Join in the action yourself! If you follow Erwin Wurm’s instructions you will become part of his Lamp Sculptures. And you will find yourself in a strange situation. Is it embarrassing to do weird things in the name of art? Erwin Wurm does not create sculptures so that they will last hundreds of years. Often they only last a couple of minutes. In this way, an action can also become a sculpture.  

A gherkin with a door?

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Can a pickled gherkin be intimidating? Erwin Wurm’s work Der Gurk is cast in precious bronze, looms over four metres above us and weighs 445 kilograms. And yet it does not command our respect— it makes us smile instead. The pickled gherkin is typical of Austrian cooking in the winter: Because in the past there were no fresh vegetables during the winter months, gherkins and other pickles became a staple. Even today, the pickled gherkin remains an essential part of everyday life in Austria.

Robert Rauschenberg also embedded everyday life within his art: His work Door is built from plain cardboard. Erwin Wurm binds it to his own work with a transport belt. So he has joined two artworks together to make a new one. Both no longer stand alone: Do they complement or detract from one another?  

Impressions

[Translate to English:] Der Kurator über die Ausstellung

[Translate to English:] "So ist die Ausstellung im Kunsthaus Graz keine künstlerische Leistungsschau im herkömmlichen Sinn, in der Erlesenes zur Präsentation kommt, sondern ein Experiment, das der Künstler dankenswerterweise bereit war einzugehen. Die bisher in der Arbeit von Erwin Wurm nicht wesentlich vorkommende Auseinandersetzung mit der Architektur, die konsequente Weiterführung der One Minute Sculptures durch eine weitere Zuspitzung des Aspekts des Imaginären sowie die direkte Konfrontation der eigenen Vorstellungen mit Werken anderer Künstler – all das kann als Novität bezeichnet werden und gibt dieser Ausstellung einen so besonderen Stellenwert.


Der ursprüngliche Grund für diese Schau ist die Zuerkennung des „Würdigungspreises des Landes Steiermark für bildende Kunst“ 2015 an Erwin Wurm. Der Zeitpunkt für diese Ausstellung könnte kaum besser gewählt sein, befindet sich der Künstler doch gegenwärtig am vorläufigen Zenit seiner künstlerischen Entwicklung."

 

(Günther Holler-Schuster, Auszug aus der Ausstellungspublikation)

[Translate to English:] Von Wortskulpturen und One Minute Sculptures

[Translate to English:] Wortskulpturen 2017

 

Die Abwesenheit der Skulptur ist der „Nullpunkt“, an dem Erwin Wurms Überlegungen um und über skulpturale Aspekte des Lebens ansetzen. So erzählt etwa eine Serie aus den frühen 1990er-Jahren von Objekten, die einzig durch deren Umrisse, die sich auf staubigen Podesten abgezeichnet haben, sichtbar werden. Die Antwort auf die Frage, was da gestanden haben mag, bleibt der Vorstellungskraft der Betrachter/innen vorbehalten.

 

Einem ähnlichen Ansatz folgt Wurm auch in der Arbeit Wortskulpturen. Die Podeste im Ausstellungsraum, auf denen man Skulpturen erwarten würde, sind entweder mit Menschen besetzt oder leer. Wer sich den Personen nähert, erhält die verbale Beschreibung der Skulptur, die an ihrer Stelle zu sehen sein könnte: „Geruchsblock zieht mit einer Person durch das Zimmer“, „Fußballgroßer Tonklumpen auf hellblauem Autodach“, „Über ein Bett gehen und dabei einsinken wie im Schnee und eine Spur hinterlassen“, „Zweifel liegt auf Hoffnung, Hoffnung atmet aus“.

 

Die Sprache, der sich Wurm dabei bedient, liegt zwischen nüchtern beschriebenen Materialangaben und Poesie. Eine weitere Spitzfindigkeit liegt in dem Umstand, dass die Entmaterialisierung der Skulptur zum Text führt, während dieser wiederum das aufgelöste Material behandelt. Anders als in den One Minute Sculptures, für die Erwin Wurm Besucher/innen auffordert, eine Minute lang in teils absurd anmutenden Positionen zu verharren, wird Skulptur hier nicht durch körperliche Erfahrung erlebbar, sondern entsteht einzig und allein durch die Vorstellungskraft der Betrachtenden. Unter dem Titel tief Luft holen und Luft anhalten erscheint zu diesem Projekt ein Künstlerbuch, das 40 imaginierte Skulpturen umfasst.

 

(Auszug aus der Ausstellungspublikation)

[Translate to English:] Unser Tipp

Österreichischer Skulpturenpark

Fat Car von Erwin Wurm



Besuchen Sie uns im Österreichischen Skulpturenpark und entdecken Sie hier das Fat Car von Erwin Wurm!   more...

[Translate to English:] Presseberichte

[Translate to English:] "Kunst mit dem „normalen“ Leben zu verknüpfen, ist seit Langem Methode in Wurms Schaffen. Dinge des Alltags –vom Einfamilienhaus bis zum Essiggurkerl – nimmt der Künstler ernst wie Hervorbringungen von Künstlerkollegen."  

Am Anfang ist das Wort

Kleine Zeitung, Walter Titz, 24. März 2017  

 

Erwin Wurms Tribut an „die alte Heimat“

Steiermark heute vom 24.03.2017 um 19 Uhr

 

"Erwin Wurm porträtierte sich ja schon wiederholt als Gurke – immer mit dem Verweis, dass die Wurstsemmel mit Essiggurkerl bestimmend für sein Leben gewesen sei. Da also auch dieser "Gurk" ein Wurm ist, nennt sich die Doppelskulptur wie eine Speise im Gourmettempel: "Rauschenberg an Wurm"."

Erwin Wurm in Graz: Land der Berge und Skulpturen

Kurier, Thomas Trenkler, 27. März 2017

 

"Ein 40 mal 400 Meter großer rosafarbener Pullover, von dem eigentlich normal große Ärmel scheinbar winzig wie die eines aufgeblähten Babys in den Raum hängen. Wir vermuten, dass das Baby, das den Pulli einst getragen hat, mit einem Fatcar mit hellblauem Autodach auf der Flucht ist."

Erwin Wurm in Graz: Wurstsemmel und Wortskulpturen

Der Standard, Colette M. Schmidt, 25. März 2017

 

"2017 ist ein höchst arbeitsreiches Jahr für den Künstler Erwin Wurm. Bevor Erwin Wurm allerdings im Mai den heimischen Beitrag zur Kunstbiennale gestaltet, sind seine Werke auch in Österreich zu sehen." 

Zwei Ausstellungen von Erwin Wurm

ORF kulturMontag, 27. März 2017

Kunsthaus Graz

Lendkai 1
8020 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9200
F +43-316/8017-9212
kunsthausgraz@museum-joanneum.at

 

Opening Hours
Tue-Sun, public holidays 10am - 5pm


Kunsthauscafé

Sun-Thurs 9am-11pm
Fri-Sat 9am-1am

T: +43-316/714 957
 

Guided tours

Sun 2pm (en), Sat 3:30pm (ger), Sun, public holidays 11am (ger), exceptions may apply. For specific dates, please visit our calendar. Guided tours also on advance notice.

 

1st January 2018 1pm - 5pm
2nd April 2018
21st May 2018
31st December 2018

24th/25th December
13th February 2018
24th/25th December 2018
More information

This edition was created on the occasion of the exhibition: 

Erwin Wurm

Wurscht, 2017





Catalogue
Two catalogs are available: Publication for Erwin Wurm. Football-sized lump of clay on light blue car roof AND Artists‘ book for Erwin Wurm "take a deep breath and hold it"