OMNICAR ist eine interaktive Intervention in die Funktionslogik des Automobils.

Mit OMNICAR macht Umwelt-Kunst-Preisträger Jakob Glasner Mobilität zur Verhandlungssache

 

Graz, 05.11.2026

 

Mit OMNICAR hinterfragt der österreichische Künstler Jakob Glasner unsere Vorstellungen von individueller Mobilität und stellt ihnen ein Modell gemeinschaftlicher Nutzung gegenüber. Sein umgebauter Škoda startet erst, wenn mindestens drei Personen an Bord sind. Für diese spielerische und zugleich gesellschaftskritische Intervention wurde Glasner mit dem Umwelt-Kunst-Preis 2026 des Kunsthauses Graz ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 4. November 2026 im Rahmen des Umweltpreises der Stadt Graz sowie des Markts der Zukunft statt.

Gert Heigl (Vorstandsvorsitzender Holding Graz), Christoph Tengg (SERVUS ABFALL), Frank Dicker (Geschäftsführer SERVUS ABFALL), Jakob Glasner (Künstler und Umwelt-Kunst-Preisträger 2026), Harald Posch (Geschäftsführer SERVUS ABFALL), Andreja Hribernik (Direktorin Kunsthaus Graz), Hans Roth (AR-Vorsitzender) und Stefanie Köberl (Saubermacher Österreich). v.l., Foto: Kunsthaus Graz/J.J. Kucek

Das Automobil steht seit Jahrzehnten für individuelle Freiheit, Unabhängigkeit und die Möglichkeit, jederzeit und überall mobil zu sein. Gleichzeitig ist es Ausdruck einer Gesellschaft, deren alltägliche Bewegungsfreiheit eng mit dem Verbrauch fossiler Ressourcen verknüpft ist. Wie selbstverständlich diese Form der Fortbewegung geworden ist und wie schwer es fällt, gewohnte Strukturen zu verändern, bildet den Ausgangspunkt von Jakob Glasners künstlerischer Auseinandersetzung.

 

"Mit OMNICAR – Short Circuiting Petro Modernity greift der Künstler in die Funktionsweise eines gewöhnlichen Pkw ein und kehrt eine grundlegende Logik des Individualverkehrs um: Nicht die Entscheidung einer einzelnen Person, sondern die Bereitschaft zur gemeinsamen Nutzung setzt das Fahrzeug in Bewegung", beschreibt Kunsthaus-Kuratorin und Jurymitglied Katrin Bucher Trantow die Idee des Projektes.

 

Aus 48 internationalen Einreichungen wählte die Jury, bestehend aus Judith Schwentner, Vizebürgermeisterin der Stadt Graz, sowie Katrin Bucher Trantow und Katia Huemer vom Kunsthaus Graz, das Projekt als „rebellische Anregung zur nachhaltigen Mobilität“ aus.

CEO Gert Heigl (Holding Graz), Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, Künstler Jakob Glasner, Kommerzialrat Hans Roth (Saubermacher) bei der Verleihung des Umwelt-Kunst-Preises am 4. November. Foto: Kunsthaus Graz/J.J. Kucek

Wenn Teilen zur Voraussetzung wird

Für OMNICAR hat Glasner das Zündsystem seines Škoda technisch verändert. Über einen Arduino sind die Sitzsensoren mit einer Sicherung verbunden, die den Startvorgang erst freigibt, wenn mindestens drei Personen im Fahrzeug sitzen. Eine ursprünglich dem Komfort und der Sicherheit dienende Technologie wird damit zum Instrument gesellschaftlicher Aushandlung.

Ein LED-Panel auf dem Dach zeigt das jeweilige Fahrtziel an und macht die private Route öffentlich sichtbar. Im Innenraum signalisiert ein beleuchtetes Schild mit der Aufschrift „UNTERLAST“, dass sich noch nicht genügend Mitfahrende gefunden haben. Das Auto bleibt stehen, bis eine gemeinsame Fahrt möglich wird.

 

„Seit ich mich erinnern kann, interessiert mich das Wechselspiel zwischen der Gesellschaft, den Dingen, die sie umgeben, und der Umwelt. Meine erste Berührung mit diesem Thema hatte ich bereits in meiner Kindheit. Aufgewachsen am Land, ohne Anbindung an den öffentlichen Verkehr, war ich häufig auf Mitfahrgelegenheiten angewiesen. Ich hoffe, noch viele weitere Mitfahrer*innen für dieses Projekt gewinnen zu können“,  so Jakob Glasner über sein Projekt. 

 

Zwischen individueller Freiheit und gemeinschaftlicher Verantwortung

Glasners Beschäftigung mit Mobilität ist auch biografisch geprägt. Aufgewachsen auf dem Land, erlebte er die Abhängigkeit vom Auto als selbstverständlichen Bestandteil des Alltags. Seine Eltern verbrachten täglich viele Stunden im Fahrzeug. Heute lebt der Künstler in der Stadt und nutzt selbst ein Carsharing-Modell. OMNICAR ist weder ein Mobilitätsservice noch ein Verbot. Das Projekt ist eine interaktive Intervention in die Funktionslogik des Automobils – ein Versuch, mit den Gewohnheiten einer von der Petro-Moderne geprägten, individualisierten Mobilität zu brechen und das Teilen dort, wo es möglich ist, neu zu lernen.

„OMNICAR“ macht den PKW zur Infrastruktur für gemeinschaftliche Mobilität: Der Motor springt erst ab drei Personen an, ein LED-Panel auf dem Dach zeigt das Fahrtziel. Foto: Jakob Glasner

Der Umwelt-Kunst-Preis 2026 wird mit Unterstützung von SERVUS ABFALL, einem gemeinsamen Unternehmen der Holding Graz und Saubermacher, realisiert.

„Ein Auto, das erst mit drei Menschen losfährt, bringt uns zum Nachdenken: über Mobilität, über Teilen und letztlich über unseren Umgang mit Ressourcen. Kunst darf solche Fragen stellen – und manchmal braucht es genau diesen ungewöhnlichen Blick, damit aus Nachdenken Veränderung wird“, schlagen die SERVUS-Abfall-Geschäftsführer Harald Posch und Frank Dicker die Brücke von der Siegerarbeit zur Ressourcen- und Kreislaufwirtschaft.

 

Ein Kunstprojekt in Bewegung

Am 6. November präsentiert Jakob Glasner im Rahmen des Marktes der Zukunft von 14 bis 17 Uhr sein Konzept. Darüber hinaus ist der Künstler während der Projektlaufzeit jeden Freitag von 15 bis 16 Uhr persönlich beim OMNICAR vor dem Kunsthaus anzutreffen, um mit Interessierten über gemeinsame Fahrten zu verhandeln.

 

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Jakob Glasner
OMNICAR – Umwelt-Kunst-Preis 2026

Laufzeit: 04.11.–29.11.2026, vor dem Kunsthaus Graz
www.kunsthausgraz.at

 

Das Projekt entsteht in Kooperation mit der Stadt Graz und dem Markt der Zukunft.

 

 

Bildmaterial zum Download finden Sie unter folgendem Link:
OMNICAR

 

 

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Daniela Teuschler
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